[:en][Das Wort zum Sonntag] Zwei Wochen Kapstadt…[:de]Kapstadt-Kolumne #3 — Zwei Wochen Kapstadt…[:]

[:en][Das Wort zum Sonntag] Zwei Wochen Kapstadt…[:de]Kapstadt-Kolumne #3 — Zwei Wochen Kapstadt…[:]

[:en]

I’m tired and can barely keep my eyes open while I stand beside the luggage carousel waiting for my suitcase. Why is traveling always so exhausting, even if you could sleep on the plane? A grey and a green suitcase pass by me for the third time and although I was assuming it before already, I am now pretty sure that my suitcase was not on the same flight as me. A security lady approaches me. Sympathetically she shows me the way to the Turkish Airlines Office. »You can claim your baggage there, Miss.« I am too tired to be upset. I am just happy to finally be in South Africa. I just made my flight to Cape Town last call. No wonder my luggage didn’t make it. The guy at the counter asks for my contact dates, how my suitcase looks like and where I’m staying. »Oh, Sedgefield…We have to put your luggage on a flight to George first and then drive it down to Sedgefield. That could take a couple of days.« Although I told myself not to become upset, I feel slightly desperate now. My whole life is in that suitcase that’s now somewhere in Istanbul. Memories, books – and my shampoo, shower gel and underwear. Fabulous…

Welcome to Africa!

Luckily, my travel buddies in Sedgefield provide me with boxer shorts and a shirt to sleep in, shampoo, tooth paste and socks. So, how does it feel to be on holidays with twenty people you don’t know – apart from one person? It’s absolutely marvellous! I spent my first days in Africa hiking, going to craft markets and talking to people from all continents. Talking about politics, sports and traveling, about different cultures and why they still feel similar. Playing pub quizzes and Guess the secret word. We had braai, space brownies and nights under the stars, so dark that you can see the milky way glistening. We had days on the beach – just sitting around and enjoying to be here.

13924961_10157273252740182_8948076263009491778_n

13920976_10157273256420182_3662520647034959605_n

13934797_10157273255295182_6607831016345151679_n

So, after five days I did not only make new friends, I also feel like I’m here in South Africa for much longer. As we drive into the sunset on Tuesday evening, I get the feeling of coming home. Coming home to Cape Town. After nine months of longing, yearning and lovesickness, I can finally spot Table Mountain’s silhouette at the horizon, covered in pinkish clouds. I feel bubbly with excitement.

Oh, Cape Town…how I missed you.

And now, two weeks later, I’m still in bed, hung over on a Saturday morning. The South African sun shines bright today, the sky shows its special blue – the one you can only see here. Two weeks Cape Town – they feel like a crazy holiday to me. A colourful kaleidoscope of people and places and good food and fabulous wine and too many cigarettes. I am here, in Cape Town. And we just start to get to know each other again. Although Cape Town is still the city I fell in love with last year, we just started dating from anew. Some reality is shining though the rose-coloured glasses I have been wearing until now. But still: It’s going well with the two of us. This could be something serious!

20160809_181843

20160807_133354_019

13879451_10157273255970182_7260859925623738951_n

13895042_10157279422485182_7990998845602901027_n

,

[:de]

Ich stehe müde am Gepäckband – warum ist fliegen nur immer so anstrengend, selbst wenn man eine Reihe für sich hat? – und starre den grünen und den grauen Koffer an, die nun zum dritten Mal an mir vorbei fahren. Ich weiß, dass mein Koffer nicht mehr kommen wird, trotzdem bleibe ich stehen, bis das Gepäckband anhält. Eine nette Security-Beamte deutet auf das Turkish Airlines Office am Ende der Gepäckhalle. »You can claim your baggage there, Miss.« Ich bin zu müde und zu froh, endlich in Südafrika zu sein, um mich noch aufzuregen. Schließlich habe ich auf wortwörtlich den letzten Sprung meinen Flug in Istanbul noch erwischt. Irgendwie klar, dass mein Koffer es nicht geschafft hat. Ich gebe meine Kontaktdaten an, wie mein Koffer aussieht und meine Adresse. »Oh, Sedgefield«, der nette Beamte wiegt den Kopf, »We have to put your luggage on a flight to George first and then drive it down to Sedgefield. That could take a couple of days.« Jetzt macht sich doch leichte Verzweiflung in mir breit – mein ganzes Leben ist in dieser harmlosen Reisetasche, die irgendwo in Istanbul am Flughafen rumsteht. Erinnerungen, Bücher – und vor allem mein Shampoo, Duschgel und Unterwäsche zum wechseln. Fabelhaft.
:

Welcome to Africa!

Ich werde glücklicherweise von meinen Reisebegleitern für ein langes Wochenende in Sedgefield liebevoll mit Boxershorts und T-Shirts zum Schlafen, Shampoo, Zahnpasta und Socken zum Wechseln verwöhnt. Wie es ist, mit 20 Leuten in Urlaub zu fahren, von denen man genau eine einzige Person kennt? Fabelhaft!  Ich habe die ersten Tage in Afrika mit Wanderungen und Craft-Market-Besuchen verbracht. Mit Gesprächen mit Personen von allen Kontinenten dieser Welt. Über Politik und Sport und einfach Reiseerfahrungen. Über Kulturen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Mit Pub Quizzes und Tabu. Mit Braai und Space Brownies, mit Nächten unter dem Sternenhimmel, in denen man die Milchstraße sehen kann und mit Tagen am Strand – faul dasitzen, die Wintersonne ins Gesicht scheinen lassen und genießen, hier zu sein.

13924961_10157273252740182_8948076263009491778_n

13920976_10157273256420182_3662520647034959605_n

13934797_10157273255295182_6607831016345151679_n

Nach fünf Tagen habe ich nicht nur neue Freundschaften geschlossen, ich habe auch das Gefühl, schon ewig hier zu sein, in Südafrika. Als wir Dienstagabend in den Sonnenuntergang fahren, fühle ich mich, als würde ich auch nach Hause kommen. Zurück nach Kapstadt! Nach neun Monaten Sehnsucht, Liebeskummer und In-Erinnerungen-Schwelgen taucht die Silhouette des Table Mountain am Horizont auf, in rosarote Watte gepackt, und in mir steigt die Vorfreude hoch, wie Blubberblasen in einer Dose Sprite.
:

Oh, Cape Town…how I missed you.

Und jetzt, zwei Wochen später liege ich Samstagvormittag verkatert im Bett. Die südafrikanische Sonne strahlt von einem Himmel, der so blau ist, wie ich es bisher nur in Afrika gesehen habe. Wie kommt es, dass das blau hier blauer ist und die Farben satter? Zwei Wochen Afrika! Und noch kommt es mir vor wie ein verrückter, abgedrehter Urlaub. Ein buntes Kaleidoskop aus Menschen und Orten und gutem Essen, fabelhaftem Wein und zu vielen Zigaretten. Ich bin hier, in Kapstadt. Und wir fangen gerade an, uns wieder besser kennen zu lernen. Beginnen von Neuem zu daten. Kapstadt ist noch die Stadt, die ich vor über einem Jahr kennen gelernt habe. Na gut, vielleicht nicht ganz. Meine rosarote Brille hat ein paar Realitätsstreifen bekommen. Und dennoch: Es läuft gut mit uns beiden! Wirklich, das könnte was Ernsthaftes werden, soviel kann ich mit Sicherheit sagen.

20160809_181843

20160807_133354_019

13879451_10157273255970182_7260859925623738951_n

13895042_10157279422485182_7990998845602901027_n

,

[:]

Kathi Daniela

Kathi Daniela

Kathi ist freie Redakteurin und Travel-Bloggerin. Sie hat insgesamt eineinhalb Jahre in Südafrika und ein Jahr in der Tschechischen Republik gelebt. Am liebsten hält sie sich irgendwo in der Nähe vom Meer auf
Kathi Daniela

Letzte Artikel von Kathi Daniela (Alle anzeigen)



2 thoughts on “[:en][Das Wort zum Sonntag] Zwei Wochen Kapstadt…[:de]Kapstadt-Kolumne #3 — Zwei Wochen Kapstadt…[:]”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen