[Movie Night] The Imitation Game

Weil sich’s im Flugzeug bekanntlich nicht so gut schlafen lässt (vor allem nicht mit einem schreienden Baby im Sitz vor einem – ich Glückliche) und ich außerdem ein alter TV-Junkie bin, war der 10-stündige Flug nach Kapstadt das reinste Filme-Schlaraffenland für mich. Alles, was grade in Deutschland im Kino läuft, kann man sich auf einem viel zu engen Sitz kostenlos (ähem…und sogar legal) reinziehen und wird somit zumindest halbwegs für die mangelnde Beinfreiheit und die drohende Thrombose entschädigt.

Da ich seit Sherlock Holmes ein absoluter Cumberbatch-Fan bin und Keira Knightley trotz der schreckliche Chanel-Werbung, in der sie seit neuestem rum hüpft eine tolle Schauspielerin ist, war die erste Wahl nicht schwer zu treffen:

»The Imitation Game«

Und es hat sich rentiert! Der Film erzählt die Geschichte von Mathematiker Alan Touring, der nicht nur den Computer erfunden hat, sondern auch den Enigma-Code der Deutschen im zweiten Weltkrieg knacken konnte. Es hilft ein bisschen, ein Geschichtsliebhaber sein, um den Film echt genießen zu können. Aber wenn nicht, ist’s auch nicht so tragisch. Benedict Cumberbatch ist nämlich schon alleine wieder mal brilliant genug, um den Film sehenswert zu machen.

Die Handlung ist – obwohl relativ vorhersehbar, Geschichte ist nun mal Geschichte – spannend und die Spannungen zwischen Turing und seinem Team überzeugend dargestellt. Seine Besessenheit, eine Maschine zu bauen, die den Code lösen kann, wird zuerst nur von der weiblichen Komponente des Films, Keira Knightley verstanden und unterstützt – natürlich nur im Geheimen und bei Kerzenschein, denn welche Frau arbeitet denn schon mit Männern zusammen…?

 

Schlussendlich ist es nicht nur die Geschichte von der Lösung des großen Rätsels Enigma, sondern auch die Geschichte von zwei Außenseitern – einer alleinstehenden Frau, die lieber das machen will, was sie liebt, statt mit Mann, Haus, Hund und Kind glücklich zu sein (ist ja auch heute noch aktuell, ne?) und eines Manns der nicht nur ein Exzentriker ist, der sich unter Menschen nicht so recht wohl fühlen kann, sondern zu seiner Schande auch noch vom anderen Ufer.

Dass sich Turing wegen Anfeindungen und einer Therapie, die in von seiner Homosexualitiät heilen sollte, umgebracht hat, als er gerade mal 44 Jahre alt war, ist das nicht ganz so happy ending der Story und lässt einem mit dem Gedanken zurück, warum es eigentlich so schlimm ist, anders zu sein.

Mein Fazit:
Ein Film für Geschichtsliebhaber, Nerds und Geeks und für alle, die es vielleicht eigentlich wären, sich aber nicht trauen, es zuzugeben. Bleibt frech und wild und wunderbar, das wusste schon Pippi Langstrumpf ganz genau!


Habt ihr den Film schon gesehen?
Und wie hat er euch getaugt?

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Journalistin, arbeitet aber momentan im Projektmanagement und bloggt hier über ihre Auswanderer-Erlebnisse in Südafrika. Bevorzugt hält sie sich irgendwo in direkter Nähe zum Meer auf.
Kathi Daniela


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