[:en][Travel Stories] Flughafen-Freundschaften[:de]Travel Stories — Flughafen-Freundschaften[:]

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It’s four thirty, I landed in Jo’burg 30 minutes ago. My connection flight is at half past eight, so there’s quite some time to kill at the airport. I’m scuffing through the airport, eyes locked on the floor. Locked on the floor because they are red from cyring and my face looks hungover and my hair is unwashed and greasy. I look quite exactly how I fell: Pretty shitty!

A couple of guys ask me if I want them to carry my hand luggage. I put them off with a tired smile. »No, thanks guys.«. »You alright, Ma’am?«, one of them asks me, not looking for some rands but for a little chat. »How could I? I′m leaving.«, I say and he nodds understandingly although I’m pretty sure he never left Jo’burg farther then to go to Pretoria, and surely not on a plane.

I smoke a cigarette in front of the airport. The air is hot and sticky and suddenly I feel the urge to call my mom. Who doesn’t get that feeling when being all alone and feeling like the last person on the planet? But I’m 10.000 kilometers away from home and I’m all grown-up and so I put the phone back into my pocket and walk back in for a coffee. There’s not many things on earth, a hot cup of coffee can’t make at least more bearable. That’s when I meet the Lloyds.

 

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Quelle: Kaihsu / Wikimedia Commons

They sit down on the table next to me and eye the pathetic picture of misery I am for a moment before they ask: »You wanna sit with us?« I do! Grateful I am leaving my lonely table to sit with the elderly couple and their son. We don’t have much in common but it’s enough. We share the love for South Africa – and dinner. She is on the way to Spain where she wants to meet her daughter to walk the Camino de Santiago. The South African looks frail and thin. She’s already sixty. I’m impressed! He tells me that he’s love to go with her right now. He’s going to miss his wife, he says. But he and their son will join the girls later in Santiago de Compostela. It feels like we’ve been knowing each other for years although we only met a couple of minutes before.

They won’t let me pay the wraps I had for dinner. Instead they show me pictures of their daughter in Europe, tell me my English is fabulous and ask me if their home country isn’t the most beautiful place I have ever seen. It is! I start crying again. Why is leaving so hard? Their son – a couple of years older than me and clearly with a down-syndrom – notices my tears. Awkwardly he rummages through his bag and draws out his smartphone. »Good music! Listen to this, makes you feel better!« He shows my a band picture. It’s Distrubed. I can’t help but smile. Hardrock always makes me feel better. I write down the name on a handkerchief and put it in my pocket. We hug goodybe.

And the last thirty minutes before boarding I don’t feel any tears dwelling up. There’s a smile on my face. South Africa said goodbye, but it said goodbye in a way that makes me want to come back even more. And that’s what I am going to do.


This is a contribution to  Ariane’s contest »travel meetups« . I have made a lot of acquaintances while traveling. But meeting the Lloyds in Johannesburg at the airport moved me most. Maybe this story is nothing special for you, but I wanted to share it anyways.

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Es ist 16.15 Uhr und mein Flug ist vor 30 Minuten in Johannesburg gelandet. Erst um halb neun fliege ich weiter und habe somit fast fünf lange Stunden zu überbrücken. Mit gesenktem Kopf schlurfe ich durch die Flughafenhalle  – gesenkt, weil meine Augen verheult sind und weil mein Gesicht verkatert aussieht und meine Haare nicht gewaschen, sondern zu einer Duschknolle zusammengeknüllt sind. Ich sehe ziemlich genauso aus, wie ich mich fühle: So richtig scheiße!

Ein paar Jungs kommen angeeilt, wollen mir meine Handgepäcktasche abnehmen, doch ich winke sie nur mit einem abgerungenen Lächeln zur Seite. »You alright, Ma′am?«, fragt einer von ihnen, der sich auch ohne die Aussicht auf ein paar Rand, so doch zumindest ein Gespräch erhofft.»How could I? I′m leaving.«, erwidere ich und er nickt verstehend, obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass er vermutlich noch nie weiter aus Jo′berg weg gekommen ist als bis nach Pretoria und dass er vermutlich auch noch nie in einem Flugzeug gesessen ist.

Ich rauche eine vor dem Flughafengebäude. Die Luft ist stickig und heiß und ich verspüre den dringenden Drang, meine Mama anzurufen. Wer tut das nicht, in dieser Situation, in der man sich so alleine fühlt, wie der letzte Mensch auf der Welt? Doch weil ich 10.000 Kilometer von Zuhause entfernt und außerdem erwachsen bin, stecke ich das Handy wieder in die Hosentasche und entscheide mich stattdessen für Kaffee. Es gibt fast nichts auf der Welt, das eine heiße Tasse Kaffee nicht zumindest erträglicher machen kann. Und dann lerne ich die Lloyds kennen.

Sie setzen sich an den Restauranttisch neben mich und beäugen meine armselige Erscheinung nur ein paar Sekunden, bevor ich die Frage vernehme: »You wanna sit with us?« Dankbar verlasse ich meinen einsamen Restauranttisch und geselle mich zu dem älteren Ehepaar und ihrem Sohn. Sie teilen mit mir nicht nur das Verständnis über die Liebe zu Südafrika, sondern auch ihr Abendessen und spannende Geschichten über ihr Leben. Die Mutter ist auf dem Weg nach Spanien zur Tochter – den spanischen Teil des Jakobswegs wollen sie wandern. Die Südafrikanerin ist schmal und wirkt zerbrechlich. Ich bin fasziniert. Er tue sich ja nur schwer, sie gehen zu lassen, tönt ihr Mann. Aber er würde mit Sohn noch nachkommen. Es ist, als würden wir uns schon seit Jahren kennen, dabei haben wir uns vor Minuten zum ersten Mal gesehen. Sie lassen mich die Wraps, die ich gegessen habe, nicht bezahlen. Zeigen mir Bilder von ihrer Tochter im aufregenden Europa, loben mein Englisch und fragen mich, ob ihr Heimatland nicht das Schönste der Welt ist. Ich muss schon wieder weinen. Der Sohn – bestimmt ein paar Jahre älter als ich, wegen seines Down-Syndroms bisher aber sehr schweigsam – bemerkt meine Tränen. Unbeholfen wühlt er in seiner Tasche, zieht sein Handy raus und deutet auf ein Foto: »Good music! Listen to this, makes you feel better!« Es ist Distrubed. Nichts, was mir jetzt unbedingt helfen würde. Doch die Geste berührt mich sehr. Ich schreibe mir den Bandnamen auf eine Serviette, stecke sie ein und wir umarmen uns zum Abschied.

Und als ich für die letzte halbe Stunde vor meinem Boarding alleine am Restaurattisch zurückbleibe sind meine Tränen versiegt. Ein Lächeln zieht über mein Gesicht. Ich bin mir sicher: Ich werde auf jeden Fall zurückkehren in ein Land mit so freundlichen Menschen. In ein Land, dass mich so liebevoll verabschiedet wie die Lloyds.


Bei Maribel habe ich gelesen, dass Ariane von Heldenwetter wieder zur Blogparade aufgerufen hat. Motto? Reisebegegnungen. Mir würden noch tausend andere einfallen, doch die Begegnung mit den Lloyds am Flughafen von Johannesburg war definitiv die, die mich am meisten berührt hat – vielleicht ist sie für euch gar nichts Besonderes, teilen wollte ich sie trotzdem.

 

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