[Travel] Was ich auf Reisen fürs Leben lernte [Blogparade]

[Travel] Was ich auf Reisen fürs Leben lernte [Blogparade]

Nichts spüre ich auf Reisen mehr, als die Freiheit. Das Gefühl, völlig ungebunden zu sein, gehen zu können wohin ich will. Manchmal kommt mir der Gedanke: »Niemand weiß, wo ich bin. Niemand weiß, was ich mache. Wenn ich nun da vorne links abbiege anstatt rechts, dann hat niemand eine Ahnung, wo ich bin.« Ich liebe dieses Gefühl, völlig anonym zu sein. In ihrer Blogparade hat Maria von maria meets anna genau diese Frage gestellt:

Was hast du auf Reisen fürs Leben gelernt?

Die Reise, die mich – im tatsächlichen wie im übertragenen Sinn – am meisten geprägt hat, was mein Aufenthalt in Südafrika. Logisch, dass ich schon wieder damit anfange. Aber genau diese Aufenthalt war es, der mir eins beigebracht hat:

Das Leben ganz und gar spüren

Ich habe unzählige Tagebucheinträge, die mich an meine Zeit am Kap erinnern. Gedanken, Gefühle, in Zeilen gepackt, und am meisten verbinde ich noch immer dieses eine Gefühl mit meiner Reise:

»Das Wort für Kapstadt ist und bleibt bunt. Farbig, lebhaft, vielfältig. Bunt in allen Schattierungen, Hochs und Tiefs. Schillernd, auffallend, aufgedonnert, überladen. Farbenfroh, lebhaft, grell, kräftig, blendend. Bunt ist ruhelos, impulsiv und stets in Bewegung. All das ist Kapstadt. Alles ist eigentlich ein kleines bisschen mehr als man ertragen kann. Und so befindet man sich die ganze Zeit  an der Grenze dessen, was gut ist. Manchmal ist es frustrierend und dann wieder so wunderschön. Hier in Cape Town will jeder Tag ganz gelebt werden. Er verlangt meine volle Aufmerksamkeit und Konzentration. Meine Hingabe. Als ob ich Zuggleise mit bloßen Händen anfassen würde, wie mein Freund Morne beschrieben hat, und der Strom fließt durch meinen Körper und lässt mein Herz schneller schlagen. Und wenn ich dann wieder loslasse und mein Herzschlag wieder ist wie davor – schmeckt diese Normalität dann schal?«

Ja, sie hat sich schal angefühlt, diese Normalität. Der Alltag mit meinem 9to5-Job, selbst wenn ich ihn liebe. Das abendliche Kochen, die immer gleichen Serien, der Trott. Hier, daheim, lebe ich nicht jeden Tag. Ich fühle ihn nicht vom ersten Aufstehen bis zum schlafen gehen. Auf Reisen ist es anders. Auf Reisen verstecke ich mich nicht vor mir selbst, flüchte ich mich nicht in die Ignoranz und das Jetzt-Mal-Nicht-Fühlen.

Was ich vom Reisen gelernt habe

Mir selbst näher kommen

»Ich kann nicht glauben, dass Südafrika es wieder mal getan hat: mich eingelullt mit seiner Langsamkeit und mir vorgegaukelt, die Zeit würde still stehen. Tut sie aber nicht. Ich habe pro Tag 365 verschiedene Emotionen erlebt, geweint, bis mir alles weh getan hat, gelacht, bis mir alles weg getan hat und ich habe Kapstadt geliebt und gehasst. Ich möchte mich ganz klein machen, auflösen und für immer hier bleiben und diese Stadt in mich aufsaugen.«

Genau das ist es, was ich auf Reisen für mein Leben gelernt habe: Ich habe gelernt, meine Gefühle zu leben, jedes einzelne. Die Traurigkeit genauso zu genießen wie die Freude. Ich habe mich selbst besser kennen gelernt. Ich weiß jetzt, dass es in Ordnung ist, sensibel zu sein. Dass es in Ordnung ist, jeden Tag 365 Gefühle zu durchleben – solange viele davon irgendwie mit Freude zu tun haben. Und ich möchte dieses Gefühl zurück. Ich möchte dieses Leben zurück, ich möchte mich zurück. Und genau deshalb gebe ich dieser ganzen Auswanderungssache eine Chance. Und damit gibt es ja sogar noch etwas, das ich vom Reisen gelernt habe: Ich habe gelernt, mutig zu sein und

den Sprung zu wagen!

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Was habt ihr auf Reisen fürs Leben gelernt?

 

Bildquelle: Pinterest.com

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Journalistin, arbeitet aber momentan im Projektmanagement und bloggt hier über ihre Auswanderer-Erlebnisse in Südafrika. Bevorzugt hält sie sich irgendwo in direkter Nähe zum Meer auf.
Kathi Daniela


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