Lebenshaltungskosten in Kapstadt

Lebenshaltungskosten in Kapstadt

Die erste Frage, die sich ein Auswanderer-to-be stellt? Wie viel Geld werde ich in der neuen Heimat ausgeben? Wie sind die Lebenshaltungskosten?

Die meisten Auswanderer glauben, dass das Leben in Afrika superbillig ist. Die Lebenshaltungskosten in Kapstadt sind auch niedriger als in Deutschland zum Beispiel. Aber trotzdem ist Kapstadt eine internationale Metropole – und die Preise passen sich dem an. Einiges ist wirklich super billig – essen und feiern gehen zu Beispiel. Andere Dinge wiederum haben fast europäisches Niveau, so auch manche Lebensmittel oder zum Beispiel Mieten mitten in der Innenstadt.

Nachdem ich jetzt schon ein Dreivierteljahr als Auswanderer in der Mother City lebe, kann ich nun eine ziemlich genaue Kostenaufstellung meiner Ausgaben pro Monat geben.

Lebenshaltungskosten für Auswanderer in Kapstadt
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Miete: 6.000 ZAR

Direkt in der Innenstadt sind die Mieten beinahe auf europäischem Niveau. Die Wohnungen sind knapp in der City Bowl. Weiter außerhalb ist es günstiger. Allerdings ist dann natürlich wieder mehr Geld fürs Pendeln einzuplanen – und auch mehr Zeit. Kapstadt gilt als die schlimmste Pendler-Stadt Südafrikas, was Staus betrifft.

Wir hatten mit unserer Wohnung riesiges Glück und zahlen in Bo-Kaap für zwei Zimmer 8.500 ZAR. In der Wohnung in Vredehoek, in der ich davor gelebt habe, durfte ich aber monatlich 6.000 ZAR blechen. Eine Freundin von mir vermietet ein Zimmer in guter Lage in Tamboerskloof für 7.300 ZAR. Ich denke also, 5.500 ZAR ist ein guter Mittelwert – wenn ihr alleine wohnt, wird es natürlich entsprechend teurer! Ich habe nie alleine gewohnt, sondern immer in WGs.

Was in Südafrika immer mehr kostet: Sicherheit! Deshalb sind Wohnungen in sicheren und stadtnahen Wohngebieten auch immer teurer. Daran sollte aber auf keinen Fall gespart werden – sollte sich von selbst verstehen. Glücklicherweise sind viele Wohnungen oder Zimmer häufig möbliert, sodass der Möbelkauf schon mal wegfällt.

Auswandern Kapstadt Lebenshaltungskosten

Strom: 150 ZAR – 300 ZAR

Strom wird in Südafrika prepaid bezahlt. Zu groß ist die Gefahr, dass die Stromrechnung von Kunden am Ende des Monats nicht beglichen wird. Das kann nervig sein, hat aber auch den Vorteil, dass man ziemlich genau feststellen kann, wie viel Strom man jetzt verbraucht und so Ausgabefallen schnell identifizieren kann. Manchmal muss übrigens auch Wasser prepaid bezahlt werden. Das ist allerdings wesentlich günstiger.
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Auto (Langzeitmiete): 2.000 ZAR

Ich habe mir in Kapstadt kein eigenes Auto gekauft. Gebrauchtwagen sind hier verhältnismäßig teuer – sie kommen oft aus Europa und haben einen weiten Weg hinter sich. Ich miete einen alten Mazda für 2.000 ZAR pro Monat, die Versicherung ist dabei schon inklusive. Mein Vermieter ist ein echt lieber Kerl, ein echter Kapstädter. Wenn Reparaturen am Auto durchzuführen sind, dann macht er das manchmal auch kostenlos, wenn deutlich zu sehen ist, dass es sich um Verschleiß handelt.

Wer Urlaub in Kapstadt machen möchte: Ich kann euch gerne die Kontaktdaten geben, Shaun vermietet auch Kurzzeit. Seine Autos sind aber günstig und oft vergriffen, deswegen lieber frühzeitig anfragen!
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Benzin: ca. 800 ZAR

Auch für den Sprit teilen wir uns die Ausgaben pro Monat, sodass ich auf rund 400-500 ZAR komme. Der Stadtverkehr und das Stop-and-go fressen einfach sehr viel Benzin. Wer ein Auto alleine fährt, muss also mit entsprechend höheren Ausgaben rechnen. Wobei, umgerechnet in Euro, die Benzinpreise hier immer noch lächerlich niedrig sind.
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Handy: 200 ZAR

Ich habe eine Prepaid-Karte von Telkom. Der Anbieter hat sich vor allem was mobiles Internet betrifft als der günstigste herausgestellt. Und ich brauche nun mal vor allem Data, auch meine Anrufe mache ich eigentlich nur noch über Whatsapp. Telefonieren innerhalb von Südafrika, zum Beispiel zu einem Festnetzanschluss, um Termine beim Arzt auszumachen, sind bei Telkom auch günstig. 2 GB kosten mich 139 ZAR und reichen zwei bis drei Wochen.

Von der Netzabdeckung her könnte es natürlich besser sein, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, das Vodacom nicht unbedingt besseres Netz hat. MTN ist ebenfalls sehr günstig – vor allem, wenn man auch mal nach Deutschland telefonieren will. Allerdings nicht so sehr beim Data. Demnach würde ich wirklich am ehesten Telkom empfehlen.

Auswandern Kapstadt Lebenshaltungskosten

Internet: 400 ZAR

Das Internet ist hier in Südafrika sehr, sehr teuer. Wer uncapped Internet möchte – also unbegrenzt und nicht nur eine gewisse GB-Zahl – darf dafür ordentlich blechen. Zwischen 600 und 800 ZAR kostet ein Internetanschlus pro Monat. Im geteilten Haushalt würde das also bedeuten, 400 ZAR pro Kopf. Aber auch hier kann leider nicht mit dem Internet gerechnet werden, dass ich aus Europa gewöhnt bin. Bis ein Film geladen hat, kann es schon mal einen halben Abend dauern…
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Lebensmittel: 1.500 ZAR

Überraschenderweise sind viele Lebensmittel in Südafrika gar nicht so billig, wie ich gedacht habe. Milchprodukte und Käse haben deutsches Preisniveau – oder liegen sogar darüber. Manches Obst und Gemüse hat auch einen überraschend hohen Preis. Allgemein wesentlich günstiger als in Deutschland sind Fleischprodukte – gerade Steak ist unschlagbar preiswert. Wir kaufen meistens bei Pick’n’Pay oder Checkers ein. Diese beiden sind eher im Low Price Segment, wobei Pick’n’Pay noch etwas günstiger ist als Checkers. Ebenfalls preisgünstig ist Shoprite, vor allem für größere Mengen. Generell teurer ist es bei Woolworth’s und in den kleinen Läden an der Ecke, die wie alte Tante-Emma-Läden von jedem ein bisschen haben.
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Fitnessstudio: 160 ZAR

Mein Fitnessstudio ist wirklich sehr günstig. Ich habe bei Abschluss meines Vertrags einen Preis von 2.000 Rand für 12 Monate bekommen. Allerdings bieten viele Krankenversicherungen auch an, einen Teil der Kosten fürs Fitnessstudio zu übernehmen. Ich weiß, dass beispielsweise Discovery ein Vitality-Programm hat. Mit dem wird fast die Hälfte des Monatspreises von der Versicherung gezahlt wird. So sollen Arbeitnehmer zum Sport motiviert werden. Wer weder Versicherung noch Sonderpreis hat, um sich den Sportspaß zu vergünstigen, sollte allerdings mit wesentlich mehr rechnen, rund 900 ZAR pro Monat.

Essen und Feiern gehen: 1.600 ZAR

Das Leben spielt sich in Kapstadt vor allem draußen ab! Und die Zeit draußen zu verbringen, kann man sich hier wirklich leisten. Normalerweise gehen wir einmal bis zweimal pro Woche essen, das schlägt mit je 100-200 ZAR zu Buche. Am Wochenende noch weggehen, ein paar Drinks von je 30-60 ZAR. Eintritt in den Club für rund 60 ZAR. Pro Monat komme ich so auf Ausgaben von um die 2.000 ZAR. Mal mehr, mal weniger, je nachdem, wie viel gerade los ist.

Kapstadt ist laut Conde Nast Traveler übrigens die beste Foodie-Stadt der Welt. Es lohnt es sich, nach Specials Ausschau zu halten. 2 for 1 Specials, Specials für bestimmte Tage und bestimmte Speisen oder Happy Hours sind hier an jeder Ecke zu finden. In den Wintermonaten, wenn die Touristen weg sind, ist das Ausgehen sowieso noch einmal günstiger.

Ins Kino gehe ich am liebsten im Labia, ein ganz altmodisches, kleines Kino. Der Eintritt kostet gerade mal 50 ZAR, für Studenten sogar nur 45 ZAR. Konzertkarten, zum Beispiel für die berühmtem Kirstenbosch Summer Concerts, kosten zrund 200 ZAR. Natürlich kommt es ein bisschen darauf an, wer auftritt

Im Shimmy Beach Club, einem exklusiveren Club, kosten die Karten rund 200 ZAR. Dort spielen Größen wie Goldfish, Black Coffee, Wankelmut oder Bakermat. Ein Ein-Tages-Festival-Ticket kostet rund 400 ZAR.
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[EDIT]

Ein paar von euch haben mir auf Facebook oder per Nachricht noch einige zusätzliche Fragen zu Dingen gestellt, die ich bei meiner Auflistung vergessen habe. Ich ergänze das deshalb gerne noch hier im Edit. Und wenn ihr noch mehr Fragen habt: Immer her damit!
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Versicherung: 1.000 – 2.000 ZAR

Es gibt in Südafrika unterschiedliche Möglichkeiten, sich zu versichern. Discovery und Momentum sind die größten und bekanntesten Versicherungsgesellschaften. Jede dieser Versicherungen bietet verschiedene Schemes an, zu denen ihr euch versichern könnt. Im Basistarif werden Arztbesuche abgedeckt, alle andere wie Zahnarzt, Krankenhaus usw. kostet extra. Viele aber nicht alle Arbeitnehmer übernehmen wie in Deutschland einen Teil der Versicherung, die dann direkt vom Lohn abgeht. Außerdem ist es möglich, durch Sportprogramme etc. Boni zu verdienen.

Da ich vorhatte, erstmal nur ein oder zwei Jahre in Südafrika zu bleiben, habe ich eine langfristige Auslandskrankenversicherung der Hanse Merkur abgeschlossen. Diese kostet mich monatlich 90 EUR und geht auch von meinem deutschen Konto ab. Ich habe gleich für zwei Jahre bezahlt und habe jetzt also gar keinen Ärger mehr damit. Das sind für mich also 1,276 ZAR. Allerdings muss ich alle meine Arztbelege per Post nach Deutschland schicken und das ist schon etwas umständlich. Ich denke, das nächste Mal würde ich lieber gleich hier eine Versicherung wählen, wenn ich auch hier arbeite.

Rentenversicherung: abhängig vom Gehalt, etwa 1.000 ZAR

Die Rentenversicherung geht bei mir vom Gehalt ab. Ich zahle 5 % in einen Rentenfond ein, den ich mir ausbezahlen lassen kann, wenn ich kündige. Es läuft also ganz ähnlich wie in Deutschland, nur, dass ich das Geld zurück bekommen kann. Dann kann ich es in Deutschland einzahlen (auch, wenn es in Euro natürlich wesentlich weniger sein wird) oder irgendwie anders zur Vorsorge anlegen.
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Drogerieartikel und Make-up: 60-300 ZAR

Ich muss gestehen, ich brauche nicht so viel. Ich habe mein Go-To Make-up noch aus Deutschland mitgebracht und erst jetzt neigt sich alles langsam dem Ende zu. Generell sind die Eigenmarken von Clicks beispielsweise gut erschwinglich, da wäre Clicks Collections, Oh Heavenly oder Simply Organic. Die europäischen Marken wie Schwarzkopf oder L’Oréal sind aber schon entsprechend teuer. Die Kosten dann ab 100 ZAR aufwärts. Die Clicks Eigenmarke gibt es oft schon zwischen 40-60 ZAR zu kaufen. Auch Schminke und Parfum ist nicht ganz billig. Aber auch da gilt generell: Lokales ist günstiger als Interationales.
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Natürlich ist es immer eine Versuchung, die Ausgaben in neuem Land in eine altbekannte Währung umzurechnen, mit der man sich auskennt und in der man sich sicher fühlt. Ich würde beim Rand nicht empfehlen, die monatlichen Ausgaben in Euro umzurechnen. Der Rand schwankt nämlich sehr stark von 12 ZAR bis hin zu 18 ZAR für einen Euro. Und: Das Gehalt wird in Rand bezahlt, demnach macht es durchaus Sinn, alles auch gleich in Rand durchzurechen.

Wer gerne in Euro wissen möchte, was er ungefähr ausgibt, der kann hier den aktuellen Umrechungskurs checken: Beim heutigen Wechselkurs würden sich die monatlichen Ausgaben etwa auf 1.000 EUR belaufen, wobei natürlich gesagt werden sollte, dass vor allem Kosten wie Auto, Lebensmittel, Fitnesstudio und Freizeit je nach eurem individuellen Bedürfnis stark schwanken können.
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Gesamtausgaben pro Monat:

Miete: 6.000 ZAR

Strom:  300 ZAR

Auto (Langzeitmiete): 2.000 ZAR

Benzin: 800 ZAR

Handy: 200 ZAR

Internet: 400 ZAR

Lebensmittel: 1.500 ZAR

Fitnessstudio:160 ZAR

Essen und Feiern gehen: 1.600 ZAR

Versicherungen: 2.500 ZAR

Insgesamt: 15.460 ZAR
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Fotos: All Unsplash

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Freelance Journalistin und Content Writerin, Travel Bloggerin. Sie hat ein Jahr als Expat in Südafrika gelebt - inzwischen wohnt sie in Prag und Nürnberg
Kathi Daniela


2 thoughts on “Lebenshaltungskosten in Kapstadt”

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