24 Stunden in Ljubljana

Es gibt Städte, die kann man immer wieder besuchen: Paris, London, Barcelona. Und Ljubljana. Erstaunt? War ich auch! Nachdem wir einen Tag in Trieste verbracht hatten, ging der Roadtrip für uns weiter nach Slowenien. Genauer gesagt nach Ljubljana, die Hauptstadt des kleinen Landes, von der ich eigentlich nicht besonders viel erwartet habe und von der ich dachte, dass 24 Stunden mehr als genug sind, um sie zu erkunden und dann weiterzuziehen. Aber ich hab die Rechnung ohne Ljubljana und seinen ganz besonderen Charme gemacht.

Da ist diese verwinkelte, traumhafte kleine Altstadt, das leckere Essen, die süßen kleinen Läden und Boutiquen – und die Sonne, die vom Himmel lacht. Wir können es kaum erwarten, loszuziehen. Haben Glück und finden am Ostersamstag direkt vor unserem Apartment einen Parkplatz, legen die Taschen ab und spazieren in die Innenstadt, die nur zehn Minuten Fußweg entfernt ist.

Die erste Straße, die wir passieren ist tot, wie ausgestorben. Wir sehen uns an – erschrocken: Osterwochenende, ist hier etwa alles zu!? Doch schon 100 Meter weiter lebt die Stadt plötzlich auf. Wir sind schon gleich bei einer der größten Sehenswürdigkeiten Ljubljanas angekommen: Plečniks drei Brücken, die vor Touristen nur so wuseln. Kurzes Foto, wir halten uns nicht auf, stürzen uns in die verwinkelten Gassen, stöbern durch kleine Boutiquen. Dann ein gemütlicher Spaziergang am Fluss entlang zurück zu unserem Ausgangspunkt. 

Unser Apartment Trdinova BASE: Haben wir einfach über Booking.com gebucht. Die Lage ist super, wir sind nur 10 Minuten zu Fuß in die Innenstadt gelaufen, sind dort aber eh den ganzen Tag geblieben. Die Ausstattung mittelmäßig und die Zimmer liegen im Keller. Hat uns aber nicht gestört, wir waren sowieso nur zum Schlafen da und das Fenster haben wir mit einer Räuberleiter auch geöffnet bekommen.

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In Ljubljana ist seit 2018 die gesamte Innenstadt  für den Autoverkehr gesperrt. Das macht das Entdecken so unfassbar entspannt!

Ein Freund von meinem Mann erwartet uns schon. Er lebt seit Jahren in Ljubljana, möchte uns seine Stadt zeigen. Wir fangen mit Cacao an, seiner Lieblingseisdiele, die er uns auch gleich fürs Frühstück empfiehlt – wegen der besten Acai-Bowls. Das Joghurt- und das Acai-Eis toppen außerdem auch locker die Eisdielen in Italien! »Wart ihr schon bei der Burg?«, fragt er. Nein, ware wir nicht. Prima, sagt er! Sie ist der perfekte Ort für den Sonnenuntergang. Wir gehen in den nächsten Supermarkt, kaufen uns eine große Schale Erdbeeren und drei Biere und springen in seinen kleinen Fiat. Und dann sitzen wir da oben über der Stadt und hinter den Bergen geht die Sonne unter, rosa, rot und orange. Von irgendwo schallt Musik zu uns hoch, ein Live-Konzert, eine helle klare Frauenstimme in der kühlen Abendluft. Und in dem Moment bin ich einfach nur hier. Ljubljana. Nirgendwo sonst.

Wir sitzen noch lange, trinken unser Bier und quatschen, nachdem die ersten Sonnenanbeter mit dem verschwinden der letzten Strahlen gleich wieder verschwunden sind. Am Ende teilen wir uns die Aussicht nur noch mit ein paar Jugendlichen, die vorglühen. Solange bis uns kalt wird. 

Dann noch ein paar Drinks in der Stadt – mit Aussicht versteht sich und in hübschen, kleinen Kneipen, die an Berlin erinnern. Ruhig ist es, Ostern. Wir haben die Stadt fast für uns und wir genießen es ein bisschen. Einfach dasitzen, auf die wenig belebte, schön beleuchtete Straße rausgucken, die von hübschen Häusern gesäumt wird und an slowenische Bier nippen. Das ist Urlaub für den Kopf und fürs Herz.

Am nächsten Morgen verabschiedet sich Ljubljana mit strahlendem Sonneschein. Wir spazieren noch über einen Flohmarkt voller verrückter Nippes- und Propaganda aus der Tito-Zeit, kaufen eine Karaffe und ein Blechschild und springen gut gelaunt ins Auto. Auf zum nächsten Stopp.

Fortsetzung folgt.

drinks out in ljubljana

Gut gefallen hat mir das Pritličje. Eine Bar in einem Kellergewölbe, bisschen Hipster, viele Pflanzen, gemütliche große Fenster zum Menschen gucken.  

Einen tollen Ausblick gibt’s außerdem vom Nebotičnik – Skyscraper. Die Bar ist etwas edler, aber für ein Bier und den Blick auf die schön beleuchtete Burg ist sie auf jeden Fall einen Besuch wert.

Noch ein Tipp: Ljubljana ist klein, 1 bis 1,5 Tage ist also schon genug. Jeden Freitag im Sommer gibt’s außerdem einen Food Market, auf dem es leckere lokale Street-Food-Variationen gibt! Außerdem lässt sich die Stadt gut mit einem Besuch in Bled, Maribor oder der Weinregion in Slowenien verbinden. Oder sogar mit einem oder zwei Tagen in Trieste oder Zagreb.

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