Kapstadt-Kolumne #6 — Found myself a new home

Die Jacaranda-Bäume blühen, die Bougainvillea leuchten in strahlenden Farben und die Sonne gewinnt jeden Tag an Kraft. Es ist Frühling in Kapstadt – und fast jeden Tag fegt der Southeaster, der starke Süd-Ost-Wind durch die Stadt, weht die Röcke der Touristinnen nach oben und macht es unmöglich, gemütlich am Strand zu liegen.

Ich mag den Wind, er bringt frische Luft in die engen Straßen, vertreibt den schweren Gestank der Abgase und nach Müll, der manchmal in den Straßen liegt und bringt ein Gefühl des Neuen mit sich. Wie der Frühlingswind eben so ist. Und während der Southeaster seinen Dienst tut an der versmogten Luft in der City Bowl, fühlt sich auch mein Leben nach Neuem an.

Nach drei Monaten Zuhause sein, wo ich nicht Zuhause bin, ist eine Überraschung

Eine Überforderung manchmal. Das Leben ist so normal Anderswo, dass es manchmal gruslig ist. Die Probleme ändern sich nicht. Die fröhlichen Momente bleiben die gleichen Momente, die ich auch in Deutschland geliebt habe. Nur das Setting ist ein anderes. So, als würde GZSZ plötzlich auf Hawaii spielen – wo wäre der Unterschied? Höchstens darin, dass die Akteure öfter an den Strand gehen. Oder vielleicht noch in Hautfarbe und Sprache.

Und ich frage mich: Wenn es so einfach ist, sich Zuhause zu fühlen, an einem Ort, der nicht Zuhause ist. Und wenn es so einfach ist, sich Veränderung zu wünschen, an einem Ort, der ganz anders ist – was ist dann überhaupt die feste Konstante in meinem Leben? Oder ist es doch einfach wie der Southeaser – unbeständig und wandelbar?

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