THE PRAGUE DIARIES #2 — Recap: 1 Monat in Prag

THE PRAGUE DIARIES #2 —  Recap: 1 Monat in Prag

Es ist Juli! Kaum zu fassen, doch ich bin schon seit einem Monat in der goldenen Stadt. Nach ersten Anlaufschwierigkeiten habe ich inzwischen das Gefühl, ein bisschen mehr angekommen zu sein. Es waren vier turbulente Wochen.

Die ersten Tage haben wir bei Freunden auf der Couch geschlafen und uns diese mit der wenig toleranten Katze Lucky teilen müssen. Kaum umgezogen gingen danach die Renovierungen im Apartment neben unserem los. Zeitweise war ich kurz vor dem Durchdrehen.

Dann schließlich der Jobwechsel. Seit zwei Wochen bin ich selbstständig – und obwohl die Arbeit noch nie so anstrengend war und mein ängstliches Ich Existenzkrisen durchlebt, fühlt es sich gerade sehr gut an hier zu sein und genau das zu tun!


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Das Schönste an Prag

Ist für mich im Moment Naplavka. Okay gut, wenn ich es google, dann stoße ich sofort auf die Bezeichnung: Der Hipster Biergarten von Prag. Soll mir aber mit gutem Gewissen egal sein, denn Naplavka ist einfach zu schön, um sich vom Insider-Image abschrecken zu lassen.

Ein breiter Streifen kopfsteingepflasterter Straße, der kerzengerade an der Vltava entlang führt, gesäumt von kleinen Booten, auf denen Essen und Getränken angeboten werden. An den Tischen auf den Booten sitzen so viele Leute, dass Neuankömmlinge es sich auf dem Kopfsteinpflaster bequem machen. Straßenmusiker spielen Musik. Und die Sonne färbt den Himmel rosa. Naplavka ist endkitschig, super romantisch und wirklich entspannt. Vielleicht etwas voll, um dem Großstadttrubel zu entkommen, aber trotzdem der place-to-be am Abend.

Jeden Samstag gibt es außerdem einen tollen Second-Hand und Farmer’s Market. Letzten Samstag habe ich mir dort die reifsten, leckersten Erdbeeren zu einem wirklich lächerlich kleinen Preis gekauft.

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Naplavka Prague


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Das Schlimmste an Prag

Ist für mich im Moment ganz ehrlich: Die Größe.

Kapstadt hat knapp 4 Millionen Einwohner. Die Metropolgemeinde allerdings, wohlgemerkt. Und die erstreckt sich immerhin auf eine ganz schöne Größe von 2.460 km². Prag hat 1,2 Millionen Einwohner – auf 496 km². Man muss jetzt nicht die Einwohnerzahl pro Quadratkilometer in der Innenstadt Prags ausrechnen, um sich zu denken, wie voll es ist. Mit Prager und Touristen. Die zählen doppelt, denn immerhin 5,5 Millionen Übernachtungsgäste zählt Prag im Jahr. Und die halten sich alle an den gleichen Orten in der Innenstadt auf!

Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich am Anfang leicht klaustrophobisch war. Es war mir zu voll, es waren mir zu viele Menschen. Ich habe mich ständig verlaufen. Ohnehin mit einer schlechten Orientierung ausgestattet, überfordern mit U-Bahn-Stationen mit 5 Ausgängen einfach. Wie soll man da je den richtigen finden!?

 
Tschechisch 1×1

Also wenn die Tschechen etwas nicht so gerne mögen, ist es englisch. Finde ich okay, schließlich lebe ich hier und sollte auch die Landessprache lernen. Aber warum nur, warum ist die Landessprache so seltsam?

Es gibt im tschechischen 7 Fälle! Sätze benötigen kein Subjekt und man nennt tschechisch eine flektierende Sprache. Das heißt: Nachsilben haben mehrere Bedeutungen, sodass Sätze undefinierbar werden. WTF!?

Ihr glaubt mir nicht? Hier ein paar Beispiele für tschechische Wörter:

sprcha heißt Dusche. Pštros heißt Strauß und Kmotře heißt Onkel. Falls ihr noch mehr wollt: Hört euch mal diese Zungenbrecher an.


Die Tschechen und Bier

Es gibt über 50 Biermarken in Tschechien. Und mindestens fünfmal so viele Brauereien. Ich habe den Eindruck, jedes zweite Restaurant hier in der Stadt hat seine eigene Mikro-Brauerei und verkauft selbstgebrautes Bier.

Und es ist war: Bier ist billiger als Wasser. Zumindest manchmal. Kaum zu fassen, oder? Das erklärt vielleicht aber auch den Pro-Kopf-Verbrauch an Bier von 143 Litern pro Jahr. Übrigens Weltspitze. Morgens um 11 anzufangen mit dem Trinken ist vielleicht nicht jedermanns Sache, hier aber völlig legitim.

Ich bin ja nicht erst seit Kapstadt eher der Weintyp, aber bei einem Bier für 30 CZK (also 1,20 EUR) kann auch ich nicht Nein sagen. Und so ein kaltes Staropramen an einem heißen Tag hat schon was.

Trink kein Excellent, habe ich mir aber sagen lassen. Also nur als Tipp an jeden, der mit der Auswahl so überfordert ist, wie ich.

 


Der nächste Monat

Der nächste Monat wird ganz im Zeichen von »Prag kennen lernen« stehen. Es gibt noch so viele Ecken, die wir nicht kennen und die ersten Besucher aus Deutschland haben sich schon angekündigt.

Ich hoffe, ein paar neue Aufträge rein zu kriegen – und einen Co-Working Space zu finden. Wir sind jetzt beide freiberuflich, beziehungsweise arbeiten von Zuhause aus, da kann man sich schon mal auf die Nerven gehen 😉

Und dann steht natürlich auf dem Plan, aus unserer Wohnung ein richtiges Zuhause zu machen. Ein Heim, in dem man sich wohlfühlen kann. Ich habe es nämlich statt, wie in Kapstadt immer nur zwischen den Stühlen zu wohnen, weil der Mietvertrag nur für 6 Monate gilt und ich nie weiß, ob er verlängert wird.

Ach ja… und dann ist da die Sache mit den Freunden. Man vergisst schnell mal, wie schwierig es ist, Menschen zu finden, mit denen man klickt, wenn man schon Freunde hat. Aber: Es ist schwierig. Die paar Meet-ups, die wir bisher besucht haben, waren nicht so ganz überzeugend. Die nächsten Male wollen wir es also mit Couchsurfing versuchen – und vielleicht lerne ich genauso tolle Menschen kennen, wie in Kapstadt!

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»So here you are
Too foreign for your home
Too foreign for here
Never enough for both«

 

Gibt es was an unserem Auswanderer-Leben hier in Prag, das euch besonders interessiert?
Lasst es mich in den Kommentaren wissen 🙂

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist Journalistin, arbeitet aber momentan im Projektmanagement und bloggt hier über ihre Auswanderer-Erlebnisse in Südafrika. Bevorzugt hält sie sich irgendwo in direkter Nähe zum Meer auf.
Kathi Daniela


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