Prag bei Regen: Die Stadt entdecken mit der Tram-Linie 22

by Kathi Daniela

Einfach mal raus, nur für ein Wochenende. Nach Feierabend in den Zug springen oder den Flixbus und in wenigen Stunden schon die beleuchtete Prager Burg vorbeiziehen sehen. Vielleicht noch ein Drink in der Bar neben dem Hotel und dann am nächsten Morgen aufwachen – und es regnet!

Glücklicherweise ist das in Prag kein Grund zur Enttäuschung. Die Stadt lässt sich nämlich ziemlich wunderbar auch aus dem Trockenen heraus erkunden – nämlich mit der Tram. Nicht umsonst wird die Nummer 22 auch gelegentlich Sightseeing Tram genannt, denn sie fährt an jeder Landmarke vorbei, die ihr in Prag vielleicht gerne sehen möchtet und zudem ist die Route außerdem auch noch voll mit guten Restaurants und Cafés. Also – legen wir los?

Wir starten den Tag ganz gemütlich mit einem Frühstück im La Bohème Café nur fünf Minuten von der Metro- und Tram-Station. Vielleicht noch einen Coffee to go und einen frischen, leckeren Muffin für den Weg und dann springen wir direkt am Namestí Mirú in die Tram Nummer 22.

taking the tram

Straßenbahn fahren ist in Prag denkbar einfach. Seit etwa einem Jahr gibt es endlich eine App für die öffentlichen Verkehrsmittel, mit der ihr nicht nur nach Fahrplänen schauen, sondern auch Tickets kaufen könnt. 

Da fällt endlich das Geld abheben, in kleine Münzen wechseln und ständig hektisch nach dem Ticket suchen weg. Einfach die App PID Litacka herunterladen und am besten ein Tagesticket für 110 Kronen kaufen. 

… to the dancing house!

Nur zwei Haltestellen weiter wird es schon wieder Zeit, den Regenschirm aufzuklappen und zum berühmten tanzenden Haus an der Vltava zu spazieren. Vielleicht hat es ja sogar kurz aufgehört zu regnen und ihr spaziert an der Flußpromenade Naplavka entlang, genießt den Markt, der am Samstag hier jeden Tag stattfindet und steigt bei der Oper, Narodní Divadlo, wieder in die Tram ein. Bei der Fahrt über den Fluss bekommt ihr schon einen schönen Blick auf die Prager Burg und die Karlsbrücke.

Ihr habt Lust auf einen etwas längeren Spaziergang, bevor es wieder in die trockene Straßenbahn geht? Dann dreht doch eine etwas größere Runde von Karlovo Namestí über den Wenzelsplatz und springt bei der Haltestelle Narodní Trida wieder in die Bahn. Dabei stolpert ihr ganz bestimmt über einige tolle Fotomotive, wie beispielsweise das tschechische Nationalmuseum am Kopf des Wenzelsplatzes oder den Franziskanergarten mit seinen vielen Rosen.

Ihr hattet vorher keine Lust auf Frühstück oder habt schon wieder Hunger? Das seit 1902 geöffnete Café Louvre auf der Národní Třída liebten schon Einstein und Kafka. Und auch heute noch wird Kaffee im Stil der alten Kaffeehäuser, traditionelles tschechisches Mittagessen oder ein klassischer 5-Uhr-Tee serviert. Und nicht nur der Kaffee, auch die Pancakes sind ein Must-Try!

Walking around the Prague is comparable to being in a fairytale: except for one minor detail: it's real.

discovering mala strana

Raus aus der Innenstadt geht es auf die Kleinseite. An der Station Ujezd lohnt es sich nur, auszusteigen, wenn der Regen eine kleine Pause einlegt. Dann nämlich könnt ihr die Zahnradbahn auf den Petrin-Hügel hinaufnehmen und von dort aus die Stadt überblicken – oder auch einfach zu Fuß gehen, wenn ihr regenfestes Schuhwerk anhabt. Besonders schön ist der Petrin im Frühling wenn die Kirschbäume blühen.

Das Wetter spielt gar nicht mit? Dann schnappt euch zumindest ein Eis bei Angelato und träumt euch schöneres Wetter herbei, während ihr eine der außergewöhnliches, saisonalen Sorten schleckt, wie Bratapfel, Mascarpone-Heidelbeer oder Zimt.

*****
 

Von Ujezd geht es weiter zur Station Malostranská. Jetzt sind wir mittendrin, im alten Prag. Schon beim Sprung aus der Straßenbahn begrüßen euch pittoreske, architektonisch traumhafte Stadthäuser. Nur ein paar Ecken weiter versteckt sich hinter einem unscheinbaren doppeltürigen Holzportal der Palastgarten Valdštejnská zahrada. Hier einfach eine Runde Pfützen springen, nicht durch den Regen die Laune vermiesen lassen, die Pfauen bewundern und dann weiter ziehen!

Foto-Tipp: Ein toller Spot mit Blick auf die Karlsbrücke ist nur fünf Minuten von der Tram-Station entfernt. Einfach auf Google Maps „Naplavka Mala Strana“ eingeben.

Food-Tipp:

Ihr wollt noch ein Abendessen genießen? Von der Station Malostranská sind es fünf Minuten bis zum Restaurant Mljenice, das traditionelle Gulaschsuppe im Brot, tschechischen Schweinebraten oder verschiedene Kartoffelgerichte anbietet. 

Für die Location ist Mljenice angemessen bepreist, ihr solltet aber am Vormittag anrufen und reservieren.

Did I travel back in time?
No, only to Prague castle.

Die Tram kämpft sich den Burgberg nach oben und hält an der Station Královský letohrádek. Wenn ihr Lust auf einen Spaziergang habt, könnt ihr hier aussteigen und durch den Schlossgarten zum Burggelände spazieren. Oder ihr fahrt bis Pražský hrad – der Eingang zur Prager Burg ist dann direkt gegenüber. Ich würde aber immer einen Spaziergang an der Orangerie vorbei vorziehen – und die Eingangsschlange ist am Schlossgarten oft etwas kürzer.

Nach einer ausgiebigen Besichtigung des Burgareals geht es zurück in die Straßenbahn für zwei letzte Stationen. Finaler Stop: Pohořelec. Hier liegt das Kloster Strahov von dem aus es einen weiteren tollen Blick über die Stadt gibt. Für den Hunger gibt es die Möglichkeit, in der Brauerei Klášterní Pivovar Strahov einzukehren – zu viel solltet ihr jedoch nicht erwarten, alles rund um die Burg ist sehr touristisch. Ein Bier könnt ihr aber auf jeden Fall dort trinken.

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Danach geht es entweder mit der Bahn zurück zur grünen U-Bahn-Linie. Oder ihr spaziert den Petrin-Berg nach unten, genießt noch ein wenig den Blick auf die Stadt und endet dann wieder an der Station Ujezd.

 

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