Speechless

by Kathi Daniela

Mir fehlen die Worte. Sie sind stecken geblieben. Verloren gegangen wie sonst immer nur Koffer. Irgendwo in transit zwischen Cape Town, Istanbul und Nürnberg. Zwischen Security Check, Passkontrolle, einer Macaroni Casserrole und Gate A4.

Ich kann meine Gedanken nicht mehr hören. Der Schnee vor meinem Fenster lässt sie verstummen. Die Erinnerung an weichen Sand unter meinen Füßen weggefroren, mit einer Schicht Ungläubigkeit und Eiskristallen überzogen. Ich brauche den Blick in den Spiegel, um meine Bräune zu sehen, um zu erkennen, dass es wahr ist, dass ich noch da bin.

Wer glaubt, einmal Abschied zu nehmen sei schwer, der sollte den gleichen Abschied ein zweites Mal nehmen. Es tut nicht genauso weh. Es tut anders weh. Es ist wie ein Auffahrunfall bei 50 km/h. Der ganze Körper schmerzt, alles Prellungen und blaue Flecken. Beim Aufprall bleiben der Atem und die Sprache weg. Und danach: Nichts. Leere. Stille. Gefühle abgetötet mit Rotwein und Ibuprofen. Arctic Monkeys auf Anschlag.

Man sollte sein Herz nicht an einen Ort verlieren, der 10.000 Kilometer entfernt ist.

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