[:de]Kapstadt-Kolumne #10 — Luxusprobleme einer Auswanderin[:en]Kapstadt-Kolumne #10 — Sad song of a rain-loving expat[:]

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Manchmal vermisse ich den Regen.

Ja, ganz im Ernst. Ich vermisse es, aufzuwachen und aus dem Fenster zu schauen und nichts zu sehen als grau. Tiefhängende, graue Wolken. Menschen mit grauen Gesichtern auf der Straße. Grauer Asphalt auf dem sich die ersten Pfützen bilden. Und Regen, so beständig, dass ich die einzelnen Tropfen deutlich erkennen kann.

Es regnet nicht oft hier in Kapstadt. Und wenn doch einmal, dann nur für fünf Minuten. Dafür ist es windig. Ich mag ihn nicht, den Wind. Manchmal ist er so stark, dass ich Mühe habe, die Haustür zu öffnen. Oder zuzumachen. Da ist mir der Regen lieber.

Ich vermisse es, aus dem Fenster zu schauen, den Regen zu sehen und einfach nur Zuhause zu bleiben. Mit einer heißen Tasse Tee. Auf der Couch, meine Lieblingsserie auf Repeat. Essen bestellen. Oder aus den Resten was zaubern, die noch im Kühlschrank zu finden sind. Hier findet das Leben draußen statt. Das ist super. Ich liebe den Strand, ich liebe Parks. Ich liebe es, in der warmen Abendluft ohne Jacke um 10 Uhr nachts draußen vor einer Bar zu sitzen und eine Zigarette zu rauchen. Ich liebe es unterwegs zu sein. Doch manchmal vermisse ich den Regen, das einigeln. Das Besinnen, die Ruhe.

Ich vermisse es, das Fenster zu öffnen und den Duft von nassem Asphalt und frischer, feuchter Erde einzuatmen. Ich vermisse den Geruch von reingewaschener Luft. Ich vermisse, wie sauber die Straßen und die Häuser nach einem Regenguss aussehen. Reingewaschen. Fast wie neu. Hier ist Staub überall. Staub auf meinem Auto, Staub auf den Fensterscheiben, Staub, den wir in die Wohnung tragen. Der Signal Hill hinter unserem Fenster brennt. Es ist kaum genug Wasser da, die Flammen zu löschen.

Ich vermisse es, wie ein kleines Kind in Pfützen zu treten. Ich vermisse die Freude, die ich verspüre, wenn nach einem Regentag die Wolken langsam aufbrechen und die Sonnenstrahlen anfangen, in den Pfützen auf dem Gehweg zu tanzen. Ich vermisse das Wertschätzen der schönen Tage, die viel zu selten sind.

Und wenn es dann doch in Kapstadt mal regnet – schimpfe ich aufs Wetter.

Foto: Gabriel Santiago/Unsplash.com

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Sometimes, I miss the rain.

I am serious. I miss waking up and seeing nothing but grey when I look out the window. I miss dark, grey clouds that cover the tips of the skyscrapers. People with grey faces on the streets. Grey asphalt, sprinkled with puddles. I miss rain so steady that you can actually see the raindrops falling one by one.

It’s not raining often here in Cape Town. And if so, then it’s only drizzling a bit for five minutes. It’s windy instead. Sometimes so windy that I can barely open my front door. Really, I don’t like the wind. I would prefer some rain.

I miss looking out of the window, seeing the rain and deciding to stay home for the day. Snuggling onto the couch with a hot cup of tea in my hand, netflixing my favorite series, ordering food. Here, life happens outside of the house. Which is awesome as well. I love going to the beach or the park. I love to sit outside at 10 at night without needing to wear a jacket. I like sipping cocktails at a bar, smoking a couple of cigarettes and having a good chat with friends. I love going out. But sometimes I miss the rain, the quiet.

I miss the smell of wet asphalt and soil when you open the window. I miss the smell of fresh air. I miss how clean the streets and houses look after it has been raining the whole day. Here, there’s dust everywhere! Dust on my car, dust on the windows, dust on our shoes and in our apartment. Signal Hill behind our house is burning. There’s barely enough water to extinguish the flames.

I miss jumping in those puddles like a child. I miss how happy I feel when the sun comes out after a day of rain. I miss how the first sun rays are dancing on those soaking wet streets. I miss cherishing those beautiful days that are way to rare to not be enjoyed.

But when it’s finally raining in Cape Town – I complain about the weather.

Foto: Gabriel Santiago/Unsplash.com

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