5 Dinge die passieren, wenn du Auswandern möchtest

5 Dinge die passieren, wenn du Auswandern möchtest

So eine große Sache endlich »öffentlich« zu machen ist Stress und Erleichterung gleichermaßen. Denn auf der einen Seite hasse ich nichts mehr, als Geheimnisse und Unklarheiten zu haben. Aber auf der anderen Seite geht es dann erst richtig los. Dazu, dass ich Deutschland verlassen möchte, hat jeder seinen Senf beizusteuern und die ein oder andere Erkenntnis ist auch mir gekommen, während ich Zeit mit dem Kampf ums Visum vertue und eigentlich langsam nur noch los will. In den vergangenen Monaten hatte ich deshalb genug Zeit, um festzustellen, dass sich bestimmte Gefühlszustände und Situationen zu häufen scheinen, wenn man vorhat, seine Koffer dauerhaft zu packen.
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5 Dinge, die passieren, wenn du Auswandern willst
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Zeitnot

Glaubt mir, the struggle is real. Bis zum Tag X ist es noch ein Vierteljahr, aber das wird auch dringend gebraucht. Nämlich für: Wohnung ausräumen, Möbel verkaufen, Familie besuchen, Freunde treffen. Es ist nämlich so: Auf einmal wird einem bewusst, wie viel Krimskrams man eigentlich hat. Und ganz ähnlich der Studienzeit mach ich dann eines leidenschaftlich und erfolgreich: Prokrastinieren. Dummerweise verkaufen sich davon aber meine sämtlichen Sachen nicht…
Und dann sind da auch noch die Freunde und Bekannten – die, mit denen man noch möglichst viel Zeit verbringen möchte und bei deren Anblick ich schon jetzt Rotz und Waser heulen könnte, wenn ich dran denke, dass wir in Kürze auf Facetime umsteigen müssen, aber leider auch die, die man wochen-, monate- oder jahrelang nicht mehr gesehen hat und die sich jetzt unbedingt treffen wollen, bevor es zu spät ist. Nützlich dabei: Nicht zu höflich, zum Nein sagen zu sein. Und was auch nützlich wäre: Hermines Zeitumkehrer!
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Dumme Fragen

Wo wir schon bei den Menschen sind, die glauben, sich jetzt noch schnell eine gute Bekanntschaft an einem der schönsten Strände der Erde sichern wollen (was by the way unglaublich nervt), dann können wir auch direkt zu den Menschen übergehen, die zum Thema Auswandern (und vor allem nach Afrika) eine sehr genaue Meinung haben. Unter den besten Fragen bisher: »Wie lange hast du noch mal gesagt, dass du bleibst?«»Ist dir klar, dass die dort kein Deutsch sprechen?«, »Machst du davor noch einen Selbstverteidigungskurs?«»Wieso hast du einen Job mit einer so miesen Bezahlung angenommen?«»Hast du keine Angst vor Aids?« und »Wirst du dann auch in einer Wellblechhütte leben?«
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Angst

Was ungefiltert aus dem Mund so mancher Personen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis purzelt, passiert übrigens auch im eigenen Kopf. Von tausendprozentiger Vorfreude bis tausendprozentiger Panik ist alles dabei. Jeder Blick, der durch die eigenen vier Wände schweift, wird von dem hektischen Gedanken begleitet: »Wie soll ich diese ganzen Sachen bloß jemals loskriegen?« und gelegentlich ist nachts um fünf die Nacht vorbei, wenn ich nach einem Albtraum, in dem ich völlig verloren alleine am Flughafen stehe, hochschrecke und mich frage, wie verdammt noch mal das jemals klappen soll und was ich mir dabei gedacht habe. Da bleibt nur: Tief durchatmen und sich sagen, dass es ja auch schlimm wäre, keine Angst zu haben.
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Unvorhersehbare Hindernisse

Ein Visum ist ein Dokument, dass es einem ermöglicht, in fremde Länder einzureisen und dort zu arbeiten? Falsch! Ein Visum ist zu vergleichen mit dem Foto in Germany’s Next Topmodel und die Durststrecke der Beantragung ähnelt ziemlich genau dem alljährlichen Nacktshooting. Bei -20 Grad Außentemperatur. Was es noch schlimmer macht ist, dass der Endgegner nicht Heidi Klum ist, sondern irgendeine Behörde, die mit einer Langsamkeit und Bürokratie arbeitet, gegen die deutsche Ämter geradezu Schnellkassen sind. Und wer glaubt, endlich alle Dokumente zusammen zu haben, wird ganz sicher noch damit überrascht werden, dass Formular 2.62D fehlt – ohne das selbstverständlich gar nichts geht.
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Nostalgie

Ohnehin schon mit einer dünnen Haut geschlagen (siehe Punkt Visum!) schleicht sich dann von hinten auch noch die fiese Nostalgie an. Die erinnert einen: Hey, schau wie schön die Magnolien blühen! Nächsten Frühling siehst du das nicht mehr? Oder: Guck, wie lieb dein Pferd dich heute wieder anschaut! Du weißt, dass du es schrecklich vermissen wirst, oder? Oder: Mensch, Nürnberg ist doch einfach eine wunderschöne, putzige kleine Stadt! Hier lässt sich’s ganz gut leben, oder? Die Nostalgie ist dabei zwar ein zweischneidiges Schwert, schließlich will sie einen ja überreden, daheim zu bleiben – auf der anderen Seite ist es auch schön, die eigenen Heimat mal wieder mit offenen Augen zu sehen.
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Habt ihr auch schon Erfahrungen mit einem längeren Auslandsaufenthalt gemacht?
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Quelle: snapwiresnaps.tumblr.com

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Journalistin, arbeitet aber momentan im Projektmanagement und bloggt hier über ihre Auswanderer-Erlebnisse in Südafrika. Bevorzugt hält sie sich irgendwo in direkter Nähe zum Meer auf.
Kathi Daniela


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