Das Wort zum Sonntag — Those summer romances

Das Wort zum Sonntag — Those summer romances

Du hast kein einziges Mal meine Hand gehalten. Wir waren keines von diesen Paaren. Deine Finger waren überall, nur niemals fest und sicher verflochten mit meinen. Festhalten war nichts für uns.
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Uns ging es ums Fallenlassen.

Von Ängsten. Sorgen. Kleidern. Und sich selbst.

Ich bin auf dein Dach geklettert, um die Sterne zu zählen. Du hast für mich zu ›Summer of ’69‹ an der Stange getanzt und versucht, mich zum Rotwein zu bekehren. Ich dich zum Optimismus und verloren haben wir dabei beide. Wir haben Jägermeister auf meine deutschen Wurzeln getrunken und bekifft im Sand geübt, Räder zu schlagen. Wir sind zum Rauschen der Wellen eingeschlafen und haben uns im Schutz der Dunkelheit Dinge erzählt, die man beim hellen Tageslicht nicht mehr aussprechen kann.

Die Tage waren leichter, im Sommer.

Und jetzt ist der Herbst hier und was bleibt, ist ein pelziger Katergeschmack auf der Zunge von zu viel Wein und ein Stich, der mich durchfährt, wenn von irgendwoher Bryan Adams‘ Reibeisenstimme erklingt. Von dir ist nichts mehr übrig, als meine neue Vorliebe für Whisky in the rocks mit Apfelsaftschorle und die alten Helden der 80er. Und das innerliche Zusammenfahren, das mein Herz  schneller schlagen lässt, wenn Jemand an mir vorbeiläuft, der nach deinem Parfum duftet.
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Sommerlieben… sie sind wie der Sommer selbst.

Bittersüß und manchmal einfach zu heiß. Und wenn die Tage kürzer werden, dann wünscht man sich, man hätte die Zeit noch besser genutzt. Der Körper ist träge, das Herz ist schwer und es bleibt eine leise lächelnde Melancholie, wenn die Blätter langsam ihre Farbe verlieren – und mit ihnen die Erinnerungen an dich, als hätte ich dich überhaupt nie gekannt.

Und hab ich dich überhaupt wirklich gekannt?

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Freelance Journalistin und Content Writerin, Travel Bloggerin. Sie hat ein Jahr als Expat in Südafrika gelebt - inzwischen wohnt sie in Prag und Nürnberg
Kathi Daniela


2 thoughts on “Das Wort zum Sonntag — Those summer romances”

  • Ohh, was für ein toller Text! Ist Dir eigentlich bewusst wie toll Du schreiben kannst?

    Ich glaube das ist nicht nur bei Sommerlieben so, sondern generell bei allen Beziehungen, oder Affären. Ich glaube gerade bei letzterem, den die gehen zu Ende bevor alles ernst wird. Und man vermisst dieses unbekümmerte ohne das man sich oder den anderen zu ernst nimmt. Bevor man dann die negativen Seiten der anderen Personen festzustellen – oder die Inkompatibilität – ist es auch schon wieder vorbei.

    Nur eins. Whiskey mit Apfelschorle? Das schmeckt? ^^

    • Ohhh, vielen Dank für das Kompliment <3
      Ja, du hast Recht – man würde vermutlich gar nicht zusammen passen, aber die Phase in der man das realisieren muss und kämpft und heult und irgendwann aufgibt, die erleben solche Affären gar nicht mehr. Deswegen verklärt man sie vermutlich auch immer so 😀
      Und wegen dem Whisky: Ich konnt es gar nicht fassen, weil ich Whisky alleine echt überhaupt nicht mag, aber mit Apfelsaftschorle und ordentlich Eis hat das echt was 😀

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