Herzegowina: Der sehenswerte Süden Bosniens

by Kathi Daniela

Anzeige – Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Omio

Bosnien-Herzegowina, das ist so viel mehr als Sarajevo und die Berge rund herum. So viel mehr als nur ein kurzer Tagestrip von Split oder Dubrovnik aus. Bosnien-Herzegowina, das ist eine Fülle an Naturwundern – Berge, Seen, wilde Flüsse, Wasserfälle und Olivenhaine, Weinberge oder menschenleere Strände. Alles auf einer Fläche von gerade einmal 14 Prozent der Größe Deutschlands! Besonders sehenswert ist der Süden Bosnien-Herzegowinas – der Teil des Landes, der Herzegowina genannt wird. 

Bosnien wilder Süden…

Hier, südlich der Dinarischen Alpen ist es heiß und trocken. Olivenhaine und steinige Bergketten säumen den Straßenrand und im Sommer flirrt die Hitze über dem Asphalt.

Herzegowina ist langsam, entschleunigt und entspannt. Hat man erst einmal eine Stunde hinter Sarajevo die Berge bei Konjic überquert und fährt durch den Neretva-Canyon, in dem der Fluss mit einem unfassbaren Türkis schimmert, dann werden die Wälder bald immer mehr von niedrigen Büschen abgelöst, der harte Stein erhebt sich hunderte Meter hoch über der kurvigen Straße.

Die Landschaft vor dem Fenster wird zunehmend mediterran, Olivenbäume und Reihen und Reihen von Wein säumen den Straßenrand. Die meisten Dörfer sind verlassen, auf Kilometern trifft man kein anderes Fahrzeug, dafür Ziegen und Kühe am Straßenrand.

Solange bis der Bus schließlich nach Mostar einbiegt – und die Steinhäuser ein Gefühl von Italien vermitteln. Endlich angekommen, im entspannten Süden!

Herzegowina – some facts

  • Herzegowina ist generell sehr trocken, es gibt nur einen größeren Fluss, die Neretva, die durch ganz Herzegowina fließt und in die Adria mündet
  • Bis auf wenige größere Städte ist Herzegowina dünn besidelt, nur rund 500.000 Menschen leben hier, zum Vergleich: In ganz Bosnien-Herzegowina leben 3,5 Millionen Menschen
  • Wegen der Nähe zu Kroatien ist Herzegowina überwiegend von Bosniern besiedelt, die sich ethnisch als Kroaten bezeichnen. Die Gegend rund um Trebinje gehört zur Republika Srpska und ist überwiegend von Serben besiedelt
  • Der Name „Herzegowina“ stammt tatsächlich von dem deutschen Wort „Herzog“ ab

Mostar – Herzegowinas Hauptstadt

Ihr könnt Mostar bereisen, ohne euch auch nur ein einziges Mal um die moderne Geschichte der Stadt zu scheren. Was ihr dann seht, ist definitiv eine kleine Märchenstadt: Verschlungene, kleine Gässchen, Restaurants die am steilen Ufer der Neretva kleben und deren Terrassen gefährlich weit über den Fluss hinaus hängen. Von Generationen und Generationen von Menschen rutschig getretene kopfsteingepflasterte Straßen und der Gesang des Muezzin, der durch die warme Abendluft und die Steinhäuser schallt.

Herzegowinas Hauptstadt ist so schön, so friedlich und gemütlich, dass es auch schwer fällt, sich irgendetwas anderes vorzustellen, als dass das Leben hier immer so war: Kaffee trinken, Siesta in der heißen Sonne, ein Drink am Ufer der Neretva, die Füße ins eisige Wasser hängen…

Doch in den frühen 90er Jahren war die Situation eine ganz andere. Nahe an der kroatischen Grenze gelegen, war Mostar Mittelpunkt der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Kroaten und Bosniern im Bosnienkrieg. Noch heute ist die 100.000-Einwohner-Stadt eine der am stärksten segregierten Städte in Bosnien: Rund die Hälfte der Einwohner leben auf der westlichen Seite des Flusses, die andere Hälfte auf der östlichen Seite. Manche kroatische oder bosnische Kinder sind niemals im anderen Stadteil gewesen – ein Fakt, der zeigt, wie sehr das Land immer noch gespalten ist.

Mostar ist also ein Ort um Geschichte zu schnuppern, die in den 90er Jahren komplett zerbombte und erst Anfang der 2000er wieder eröffnete Stari Most zu bestaunen und ein Ort, an dem man neben Magie auch unendliche Dankbarkeit und Bescheidenheit darüber verspürt, in Deutschland einfach ganz behütet aufgewachsen zu sein. Mehr zu Mostar könnt ihr auch hier noch nachlesen.

Blagaj & Kravice

Nur eine halbe Autostunde von der herzegowinischen Hauptstadt entfernt liegt der kleine Ort Blagaj, in dem an der Quelle der Buna ein altes Derwisch-Kloster liegt. Die braunen Steingebäude drücken sich so dicht an den nackten Stein, dass sie kaum sichtbar sind. Die Hitze flirrt in der Luft und es ist nichts zu hören als das Rauschen des Flusses und das leichte Säuseln des Windes in den Feigenbäumen. Die Tekija in Blagaj ist ein sehr friedlicher Ort, den ich immer wieder besuchen würde!

Wer dann noch einmal eine halbe Stunde weiter fährt Richtung Süden, der landet in Kravica – einem Naturschauspiel, das den Atem raubt: Auf einer Länge von über 100 Metern ergießt sich das Wasser in einen kleinen See, die Natur hier ist grün und voller Überfluss und das kalte Wasser eine willkommene Abwechslung zur Hitze Herzegowinas.

Omio – easy ohne Auto unterwegs sein

Innerhalb Bosnien-Herzegowinas sind die größeren Städte mit einem Busnetz verbunden. Wenn ihr euch also auf den engen Straßen und im bosnisch-rasanten Verkehr etwas unwohl fühlt, könnt ihr ganz easy eine Busverbindung (oder zwischen Sarajevo und Mostar den Zug) nehmen.

Ich suche die besten und günstigsten Verbindungen am liebsten über Omio – die App gibt mir die Möglichkeit, Start- und Zielort einzugeben und flexibel alle Busverbindungen angezeigt zu bekommen. Die buche ich dann entweder direkt in der App oder ich werde zum günstigsten Preis direkt zur Webseite des Anbieters weiter geleitet.

Zusätzlich praktisch: Omio bietet mir auch gleich die Möglichkeit, vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen und diese über den Partner booking.com zu buchen. 

Trebinje

Eigentlich völlig unbekannt unter Bosnien-Urlaubern ist Trebije jedoch eine der schönsten Städte des Landes! Die 30.000-Einwohner-Gemeinde liegt nur rund 45 Minuten Fahrzeit von Dubrovnik entfernt, umgeben von hohen Bergen und Weingütern. 

Trebinje ist leicht zu Fuß zu erkunden und viel zu tun gibt es nicht – genießt einfach einen entschleunigten Spaziergang am Fluss, trinkt ein Glas herzegowinischen Wein im schicken Hotel Platani und erkundet die kleine Altstadt mit ihren weinberankten Steinhäusern, lebhaften Cafés und Terrassen voll bunter Möbel und Teppiche. 

Trebinje erscheint vielleicht klein und langweilig, verglichen mit Mostar oder Sarajevo, aber ich verspreche euch eines: Genau, weil es kleiner ist, entschleunigter, ruhiger, werdet ihr die bosnische Lebensart viel intensiver, viel direkter miterleben können. Sei es nur für einen Nachmittag oder einen ganzen Tag!

Bosnischer Wein – Ein Exkurs

Schon seit rund 2.000 Jahren wird in Bosnien und Herzegowina (überwiegend im heißen und trockenen Herzegowina) Wein angebaut. Die Rebsorten, die ihr hier findet, sind vor allem die einheimischen Žilavka (weiß) und Blatina (rot). 

Kommerzialisiert und professionalisiert wurde der Weinanbau dann während der austro-ungarischen Herrschaft. Neben Mostar ist besonders die Region um Trebinje bekannt für ihren Weinanbau und zahlreiche Weingüter befinden sich rund um die kleine Stadt. 

Da der bosnische Wein überwiegend nach Kroatien und Serbien und kaum nach Deutschland exportiert wird, ist ein Besuch in Herzegowina die perfekte Möglichkeit, um ihn zu probieren, lokale Betriebe zu unterstützen – und vielleicht ein paar Flaschen mit nach Hause zu nehmen.

Eines der besten und bekanntesten Weingüter Bosnien-Herzegowinas. Vukoje-Wein findet ihr hier in jedem Supermarktregal. Das kaiserliche Weingut Vukoje baut neben den indigenen Sorten Zilavka und Vranac unter anderem  auch Muskateller, Chardonnay, Cabernet und Merlot an.  

Von hier habt ihr einen wunderschönen Ausblick auf das Tal und die Stadt Trebinje.

Das orthodoxe Kloster hat vielleicht nicht die beste Tasting-Experience in Bosnien zu bieten, allerdings ist es wunderschön im Tal, rund 10 Minuten Fahrzeit von Trebinje gelegen. Das Steinkloster schmiegt sich zwischen die Weinberge und gibt ein traumhaftes Fotomotiv.

Neben einheimischen Sorten wie Vranac oder Zilavka könnt ihr hier auch Lozovaca und Travarica probieren, zwei heimische Rakija, die aus Trauben oder Kräutern der Region hergestellt werden. 

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