2018 Recap

2018 Recap

Es ist der 30. Dezember und obwohl ich mir vorgenommen habe, schon viel früher mit diesem Jahresrückblick anzufangen, mir Zeit zu lassen beim Schreiben, richtig zu reflektieren, ist es jetzt doch wieder nur noch ein Tag bis zum neuen Jahr. Und es ist nicht so als müsste dieser Jahresrückblick jetzt zwingend bis zum 31. Dezember fertig werden, so ein großer Einschnitt ist Silvester für mich einfach nie, aber trotzdem symbolisiert es ganz gut, wie das Jahr eigentlich gelaufen ist.

Ich hatte vieles vor und habe nicht so vieles davon umgesetzt. Das hatte nichts mit Faulheit oder Prokrastination zu tun, aber das ganze Jahr war geprägt von zwei Umzügen, unserer Hochzeit und irgendwie – Wachstumsschmerz. Noch mehr in dieses Eheleben hineinwachsen, in dieses echte Berufsleben mit einem Job, der mich ausfüllt. Noch mehr hineinwachsen in die Tatsache, Freunde an so vielen unterschiedlichen Orten zu haben und akzeptieren, dass Zuhause doch einfach kein Ort sein kann, wenn das Herz an so vielen Orten hängt. 

Aber gerade deswegen habe ich mich dieses Jahr sehr gefreut, den Recap zu schreiben – weil mir in den letzten Jahren irgendwie so vieles Gutes durch die Lappen gegangen ist, weil ich einfach zu beschäftigt war, es alles zu verarbeiten und dabei nicht aufgeschrieben habe und weil ich dieses Jahr als Wachstumsjahr im Kopf behalten will. 

Achtung: Es wird lang!

Jahresbeginn in Prag

Schöne Momente in der Märchenstadt

12 Erinnerungen

Januar
Freundschaften vertiefen. In Prag ankommen, endlich Zuhause fühlen. 

Februar
München kennen lernen. Jeremy Loops live erleben und zwei Stunden hüpfen wie verrückt.

März
Ein Wiedersehen in Sibiu, Dracula besuchen und viel guten Wein trinken.

April
Geburtstag unter Palmen. Andalusien überrascht mit Kälte und Regen und ist trotzdem traumhaft. Große Sevilla-Liebe!

Mai
Wenn Freunde Kinder bekommen, ist das magisch. Baby-Besuche in Hannover und Umzüge.

Juni
Kann Hamburg meine Perle werden? Umzugs-Euphorie an der Alster und Einsamkeit im Ein-Zimmer-Home-Office bei 40 Grad.

Juli

Ein Wiedersehen in Belgrad. Eine Stadt, die nicht auf den ersten Blick überzeugt, sich mit der richtigen Begleitung aber gut anfühlt.

August
Unsere Hochzeit in Sarajevo. Die beste Erinnerung daran: Alle Freunde verschiedenster Länder an einem Ort. Und die Erkenntnis: Hamburg ist nicht unsere Stadt.

September
Ein paar Tage in Kopenhagen. Zimtschnecken, Hot Dogs, der beste Burger der Welt. 

Oktober
Ein goldener Herbst in Hamburg, ein Besuch in Amsterdam und ein Umzug quer durch Deutschland.

November
Ein Besuch in der zweiten Heimat Prag und das Gefühl, in der neuen Heimat München schon angekommen zu sein. Endlich Ruhe. Endlich Gelassenheit.

Dezember
Kerzen, backen, Freunde treffen. Alles hat sich verändert und nichts. Wachstumsschmerzen aussitzen.

Ziemlich wenige meiner Reisen aus diesem Jahr sind schon auf dem Blog gelandet. Glücklicherweise bringt das neue Jahe ja auch neue Möglichkeiten und die Zielen lassen sich 2019 noch genauso gut bereisen. Ihr werdet also sicher noch mehr über Prag, über Andalusien, über Serbien und über Rumänien zu lesen bekommen – Ehrenwort!

Freunde aus Kapstadt in Rumänien wiedertreffen.

Wein, Gespräche, neue Kulturen.

12 Erkenntnisse

Wort des Jahres
Wachstumsschmerz

Aufgehört
Mir Gedanken über das Ankommen zu machen

Angefangen
Die Reise einfach zu genießen

Schlimmster Moment
Wach liegen, mit Watte im Kopf

Berührendster Moment
Ein zweites Mal Ja-Sagen zu dem Menschen, den ich liebe. Vor allen, die mir wichtig sind

Bester Ort
Für mich dieses Jahr: München

Größte Überraschung
Einige Freundschaften

Größte Enttäuschung
Keine Zeit und Disziplin für mein Bosnisch gefunden zu haben

Größte Herausforderung
Anzunehmen, dass das Leben zu zweit gemeistert werden kann, aber dass es dazu Kompromisse braucht

Gelernt
Noch mehr für mich einzustehen, Nein zu sagen, auch mal zu diskutieren

Mehr davon bitte
Sonnentage

Weniger davon bitte
Krankheiten und Wehwehchen

Liebe auf den ersten Blick: Sevilla und ich.

Sechs Tage Andalusien, drei Tage Regen. Im April.
Trotzdem das Beste draus gemacht.

Drei besondere Reise-Momente

Geburtstag in Malagà

Als Aprilkind bin ich gewohnt, dass mein Geburtstag verregnet ist oder kalt oder sogar beides. Umso schöner, ihn in Spanien zu verbringen – und obwohl es die meiste Zeit unseres sechstägigen Roadtrips geregnet hat, kam die Sonne für meinen Gebursttag raus. Und bei Oliven und einem Glas Weißwein konnte ich an meinem Ehrentag auf Palmen gucken! 

 

Kopenhagen wieder erleben

Während meines Studiums habe ich ein dreimonatiges Praktikum in Kopenhagen bei Siemens gemacht – das erste Mal richtig alleine von daheim weg. Das erste Mal ohne Freunde und Anschluss. Das erste Mal alleine eine Stadt erkunden, alleine zurecht finden, alleine Freundschaften schließen. In Kopenhagen hab ich mich zum ersten Mal so richtig frei gefühlt. Und es war schön, die Stadt Jahre später wieder zu erleben und sich irgendwie gleich in der entspannten Laid-Back-Atmosphäre wieder wohlzufühlen. 

Die Dänen sind einfach ein super gechilltes Völkchen, Kopenhagen eine total entspannte Stadt und übrigens habe ich beim Gasoline Grill den besten Burger meines Lebens gegessen! Wenn das – neben Zimtschnecken – mal kein Argument für eine Reise ist, dann wieß ich echt auch nicht mehr!

 

 

Belgrad – ein kulinarischer Trip

Okay, also um ganz ehrlich zu sein: Belgrad hat mich nicht umgehauen. Ich verstehe, dass es eine Stadt voller Geschichte, voller Leben und voller Erinnerungen ist. Und dass eine solche Stadt nicht schön sein muss, man muss zwischen den Zeilen lesen, die Atmosphäre aufsaugen, sich in den kleinen Gassen verlieren. 

Trotzdem kamen mir die Serben weniger offen und herzlich vor als die Bosnier und der Busfahrer, der uns übers Ohr haute und dann aggressiv wurde, als er bemerkte, dass wir ihn durchschaut hatten, trug nicht zum positiven Bild bei. On the bright side: Meine Freundin und ich, wir futterten uns einfach durch Belgrad, aßen Sarma und Pleskavica und frisches Brot und eingelegte Paprika und gefüllte Paprika und frischen Fisch und alles, was man uns vorsetze. Und das gute Essen entschädigte uns eigentlich wieder total dafür, dass Belgrad uns erstmal nicht überzeugt hatte. 

Auch hier kommt bestimmt noch ein Reise-Guide!

Okay, Belgrad hat doch ein paar schöne Ecken!

Ein Sonnenuntergang und eine Abendstimmung, die für Plattenbauten, Kriegsnarben und nationalistische Sprüche entschädigt.

Drei schöne Momente

»Es regnet wie aus Strömen und wir alle quetschen uns unter einen Sonnenschirm, der schon durchgeweicht ist. Es tropft uns in die Weingläser und in den Nacken. Aber keiner stört sich daran, wer kann redet auf Englisch oder in einem Mischmasch aller Sprachen, die er kennt. Bosnisch, Deutsch, Rumänisch – jeder spricht ein paar Brocken von irgendwas, das der andere versteht. Mein Bruder bondet augenblicklich mit meinem Freund Dee aus Südafrika. Ich wusste von Anfang an, die beiden würden sich verstehen, aber hätte nie gedacht, dass sie sich mal sehen. Es sind noch zwei Tage bis zur Hochzeit, alle unsere Gäste sind da und lernen sich kennen

›Lass uns mal noch Wein holen‹, sagt meine Trauzeugin und wir stolpern angetrunken ins Haus, wo meine Schwiegereltern in der Küche sitzen und uns amüsiert ansehen. Und bevor wir überhaupt den Wein aus dem Kühlschrank nehmen, packt mein Schwiegervater eine Flasche Slivovic aus und drei Gläser und schenkt uns großzügig ein. Und wir reden nicht, aber wir trinken und obwohl meine Füße anass sind, brennt ein warmes Feuerchen aus Alkohol und Glück in meinem Bauch, als wir wieder nach draußen gehen.«

»Ich habe einen Flug gebucht, tippt sie und in dem Moment schon hätte ich heulen können vor Glück und vor Freude. Das erste Wochenende in Hamburg, alleine, fühlt sich irgendwie komisch an, leer. Die Wohnung ungewohnt, nicht wie ein Zuhause, die verabredeten Facebook-Dates haben abgesagt. Und als ich sie vom Flughafen abhole, kann ich gar nicht aufhören zu grinsen. Wir fahren in die Stadt, die ich auch noch gar nicht kenne und essen Pommes und trinken Wein bei StrandPauli und gehen zum Sonnenuntergang auf die Elphi und ich bin ihr so dankbar, dass ich die ersten Eindrücke dieser Stadt mit einer Freundin machen darf.«

»Ein bisschen schöner wäre Schnee ja schon. Es regnet in Strömen, aber irgendwie macht das nichts. Ich war oft in Nürnberg dieses Jahr. Viel öfter als in den vergangenen Jahren. Und ich habe irgendwie meinen Frieden gemacht mit meinem alten Zuhause. Vor allem, wenn ich mit ihm da bin. Seine Begeisterung sehe über die kleinen Gässchen und die Fachwerkhäuser und über die Feuerzangenbowle und Bratwustbrötchen mit viel Senf. Und mit niemandem würde ich diesen Moment des Friedens mit meiner Heimatstadt, die ich gar nicht schnell genug verlassen konnte damals, lieber genießen als mit ihm. Wir holen uns einen Glühwein und ich beiße in ein Bratwurstbrötchen und während es früher nach Langeweile und Verbohrtheit, nach Steckenbleiben und Schubladen geschmeckt hat, ist es heute kross und saftig und wunderbar.«

Das erste Mal Elbstrand!

Glücklich in Kopenhagen.

Eure Lieblings-Posts

Auswandern: Vorteile, Nachteile und warum ich es immer wieder machen würde

Interessant war für euch, was Auswandern für mich bedeutet hat oder immer noch bedeutet. Inzwischen bin ich ja in Deutschland zurück und obwohl ich hier sehr vieles kenne und mich deshalb automatisch irgendwie daheim fühle, bemerke ich auch, dass ich mir ein paar Eigenschaften anderer Nationen gerne beibehalten würde. Vielleicht auch eine gute Idee für einen neuen Post!

 

Was ich gerne gewusst hätte, bevor ich nach Prag gezogen bin

Ebenfalls einer der beliebtesten Posts, spannend finde ich aber vor allem, dass die meisten Leser über die Suchanfrage: Leitungswasser Prag kommen. Also ihr Lieben, um das noch einmal klar zu stellen: In Prag kann man ruhig und unbesorgt das Wasser aus dem Hahn trinken! Angeboten wird es einem im Restaurant aber nicht…

 

Warum sich eine Reise nach Bosnien-Herzegowina lohnt 

Und der beliebteste Post des Jahres? Hat mich selber ein bisschen überrascht! Denn Bosnien scheint euch wirklich mehr zu interessieren, als ich gedacht hätte. Sieht so aus, als hätte nicht nur ich mein Herz verloren, sondern als gäbe es auch noch ein paar von euch, die gerne die Gastfreundschaft und traumhafte Natur dieses kleinen Landes erkunden wollen. Das freut mich riesig 🙂

Stadt und Natur so nah beieinander – das liebe ich an Bonsien!

Erstklassiger Sonnenuntergangs-Spot as well!

Ich hoffe, ihr hattet ein wunderbares Jahr und ich wünsche euch einen tollen Stadt ins Jahr 2019!
Danke fürs Lesen und Kommentieren – ohne euch gäbe es diesen Blog auch nicht! 



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