Things you learn when living in Denmark

Things you learn when living in Denmark

Da mir das Schreiben der Liste von Dingen, die man in Südafrika lernt so viel Spaß gemacht hat und bei euch so gut angekommen ist, habe ich beschlossen, noch einen zweiten solchen Post zu schreiben. Über Dänemark.

Als ich für ein Praktikum nach Kopenhagen und im Anschluss für mein Auslandssemester nach Odense gezogen bin, wusste ich nicht recht viel mehr über Dänemark als dass die eine »Kleine Meerjungfrau« haben und das Legoland Billund eine meiner besten Kindheitserinnerungen ist. Ich war mir sogar ziemlich sicher: Dänemark ist so nah, wie könnte es da großartig anders sein als hier? Puh, ich bin ganz schon falsch gelegen…

In vielen Dingen ist Dänemark doch ganz schön anders als Deutschland – das war am Anfang manchmal ziemlich verwirrend, irgendwann fühlte ich mich aber doch ganz heimisch. Immerhin: Das Land von Lakritz und Zimtschnecken, ein eigenes Bier für die Weihnachts- und Osterzeit und Supermärkte, die auch sonntags geöffnet haben. Da waren als Bayerin für mich fast alle guten Dinge auf einem Haufen zu finden. Das einzige, womit ich mich nicht so recht anfreunden konnte, war der Wind. Aber schließlich kann man nicht alles haben …

Hier ein paar Dinge, die ich während meiner Zeit in Kopenhagen und Odense festgestellt habe und die ich gerne vor meinem Umzug nach Dänemark schon gewusst hätte.

Little Mermaid Copenhagen

General Advice

  • Es wird kein Trinkgeld gegeben. Das ist bereits im Rechnungsbetrag inbegriffen
  • Von der kleinen Meerjungfrau ist nicht besonders viel zu erwarten, in meinen Augen. Sie ist nämlich vor allem das: Klein – und zu jeder Tageszeit verdeckt von fotoschießenden Touristen
  • Wer lang genug in Dänemark ist, entwickelt (so wie ich) ganz bestimmt eine ernsthafte kanelsnegle-Sucht. Zimt, Zucker und Hefe wurden der Stoff, nach dem jede meiner Körperzellen gegiert hat
  • Es lohnt sich nicht, einen Regenschirm zu kaufen. Lieber eine gute Regenjacke. Denn es regnet oft, aber es wird zu windig sein, um den Schirm überhaupt zu öffnen
  • Fortschrittlicher Umweltschutz: Plastiktüten beim Einkauf kosten extra
  • Restaurants berechnen sogar ein Glas Leitungswasser. Also lieber: Eigene Flasche mitbringen
  • Billigwein für 30 Kronen ist günstig und süffig. Es muss kein edler Tropfen sein
  • Dänen lieben Fleisch. Gerade in kleineren Städten kann es schwierig werden, vegetarische Optionen zu finden
  • Alles, wirklich alles – vom Eis, über Joghurt bis zum Schnaps – kann in der Geschmacksrichtung Lakritz gekauft werden. Manches schmeckt gut, manches widerlich
  • Radfahrer in Kopenhagen erinnern an Ninjas auf einem Harakiri-Trip: Sie fahren in einem irrsinnigen Tempo. Freihändig, da sie dabei rauchen, telefonieren, Musik hören oder Kaffee trinken
  • Es wird nicht über eine rote Ampel gegangen! Auch nicht nachts um vier, wenn keine Autos mehr unterwegs sind. Wir sind ja hier nicht in der Wildnis!

Copenhagen Lakes

Meeting the Danes

  • Die Dänen und das Trinken – ein sehr spezielles Thema. Wenn Dänen sich betrinken, dann nämlich richtig. So richtig, dass sie manchmal nicht mal mehr Laufen können
  • Auch Kontakt – vor allem mit Fremden – nehmen die Dänen am liebsten betrunken auf. Kann auch passieren, dass sie am nächsten Morgen nüchtern nicht mal guten Morgen sagen
  • Das trifft aber natürlich nicht auf alle Dänen zu. Sind sie erstmal aufgetaut, sind wahre Freunde gewonnen
  • Die besten Gesprächsthemen: Sport, Partys, Reisen
  • Die miesesten Gesprächsthemen: Politik, Einwanderer, die königliche Familie
  • Die Dänen sind total sportverrückt. Wenn sie nicht auf dem Weg zum Fitnessstudio sind, reden sie übers Fitnessstudio oder kommen gerade vom Joggen im Park
  • Die Parks sind voller Jogger. Ständig, egal zu welcher Tageszeit
  • Die Dänen sind nicht das freundlichste Volk. »Tak« (Danke) wird selten benutzt und es gibt in der dänischen Sprache tatsächlich kein Wort für Bitte
  • Auf Partys wird nur selten getanzt. Die Leute hören zu und betrinken sich
  • Sneakers, Sneakers, Sneakers – manchmal kommt es einem vor als hätten die Dänen nichts anderes im Schuhschrank
  • Gleichberechtigung wird groß geschrieben. Dänische Männer sind keine Gentleman, die Frauen die Tür aufhalten, ein Taxi bestellen oder die Jacke abnehmen (come on guys!)

Dronning Louise Bro Copenhagen

Things that will become normal to you

  • Es wird überall mit dem Rad hingefahren. Bei jedem Wetter, weil die Öffis einfach unglaublich teuer sind
  • Kopenhagener Wohnung sind oft winzig. Und der kleinste Raum ist das Bad. Dusche, Waschbecken und Klo passen grade so rein. Shampoos, Handtuch und ihr selbst vermutlich nicht mehr
  • Beim Radfahren von hinten angeschrien zu werden, heißt: Schnell aus dem Weg! Da überholt einer mit dem Rennrad. Und bremst für niemanden
  • Die Shops haben unter der Woche seltsame Öffnungszeiten, oft nur bis 16.00 oder 17.00 Uhr, sind aber dafür auch sonntags geöffnet
  • Alles in Dänemark ist dank 25 % Mehrwertsteuer unglaublich teuer. Jeder versucht, Großpackungen mit Rabatt zu kaufen und mit Nachbarn, Kommilitonen und Mitbewohnern zu teilen
  • Kinderwägen (mit Kind!) stehen einfach so auf der Straße vor Geschäften, während die Eltern drinnen einkaufen. Erst habe ich Panik bekommen, wenn ich es gesehen habe. Irgendwann fiel es mir gar nicht mehr auf
  • Hygge ist das magische Wort  für alles, das gemütlich ist und wo man sich wohlfühlt. Dänen lieben hygge – und wenn man erst einmal in ein dänisches Wohnzimmer eingeladen wurde, versteht man den ganzen Hype

Amagerstrand

Odense Hans Christian Andersen Home


Zum Thema Urlaub in Europa gibt es eine tolle Blogparade bei Christina von Trip to the Planet: 50 Mal Europa für die kleine Auszeit zwischendurch! Mein Artikel nimmt auch an der Blogparade teil 🙂

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Freelance Journalistin und Content Writerin, Travel Bloggerin. Sie hat ein Jahr als Expat in Südafrika gelebt - inzwischen wohnt sie in Prag und Nürnberg
Kathi Daniela


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