Kapstadt-Kolumne #14 — How to be South African as f*ck!

Kapstadt-Kolumne #14 — How to be South African as f*ck!

»Wie sind denn die Südafrikaner so?« Werde ich oft gefragt. Und das ist eine sehr schwierige Frage. Ungefähr so, als würde mich jemand fragen: »Wie schmeckt denn der Wein in Kapstadt?« Puh… welcher genau? Es gibt unglaublich viele Sorten, jede ist gut auf ihre Weise und jede hat ihr ganz eigenes Aroma. So könnte man von den Südafrikanern auch sagen. Jeder hat seine ganz eigenen Besonderheiten, die nicht unbedingt etwas Schlechtes sein müssen.

Wenn ich über den typischen Südafrikaner sprechen will, dann komme ich nicht drumherum, auch von Ethnien zu sprechen. Und dann muss ich die Gefahr auf mich nehmen, dass mir die Rassismus-Karte zugespielt wird. Denn wenn ich gefragt werde: »Wie sind denn die Südafrikaner so?«, dann frage ich: »Die Weißen? Die Schwarzen? Die Colored? Die Inder? Die Zulu? Die Xhosa? Die Afrikaner? Die San? Die Muslime? Die Protestanten?«

Fakt ist, Südafrika ist so bunt, dass sich nur schwer sagen lässt, was nun alle gemeinsam haben. Ein paar Dinge gibt es da jedoch schon. Die hat vielleicht jeder gemeinsam. Oder nur eine Gruppe. Ich werde euch verraten, wie ihr als Expat oder Urlauber jeden Südafrikaner an der Nase herumführt und selbst so südafrikanisch rüber kommt, wie es nur geht.

Der Post ist dabei natürlich mit einem Augenzwinkern zu sehen – und außerdem eine bunte Mischung aller Bevölkerungsgruppen Südafrikas, die sich jede einzeln und alle zusammen bitte nicht auf den Schlips getreten fühlen sollen. Ach… aber wenn doch: Da hätten sie ja wieder was gemeinsam!
:

How to be South African as f*ck!
:

1. Sage an einem Wochenende für drei oder vier verschiedene Veranstaltungen zu, gehe zu keiner
:

2. Nenne Avocados »Avo«, einen Pick-up Truck »Bakkie«, ein Barbecue »Braai«, eine Ampel »Robot« und »Turnschuhe »Tekkies«
:

3. Mache alle deine Wocheneinkäufe auf der Straße
:

South African as fuck

:
4. Kauf keine Zeitung, hol dir den wöchentlichen Gossip im Taxi
:

5. Parke jeden Tag auf dem gleichen Parkplatz. Verscheuche jeden, der es wagt, dort zu parken
.

6. Nenne jeden »My Bru«, »My Brother« oder »My Man« – auch, wenn er gar kein Kumpel von dir ist
:

How to be South African as fuck

:
7. Schlage dir deine zwei Schneidezähne aus. Wenn du kannst: Setze einen Goldzahn dafür ein
.

8. Trinke Flat White, esse vegan und laufe barfuß
:

9. Gehe bei jeder Ampelfarbe über die Straße. Und wenn du fährst: Packe so viele Leute wie möglich in dein Auto
:

South African as fuck

:
10. Vermeide es, auch nur 100 Meter zu Fuß zu gehen. Fahre überall hin mit dem Auto oder dem Uber. Parke direkt vor der Tür
.

11. Nenne dein Kind Pretty, Happy, Inncent oder Treasure. Nein, nein, no pressure deinem Namen gerecht zu werden 😉
.

12. Gehe am Wochenende wandern. Oder surfen. Oder Kite surfen.
:How to be South African as fuck hiking

:
13. Fahre einen 4×4 – je größer, desto besser
:

14. Entschuldige dich für alles. Auch, wenn du gar nicht Schuld bist
.

15. Sage zu allem, was du super findest »lekker«, alles was doof ist, ist »kak«
.

How to be South African as fuck swimming

.
16. Gehe ins Wasser. Egal wie kalt es ist – das ist dein Strand und du schwimmst!
.

17. Bringe Fleisch und Bier mit zum Braai. Iss das Fleisch und trink das Bier von irgendjemand anderem
.

18. Schäme dich nicht, auf der Straße laut zu singen und zu tanzen
.
:

Seid ihr schon mal in Südafrika gewesen?
Welche Eigenheiten sind euch aufgefallen?


PS: Im Moment bin ich gerade dabei, mich in meiner neuen Heimat Prag einzuleben. Wie ich mich dabei fühle, was ich so unternehme und was es zu entdecken gibt, das könnt ihr auf Facebook und Instagram mitverfolgen. Auf dem Blog wird es deshalb solange bis ich mich etwas akklimatisiert habe ein wenig ruhiger zugehen 🙂
:

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Freelance Journalistin und Content Writerin, Travel Bloggerin. Sie hat ein Jahr als Expat in Südafrika gelebt - inzwischen wohnt sie in Prag und Nürnberg
Kathi Daniela


2 thoughts on “Kapstadt-Kolumne #14 — How to be South African as f*ck!”

  • Hihi. 😉 Da habe ich tatsächlich ein paar Sachen wiedererkannt. Und jetzt natürlich die Rassismus-Karte: Blooooß nicht die Schneidezähne ausschlagen und Goldzahn rein, das, meine Liebe, wäre nämlich „Kulturelle Aneignung“. Habt Ihr über diesen Ausdruck – dessen englische Variante ich gerade vergessen habe – drüben diskutiert? Das würde mich ja schwer interessieren. Ich finde alleine den Ausdruck schon scheußlich, weil er m.E. völlig dogmatisch ist und die wandelbare Eigenschaft von Kulturen verleugnet, davon abgesehen, dass ich das rassistisch finde, wenn nicht die Absicht hinter einer Handlung mitbetrachtet wird… aber das führt jetzt echt zu weit. Und wer bin ich denn, darüber zu urteilen, ich bin ja nur eine Weiße…
    LG /inka

  • Der Begriff hat mir tatsächlich gar nichts gesagt. Kulturelle Aneignung an sich klingt sogar ohne die Definition zu lesen schon irgendwie ganz schlimm. Aber nach dem ersten Absatz Wikipedia kann ich sagen: Das war definitiv Thema bei uns.
    Ich hatte riesiges Glück im Freundeskreis wirklich alle Hautfarben und Ethnien zu haben und generell pocht hier schon jeder sehr auf seine Traditionen und Werte. Wenn ein „Schwarzer“ ein erfolgreicher Geschäftsmann ist, wird er ja gern auch mal „Kokosnuss“ genannt, weil er eigentlich innen drin weiß ist. Das ist selbstverständlich ein derbes Schimpfwort und ich hab es Leute schon sehr abfällig benutzen hören.
    Was das anders herum angeht, glauben viele weiße Südafrikaner sie wären kulturell total unabhängig von ihren dunkelhäutigen Landsleuten, was natürlich überhaupt nicht stimmt, wenn man es als Außenstehender betrachtet. Aber ich hatte das Gefühl, hier versuchen viele, zwar zusammen zu leben, aber eine echte Vermischung doch immer noch zu vermeiden… Wie kam es dir denn in SA vor?
    LG Kathi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen