Nachhaltig Reisen: Fünf Tipps

Nachhaltig Reisen: Fünf Tipps

Natur mitten in der Stadt: Prag

Die letzten Jahre waren intensiv. Nicht nur von allen Erlebnissen, sondern auch reiseintensiv. Und je mehr ich unterwegs war, umso mehr wachte irgendwie mein Umweltbewusstsein auf. Spätestens mit der Pressereise nach China wurde mir bewusst – krass, da werde ich einmal um die halbe Welt geflogen, um ein paar Fotos zu machen und einen Werbeartikel zu schreiben. Das ist so eine Ressourcenverschwendung!

Und dann lernte ich in China auch noch die wunderbare Ute von bravebird kennen, mit der ich mich ganz viel über Nachhaltigkeit unterhalten habe und mir wurde bewusst: Ich will das auch. Ich will mehr über mein Reisen, über meinen Konsum, überhaupt über meinen Platz hier in dieser Welt nachdenken.

Und ich möchte gerne mit euch teilen, wie ich Nachhaltigkeit beim Reisen für mich seitdem umgesetzt habe.

#1 Zug statt Flug...

… oder Auto. Oder Bus. Kurz gesagt: Umweltbilanztechnisch ist eigentlich so gut wie alles noch besser als fliegen.  Fliege ich beispielsweise von München in mein geliebtes Kapstadt, dann verbraucht das krasse 5.148 kg CO₂! Zum Vergleich: Das klimaverträgliche Jahresbudget an eines Menschen liegt bei 2.300 kg CO₂ (Werte von atmosfair.)

Heißt also, dass ich mit so einem Flug schnell mal zwei Jahre meines CO₂-Budgets aufbrauche – und dann aber noch nicht Auto gefahren bin, Fleisch gegessen und Plastikflaschen gekauft habe. Ganz schon krass, wenn man darüber nachdenkt, oder? Ich gebe zu, ich verdamme ja keinen, der fliegt. Ich fliege ja selber und das nicht nicht zu selten. Aber ich versuche, es zu reduzieren, wo ich kann. Gerade innerhalb Europas geht das überraschend gut.

Übers Wochenende mit dem Auto nach Kopenhagen. Am besten auf Blablacar noch jemanden mitfahren lassen. Überhaupt checke ich immer als erster die Carsharing-App, um zu sehen, ob ich bei jemandem mitfahren kann. Meine Tipps: Ich fahre gerne mit Frauen, die sind meist vorsichtiger auf der Straße unterwegs und achte auf gute Reviews, was Pünktlichkeit und Fahrverhalten angeht.

Auch mit dem Zug gibt es oft gute Sparpreise, die sich lohnen können, wenn ihr weiter im voraus schon planen könnt. Für 20 Euro von Hamburg nach München? Locker drin, wenn man ein paar Monate vorher bucht. 

Eine meiner liebsten Webseiten, um die unterschiedlichen Transportmöglichkeiten von einem Ort zum anderen zu vergleichen, ist übrigens rome2rio, dort seht ihr Carsharing, was es kostet mit dem eigenen Auto zu fahren, Bus, Zug und Flug im Vergleich.

Und auch, wenn das natürlich keine Dauerlösung ist und Umweltschäden nicht total ausgleicht: 

Für Flüge lässt sich auf einigen Webseiten eine CO₂-Kompensation zahlen. Die fließt dann in Umweltschutzprojekte. Für meinen Flug nach Kapstadt wären das zum Beispiel 120 Euro, die Unternehmen wie atmosfair dann in Wasserenegie, Solarenergie oder Umweltbildung stecken.

Teefelder in China

#2 In Europa bleiben

Okay, zugegeben, meine Reiseliste ist echt super lang und sie beinhaltet auch ziemlich viele Destinationen in Afrika oder Südamerika. Allerdings habe ich mir gedacht: Müssen es denn jedes Jahr ein oder zwei krasse Fernreisen sein? 

Und diese Frage kann ich für mich klar beantworten: Nein, das muss nicht sein. Ich war dieses Jahr viel unterwegs, ich bin auch dieses Jahr geflogen, keine Frage. 

Aber ich war in Spanien, in Rumänien, in Bosnien, in den Niederlanden, in Dänemark und unheimlich viel in Deutschland unterwegs – und viele Reisen davon habe ich mit dem Bus gemacht oder mit dem Auto. 

Das ist manchmal ein bisschen langwieriger und natürlich auch nicht so exotisch. Aber ganz ehrlich: Ich bin ein bisschen verliebt in Europa – und auch, wenn ich mich auf den Urlaub in Südafrika nächstes Jahr schon tierisch freue, war es für mich ganz okay, dieses Jahr einfach auf dem Kontinent zu bleiben! 

Hier findet ihr auch ein paar Inspirationen zu Städtetrips in Europa.

#3 Nachhaltig schlafen

Ich buche am liebsten Airbnbs für die Reise. Sie geben mir die größte Flexibilität: Ich kann mich selbst versorgen und gleichzeitig Locals unterstützen.

Allerdings ist hier Vorsicht geboten! In sehr vielen Touristenhochstädten herrscht inzwischen Wohnungsknappheit, da Wohnungs aufgekauft und über Airbnb an Touristen vermietet werden. Diese Wohnungen haben mit dem Prinzip von Airbnb nichts mehr zu tun, es sind quasi kleine Hotels. 

Einen tolle Guide, wie ihr solche Airbnbs identifizieren könnt und was man bei Airbnb-Buchungen vermeiden sollte, findet ihr auf Bravbird.

Gelegentlich nutze ich privat auch ganz gerne mal Couchsurfing, hier kann ich sicher sein, wirklich bei einem Local zu übernachten – natürlich ist diese Art der Übernachtung aber auch kostenlos und birngt jetzt den Locals direkt nichts ein.

Ansonsten gibt es natürlich noch die Möglichkeit,  über umweltbewusste Portale zu buchen, wie bookitgreen oder ecobnb. Ich versuche dabei immer nicht nur auf nachhaltiges Wohnen zu achten, sondern auch auf lokales Engagement – sind Locals eingestellt? Werden lokale Produkte verwendet? 

Aber hier finde ich auch noch meine Balance.

Auf dem Markt in Rumänien

Internet sei Dank gibt es inzwischen wirklich zahlreiche Möglichkeiten, sich über nachhaltiges Reisen zu informieren. Hier ein paar meiner liebsten Informationsquellen:

Der Blog Bravebird von Ute Kranz. 

Ute setzt sich auf ihrem Blog kritisch mit dem Reisen auseinander und ihre Artikel geben mir dabei jedes Mal unglaublich viele neue und nützliche Informationen, beispielweise worauf man bei AirBnB-Buchungen achten sollte, warum man keine Kreuzfahrt buchen sollte und warum ein Urlaub auf Bali keine gute Idee ist.

Das Instagram-Profil von Madeleine aka DariaDaria

Wenn es um Nachhaltigkeit geht, dann ist Madeleine vermutlich eine der ersten Adressen überhaupt. Ihr Profil dreht sich nicht ausschließlich ums nachhaltige Reisen, sondern um Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Allgemeinen. Aber gerade deswegen es ist echt einen Blick wert!

Das Reiseportal Fair Unterwegs

Ich bin auf dieses Portal erst vor Kurzem gestoßen und kann deshalb noch keine richtige Meinung dazu abgeben. Allerdings gibt es hier wertvolle Informationen für viele Reiseländer, man kann seinen ökologischen Fußabdruck berechnen und sich viele allgemein Tipps zum Reisen ansehen.

#4 Infos sammeln

Lokale Shops in Bosnien

#5 Fair bleiben

Und damit meine ich gegenüber der Locals. Ich kann es gar nicht haben, wenn Menschen in einem bettelarmen Land noch um den letzten Cent feilschen, der Klofrau ein paar Münzen verweigern, knausriges Trinkgeld geben (außer natürlich, es ist kulturell nicht angebracht, Trinkgeld zu geben) oder sich sonst wie respektlos gegenüber Menschen verhalten, die viel weniger haben.

Ja, ich war auch manchmal genervt, wenn der zehnte Parking Guard in Kapstadt um Geld gebeten hat, weil er angeblich mein Auto bewacht hat. Ich weiß aber auch, dass mir die 50 Cent, die ich ihm in die Hand drücke, wirklich nicht weh tun. Klar, wenn jemand mich bedroht, bedrängt oder sehr aufdringlich ist, dann ist das etwas anderes.

Aber gerade in Entwicklungsländern diese kleinen Industriezweige zu unterstützen, die Menschen sich für ihren Lebensunterhalt aufgebaut haben, das sollte man schon hinkriegen.

Unberührte Natur in Bosnien

Und das meine ich ganz wörtlich. 

Ich meine damit, auch mal nicht auf den Reiseführer oder Google Trips zu hören, Hotelbunker und Restaurants mit laminierten Speisekarten zu meiden und aus den Gassen schnell zu verschwinden, denen sich ein Souvenirshop an den anderen reiht.

Denn wer in versteckten Restaurants isst oder in kleinen Shops einkauft, der unterstützt damit wirklich die lokale Wirtschaft und keine großen Ketten. Und ein riesiger Nachteil dabei ist auch, wirklich etwas vom Reiseziel zu entdecken, die Atmosphäre aufsaugen zu können und eine Möglichkeit zu bekommen, ins Leben der Locals zu schauen.

#6 Andere Wege gehen

Welche Tipps zum Nachhaltigen Reisen setzt ihr bereits um?
Ich freue mich über Ergänzungen.



2 thoughts on “Nachhaltig Reisen: Fünf Tipps”

  • Liebe Kathi,
    sooo toll, vielen lieben Dank für diese lieben Worte und die Empfehlung meiner Artikel! <3 <3 Da all diese Themen mit Einschränkung verbunden sind, sind sie logischer Weise unbequemer, daher Danke ich dir, dass du dich dem Thema auch widmest! Ich habe mich übrigens auch sehr gefreut, dich kennengelernt zu haben und freue mich darauf, wenn wir uns bald irgendwo irgendwann mal wiedersehen 🙂
    Ganz liebe Grüße!
    Ute

    • Danke dir, liebe Ute! Ohne dich hätte ich mich vermutlich wesentlich länger drum gedrückt, diesem Thema viel mehr Aufmerksamkeit zu schenken! Ich freu mich auch schon drauf! 🙂 Alles Liebe, Kathi

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