Das Wort zum Sonntag — Don’t let happiness pass you by

Das Wort zum Sonntag — Don’t let happiness pass you by

Ich sitze am Rand des Krankenhausbettes und verknote meine Finger unruhig ineinander. Am liebsten würde ich mich ganz unerwachsen zu einem Embryo zusammenrollen, die Augen zukneifen und mir einbilden, dann wäre ich unsichtbar für die Welt. Dummerweise bin ich 25 Jahre alt und irgendwann klappt das nicht mehr – da ist so viel Verantwortung im Leben, das man sich ihm einfach stellen muss. Und jetzt ist auch noch sie diejenige, die mich tröstet, obwohl ich doch eigentlich hergekommen bin, um ihr ein bisschen Mut zuzusprechen.

Ich denke an all die Dinge, die wir zusammen gemacht haben und noch machen wollten – an Spaziergänge im Wald, an gemeinsame Musicalbesuche, an ausschweifende Shopping-Touren. Und dann denke ich an unseren letzten Konzertbesuch, bei dem ich sie bereits im Rollstuhl schieben musste. Wenigstens hatten wir auch dort noch unseren Spaß. Wie in ›Ziemlich beste Freunde‹. Und jetzt tut sie das ziemlich schwierigste, was man tun kann: sie schickt mich auf meinen Weg.
»Denk nicht so viel darüber nach, ob es richtig ist oder falsch. Das Leben ist zu kurz, um sich mit solchen Fragen zu quälen und nur so findest du heraus, ob es das Richtige für dich ist. Sei mutig, damit du schöne Zeiten erleben kannst und sie nicht an dir vorbei ziehen.«

Ich finde sie in diesem Moment unglaublich weise. So eine Mischung aus Mandela, Buddha – und  viel mutiger als ich es bin!
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Auf der Heimfahrt denke ich über ihre Worte nach, während der Regen auf die Windschutzscheibe prasselt.

Wie oft hält unsere Angst uns zurück, wenn wir eigentlich etwas tun möchten? Wie oft sind unsere Vorbehalte nicht unsere eigenen, sondern nur die, die wir von jemand anderen übernommen haben? Wie oft trauen wir uns nicht, einen Moment richtig zu genießen, weil wir nur allzu gut wissen, dass die rosa Wolken auch wieder vorüber ziehen? Dabei gibt es nur diesen Moment, und ein Moment ist viel, wenn wir ihn richtig auskosten. Es ist unser Leben und nicht das zu tun, was uns glücklich macht, ergibt keinen Sinn, wenn wir mal ganz ehrlich drüber nachdenken, oder?
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Ich fahre nach Hause und dort setze ich mich vor den Computer.

Ich sammle ein paar Dokumente zusammen und schreibe eine längst überfällige Mail. Mein Zögern, bevor ich auf Senden drücke, ist nur kurz und danach ist da nur Erleichterung. Und dann… dann schreibe ich ihm eine Nachricht, die auch längst überfällig war. Was ich zurückbekomme? Ein Smiley-Lächeln, das mir zeigt, dass es genau das Richtige war. Und ich bemerke:

Etwas zu tun, das einen glücklich machen könnte, ist  manchmal gar nicht so einfach, es erfordert Mut und es kann schief gehen. Doch schlussendlich ist alles besser, als einer Sache gar nicht die Möglichkeit einzuräumen, dass sie einen glücklich macht. Denn manchmal braucht es einfach nur 20 Sekunden Mut – und man erlebt eine wundervolle Zeit!

Tower Bridge London

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Freelance Journalistin und Content Writerin, Travel Bloggerin. Sie hat ein Jahr als Expat in Südafrika gelebt - inzwischen wohnt sie in Prag und Nürnberg
Kathi Daniela


2 thoughts on “Das Wort zum Sonntag — Don’t let happiness pass you by”

  • And if it doesn’t go right, go left. Viel schlimmer ist doch diese ganze Grübelei, was wäre wenn…? Aber bis das mal im Hirn angekommen ist, dass man nix zu verlieren hat!?
    Und der Text in Kombination mit London-Bildern? 💛 Das ist sehr gemein…. 😀 👆🏻

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