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Das war der April

Das war der April

Andalusien, du Schönheit Ich bin immer noch ziemlich geflasht davon, wie schön Andalusien ist! Nicht, dass ich nicht damit gerechnet hätte, dass Spanien traumhaft ist, das nicht. Aber trotzdem hat mich überrascht, wie toll der Süden ist! Der Duft nach Orangenblüten und frittierten Sardinen. Der […]

Neum – warum du die kleine Schwester von Dubrovnik besuchen solltest

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Das war der März

Das war der März

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[Anzeige] Appflug – mit diesen 10 unverzichtbaren Reise-Apps für deinen Urlaub

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Ich liebe den Fortschritt, ganz ehrlich! Ich mag es leicht zu reisen, papierlos zu reisen und trotzdem alles, was ich dringend brauche, griffbereit zu haben. Und auch, wenn die Vorstellung von Digital Detox im Urlaub eigentlich ganz nett ist, hab  ich meistens doch keine Lust, […]

Auswandern: Vorteile, Nachteile und warum ich es immer wieder machen würde

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Das war der Februar

Das war der Februar

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Kapstadt, ich bin noch immer nicht über dich hinweg!

Kapstadt, ich bin noch immer nicht über dich hinweg!

[:de]   . : : : You were my first love … Kapstadt, ich bin noch nicht über dich hinweg. Ich wollte es mir das ganze letzte Jahr selbst nicht eingestehen. Ich wollte über meinen Liebeskummer drüber weg wachsen. Ihn einfach vergessen. Immerhin weiß ich […]

Sechs wichtige Fragen, die du dir vor dem Auswandern stellen solltest (Teil 2)

Sechs wichtige Fragen, die du dir vor dem Auswandern stellen solltest (Teil 2)

[:de] Vor fast zwei Jahren – bevor ich meine Koffer gepackt habe und nach Kapstadt gegangen bin – habe ich schon einmal einen Post mit sechs wichtigen Fragen verfasst, die du dir vor dem Auswandern auf jeden Fall ehrlich stellen solltest. Das war, bevor ich […]

Drei tolle Kurzreiseziele für den Frühling

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[:de] Na, hast du auch Lust auf ein bisschen Sonne und Abwechslung, um dem Winter zu entfliehen? Januar und Februar sind wirklich immer die schlimmsten Wintermonate finde ich. Man hat irgendwie die Nase voll von der Kälte und die Tage werden für meinen Geschmack einfach […]

Das war der Januar

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Kapstadt-Kolumne

[:de]Kapstadt-Kolumne #13 — Was ist eigentlich »White Privilege«?[:]

[:de]Kapstadt-Kolumne #13 — Was ist eigentlich »White Privilege«?[:]

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Wie lange ich an dieser Kolumne schon schreibe, wie oft ich die Hälfte wieder gelöscht habe, wie oft ich noch mal von vorne angefangen habe – das kann ich gar nicht sagen.

Und trotzdem war mir von Anfang an klar, dass ich sie schreiben werde. Denn manchmal macht mich das, was ich über Südafrika lese, fast schon wütend. Travel Blogger, die einen kurzen, zweiwöchigen Urlaub machen, schreiben von ihren Erfahrungen in den Townships oder mit den Südafrikanern und nehmen diese Erfahrungen zum Anlass, eine Botschafterrolle für unterdrückte Bevölkerungsteile in Südafrika einzunehmen oder Hinweise zum Townshiptourismus und der Sozialstruktur im Land zu geben.

Doch auch nach einem Jahr in Südafrika, in dem ich Freunde in allen Bildungs- und kulturellen Schichten gefunden habe, habe ich die vielschichtige südafrikanische Gesellschaft noch nicht ganz verstanden. Und ich bezweifle, dass ein Ausländer sie jemals ganz verstehen kann. Jemand, der die Apartheid nicht erlebt hat oder dem die Eltern nicht davon erzählt haben.

 

Doch eines weiß ich ganz sicher: Wir Europäer sind zu hart mit den Südafrikanern!

Gerade wir Deutschen sollten uns einmal vor der eigenen Haustür umsehen: Auch 28 Jahre nach der Wiedervereinigung sind die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland noch offensichtlich. Und auch bis heute konnten sie nicht ganz ausgemerzt werden.  Die Kaufkraft im Osten ist geringer, die Anzahl der Schulabgänger ohne Abschluss höher, die Offenheit der Ostdeutschen gilt nach wie vor als geringer – schön zu erkennen an der momentanen Flüchtlingssituation. Und ich möchte mal anmerken: Wir reden hier von Deutschland: Einer Wirtschaftsmacht, einem Erste-Welt-Land mit einer ausgesprochen effektiven politischen Führung und einem Land, in dem das durchschnittliche Jahreseinkommen allein schon 7-mal so hoch ist wie das in Südafrika.

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Und die Abschaffung der Apartheid ist, wohlgemerkt, auch erst 27 Jahre her.

Ich ging schon fast zum Kindergarten, als in Südafrika noch eine staatlich festgelegte und organisierte Rassentrennung existierte. Ich konnte schon laufen und sprechen, als Nelson Mandela der erste schwarze Präsident des Landes wurde und die selbsterklärte Herrschaft der »Weißen« beendet wurde.

 

All den Menschen, die beklagen, dass die Unterschiede in Südafrika noch so groß sind und das noch immer keine Besserung zu sehen ist, möchte ich sagen: Ihr befindet euch in einem Entwicklungsland, die Politiker sind korrupt und der Bildungs- und Lebensstandard ist ein ganz anderer als im Westen.

 

Die meisten Urlauber kennen nur Bruchstücke von Südafrika.

Sie kennen Kapstadt, Durban und den Krüger-Nationalpark, doch sie sind noch nie durchs Eastern Cape gefahren. Auf Schotterpisten mit knietiefen Schlaglöchern, an deren Straßenrand tote Hunde liegen und Frauen Ananas und Bananen verkaufen. Durch kleine Dörfer, die kein fließend Wasser und keine Elektrizität haben und in denen die Kinder nicht zur Schule gehen, weil die nächste Schule 20 Kilometer weit entfernt ist und es keinen Bus gibt.

 

Ich möchte nicht sagen, dass das etwas Positives ist. Ich möchte nur sagen: Zeigt gegenüber den Südafrikanern etwas mehr Verständnis! Auch wir haben unsere deutsche Teilung noch nicht überwunden – als vollentwickeltes Industrieland, das nicht einmal ein Drittel der Größe von Südafrika hat. Doch von einem Land, in dem einer gesamten Generation eine ordentliche Bildung und Ausbildung fehlt, erwartet ihr, das alles wieder im Reinen sein soll?

Die Generation meiner Eltern, meine Generation wuchs noch mit der Apartheid auf.

Die Schwarzen dieser Generation haben keine Aus- und Weiterbildung erhalten. Wie wollen die bildungsfernen, mittellosen Eltern eines Kindes  für dessen Bildung aufkommen, die in Südafrika mit mehreren tausend Rand pro Semester durchaus ihren Preis hat? Erst langsam setzen sich Stipendien für schwarze Studenten durch, Förderungen werden angeboten. Doch selbst diese können bisher nur von einer schmalen Mittelschicht der schwarzen Bevölkerung wahrgenommen werden. Ein Großteil von ihnen ist immer noch weit davon entfernt, auf Bildung zugreifen zu können – entweder, weil die finanziellen Mittel fehlen oder aber, weil die Bildung schlicht und ergreifend geografisch unerreichbar ist.

 

Der Wandel wird sich noch über mehrere Generationen hinziehen, solange bis sich eine schwarze Mittelschicht gebildet hat. Bis dahin werden die Spätfolgen der Apartheid leider noch bemerkbar bleiben. In der Hautfarbe der Kellner, Tankwarts und Putzfrauen dieses Landes. Wobei ich nebenbei bemerken möchte, dass ich in dem einen Jahr Südafrika nicht nur schwarze, sondern auch einige weiße Kellner gesehen habe.

 

Und auch, wenn es auf den ersten Blick einfach erscheint, die Gesellschaft in Südafrika im wahrsten Sinne des Wortes in schwarz und weiß aufzuteilen, so trägt dies der Realität keine Rechnung. Es ist auch nicht einfach möglich, die Weißen als Rassisten zu beschimpfen und über den »White privilege« zu wettern. Denn es gibt durchaus auch Schwarze, die es geschafft haben. Die gute Jobs haben, die studiert haben – und die Opfer des Neids aus den eigenen Reihen sind.

 

Township Südafrika

 

Denn Townships werden nicht verschwinden!

Vielen Menschen fehlen finanzielle Mittel, um sie zu verlassen. Und viele Menschen bleiben einfach. Vielleicht manchmal sogar ein wenig freiwillig, weil die gesamte Familie und die Freunde dort unterkommen. Ich könnte hier nun auch noch eine Diskussion über Township-Tourismus starten, doch ich finde, Inka von blickgewinkelt hat dazu schon alles gesagt. Versteht ihr nun etwas besser, warum es schlichtweg nicht möglich ist, schon im Regenbogenland angekommen zu sein? Warum es einfach Zeit braucht, bis Südafrika sich erholt hat? Ich lebe in einem Land, das durchzogen ist von Kontrasten und Widersprüchen.

Einen Schwarzen mit einem weißen Job, den nennen andere Schwarze »Kokosnuss«. Der sieht vielleicht herab auf die Menschen, die in einem Township leben. Der verspürt nur Dankbarkeit, diesem Leben entronnen zu sein – und den Neid der Menschen, die es nicht schaffen konnten. Das soziale System in Südafrika ist zu komplex, um es zu durchschauen. Auf den ersten, zweiten oder dritten Blick. Der Rassismus existiert nicht nur von weiß nach schwarz oder umgekehrt. Er existiert auch zwischen den Volksgruppen, er schließt die Coloreds und Inder nicht aus.

 

Und trotz all dieser Widrigkeiten… gelingt das Konzept der Regenbogennation den Südafrikanern gar nicht so übel. Denn dafür, dass Südafrika ein Land mit 11 Landessprachen und etwa genauso vielen Religionen ist, ist es überraschend friedlich!

 

Die Südafrikaner demonstrieren – friedlich überwiegend. Ja, es gibt von Armut motivierte Übergriffe und Überfälle. Die enstehen aus Neid, aus Armut, aus der Situation heraus. Sie sind nicht der Regelfall. Mit einer Mordrate von 31 zu 100.000 zählt Südafrika zu einem der gefährlichsten Ländern der Welt. Doch diese Verbrechen sind Drogen- und Gangbasiert. Es ist nichts was in Kapstadt auf offener Straße geschieht. Ja, es gibt Gewalt in Südafrika – etwas anderes zu behaupten, wäre eine dreiste Lüge.

Regenbogennation Südafrika

Doch es gibt keinen Bürgerkrieg.

Ganz anders als in vielen anderen afrikanischen Ländern. Der Kongo, Nigeria und Somalia sind dabei nur ein paar ganz wenige Beispiele. Der kleinste Teil dieses großen Kontinents ist friedlich. Ganz anders auch als während vieler Kriege in Europa. Ich denke an den Bosnienkrieg, in dem wegen religiöser Unstimmigkeiten ein Völkermord begangen wurde. Oder ganz anders als Indien und Pakistan, die sich ebenfalls aufgrund unterschiedlicher Regionen bekriegen.

Und hier in Kapstadt, da lebe ich direkt neben einer Moschee, während meine Kollegen Sonntag in die Kirche gehen und meine Freunde vielleicht mit ihrer Familie nach alten Stammesriten eine Ziege schlachten. Menschen kümmern sich nicht darum, ob jemand den gleichen Glauben hat und die gleiche Religion. Religion ist kein Spaltungsgrund in Südafrika. Das haben die meisten Bewohner Südafrikas schon verinnerlicht.
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Die Menschen hier in Südafrika co-existieren in meinen Augen schon auf bemerkenswert hohem Niveau.

Obwohl sich viel Hass, Neid und Abneigung muss sich während den Jahren der Apartheid aufgestaut haben und rund 80 Prozent der Bevölkerung leiden noch immer unter den Spätfolgen. Und natürlich wird man überall auf Rassismus stoßen, von allen Seiten. Grenzen müssen noch überwunden werden und das kann ebenfalls noch Jahre dauern. Doch es ist friedlich in Südafrika und auch wenn eine Co-Existenz noch kein wirklich gemeinsames Leben ist, so ist sie zumindest ein guter Weg dahin.
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10 Prozent der Bevölkerung besitzen rund 95 Prozent der Vermögenswerte. Das kann schlichtweg als ungerecht angesehen werden. Das ist es auch. Das sagt aber auch, dass nur 10 Prozent der Bevölkerung, oder ein wenig mehr davon, gierige Wirtschaftsmogule sind, die in die eigenen Taschen wirtschaften.

Der Rest der Bevölkerung ist vielleicht bereit zusammenzustehen. Sich gemeinsam weiterentwickeln, die Vergangenheit überwinden und eine gemeinsame Zukunft aufbauen – und kämpft dafür. Das kann man in zwei Wochen Ferienaufenthalt nicht erkennen. Das muss man über einen längeren Zeitraum erleben. Und hoffen, dass das Land seine Differenzen überwinden kann, anstatt den Kampf für verloren zu erklären.
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Denn Südafrika ist ein wundervolles Land voll wunderbarer Menschen. Doch es hat noch viel Arbeit vor sich.

 


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Ich möchte mich bei all meinen Freunden hier in Kapstadt bedanken, die mit mir rege über die Thematik disktuiert haben und die in vielen Dingen der gleichen Meinung waren wie ich. Einige von ihnen wohnen in »Gang Areas« ein paar in Aufsteiger-Vierteln, doch sie alles spiegeln das wider, was ich an Südafrika so liebe: Vielfalt und Einheit in Einem.

Ich weiß, dass die Situation in Südafrika von vielen Menschen bestimmt anders verstanden wird und ich möchte niemanden dafür verurteilen, die Sache anders zu sehen als ich. Garantiert möchte ich mit meinen Meinungen hier niemanden verletzen.

Die Terminologie »Weiß« und »Schwarz« habe ich auch vor allem der Einfachheit halber verwendet – und weil es hier in Südafrika noch Gang und Gebe ist, diese Begriffe zu benutzen.

Hinterlasst mir gerne euren Kommentar wenn ihr etwas zu dem Thema zu sagen habt, ich freue mich darauf![:]


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