Kapstadt-Kolumne #5 — Einmal WiFi bitte

Blick von einem WiFi-losen Balkon. Braucht man ja bei diesem Augenblick aber auch (fast) nicht.

Die Geschichte beginnt am 20. Oktober 2016 mit meinem Umzug.

Ja, meine neue Wohnung hat einen Blick auf den Tafelberg und den Hafen – und wenn ich mal ein bisschen angeben darf, dann haben das nicht einmal die Leute in Camps Bay. Wir haben eine gemütliche Terrasse, wir haben ein riesiges Wohnzimmer, wir haben ein bequemes, neues Bett und wir haben immer gerne Gäste …

 

Nur eines haben wir nicht: Internet!

Und da liegt nun wirklich nicht nur ein Hund begraben, sondern gleich eine ganze Elefantenherde. Denn Surf-Sticks sind in Südafrika Fehlanzeige. Gibt’s nicht, haben wir nicht. Den sämtlichen Internet- und Telefonanbietern diese Neuigkeit zu entlocken, hat uns schon gut eine Woche gekostet. Warum? Weil in Südafrika ein klares »Nein« nun mal vermieden wird. Niemand will ja schließlich unhöflich sein.

 

Gut, Internet-Stick runter von der Liste. Wie wäre es mit WiFi teilen?

Da gibt es in Südafrika jetzt ein super Konzept: Capped WiFi nennt sich das und verhindert, dass sich jeder mit seinem Nachbarn einfach einen überteuerten Router für 600 Rand im Monat teilt. Das Konzept ist einfach: Zur Verfügung stehen dir im Monat 10, 20 oder 100 GB – und wenn die weg sind, dann war’s das auch mit dem Online-Leben. Da hortet natürlich jedermann jedes Gigabyte.

Die internetlose Odysee ging dann weiter mit dem finden eines Telefon- und Internetkabels in der Wohnung. Ob’s das schon gibt? Konnte uns bei Telkom keiner sagen. Nach einer weiteren Woche hin und her mit der Customer Service Hotline Erleichterung: Das Kabel ist da! Können wir nun einfach Internet haben? Oh nein!

 

Denn wir haben keine Telefonnummer.

Seit drei Wochen also liegt unsere Bewerbung um eine Telefonnummer bei Telkom. Was wir dazu abliefern mussten? In etwa so viele Dokumente wie bei einer Heirat. Dass sogar das 24-monatige Zusammenleben mit einem Internetanbieter nicht unbedingt die erste Wahl für viele ist, sei dabei mal ganz außen vor gelassen.

Falls uns gnädigerweise – nach eingehender Prüfung unserer Kontostände, letzten Wohnorte, jetzigen Wohnorte und Jobs – eine Telefonnummer gewährt wird, dürfen wir uns um die Einrichtung von unserem Internet bemühen. Die Lieferung eines Routers dauert bis zu acht Wochen …

 

Nun, das Offline-Leben hat ja auch seine Vorzüge: Glücklicherweise ist Sommer in Kapstadt und wir verbringen die Zeit außer Haus. Die gesamte Kap-Halbinsel zu erkunden, ist im Moment mein vorrangiges Ziel. Schlecht ist das nur für meinen Blog. Ich entschuldige mich also mit dieser Kolumne noch mal für die momenante Funkstille, aber im Internetcafé oder einem coolen Hipster-Coffee-Spot mit WiFi die Blogartikel zu bearbeiten, hochzuladen, Bilder zu suchen und zu editieren, dazu fehlt mir schlicht die Zeit –  und das Geld. 

Ich weiß, ich habe viele Leser verloren, aber ich bedanke mich bei denen, die mir treu bleiben und ich verspreche euch: Es dauert nur noch bis zu acht Wochen … und in denen sammle ich sehr fleißig Material, versprochen 😉

2 Gedanken zu „Kapstadt-Kolumne #5 — Einmal WiFi bitte“

  1. Na, du hast wenigstens n Grund nichts von dir hören zu lassen, Das ist bei anderen* anders.
    Ich wünsche dann schonmal schöne Weihnachten und einen guten Rutsch 😉

    *mir

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