Leben in Sarajevo: Ein Expat Guide

by Kathi Daniela

Seit ich einen Bosnier kennen (und lieben) gelernt habe, wusste ich: Eines Tages werde ich höchstwahrscheinlich in Sarajevo leben. Ich dachte nur nicht, dass der Tag so schnell kommen würde. Und als wir uns Mitte 2021 dazu entschlossen hatten, in der bosnischen Hauptstadt zu leben, sah ich der ganzen Sache mit gemischten Gefühlen entgegen: Würde mir das Leben in Sarajevo gefallen? Würde mir die Stadt mit ihren 600.000 Einwohnern zu klein sein? Würde ich mich langweilen?

Ich bin froh, dass ich Sarajevo eine Chance gegeben habe – denn die Stadt hat mich komplett für sich gewonnen!

Klar, Sarajevo steht nicht auf der Reiseliste – und noch weniger auf der Wunsch-Lebensliste – von besonders vielen von uns. Dabei bietet die bosnische Hauptstadt eine wirklich gute Lebensqualität, viele Outdoor-Aktivitäten direkt vor der Haustüre, eine lebhafte Restaurantszene und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen, das ganze Jahr über.

In diesem Artikel gehen wir ins Detail: Was solltest du über das Leben in Sarajevo wissen, bevor du hierher ziehst?

Sarajevo: Ein Überblick

Sarajevo, die bosnische Hauptstadt, und ihr Einzugsgebiet haben etwa 600.000 Einwohner – das macht die Stadt zur größten des Landes und zum kulturellen und touristischen Zentrum von Bosnien und Herzegowina. Vor allem während der Sommermonate und zur Skisaison sind die Straßen der Stadt voller Besucher.

Sarajevo liegt in einem Kessel, umgeben von Bergen, was den Bauplatz stark begrenzt. Die Stadt windet sich wie eine Schlange entlang des Flusses Miljacka und viele Häuser wurden an die Hänge der umliegenden Berge gebaut. Viele kurvige, enge Straßen führen in die sogenannten „Mahalas“, die alten osmanischen Stadtviertel und Dörfer, die von Sarajevo verschluckt wurden.

Jede Mahala ist ein eigenes, kleinen Ökoystem mit einer Moschee oder Kirche, einem kleinen Supermarkt, einem Café oder einer Bar und allem, was man zum Leben braucht. Die Menschen in einer Mahala kennen sich, sie passen aufeinander auf.  Dieses Gemeinschaftsgefühl ist ein wichtiges Konzept der bosnischen Gesellschaft. Wenn du in eine Mahala ziehst, wirst du bald feststellen, dass jeder dich kennt – obwohl du dich noch nicht einmal allen vorgestellt hast!

Wohnungssuche in Sarajevo

Wie schon beschrieben liegt Sarajevo in einem Tal, das heißt, viele Stadtteile sind zumindest teilweise in Hanglage gebaut.  Einige Teile der Stadt bekommen genau aus diesem Grund nicht viel Sonne ab, insbesondere das Viertel Bistrik und andere Stadtviertel von Sarajevo an den Hängen von Trebević.

Außerdem weiß ich aus Erfahrung, dass die Versuchung groß ist, in ein altes österreichisch-ungarisches Gebäude mit hohen Decken und breiten Flügeltüren zu ziehen. Und ja: Die Wohnungen sind fantastisch – ich habe auch schon mal in einer gelebt. Allerdings sind die Gebäude alt, selbst, wenn eine Wohnung frisch renoviert ist, das heißt Boiler gehen kaputt, Rohre verstopfen, alte Verkabelungen machen Ärger; und vom Heizen im Winter fangen wir gar nicht erst an … diese Hinweise solltest du in Betracht ziehen, wenn du nach einer Unterkunft suchst. 

Das Schöne ist: Im Vergleich zu anderen Hauptstädten ist es in Sarajevo relativ einfach, eine Wohnung zu finden. Die beste Webseite zur Wohnungssuche ist olx.ba. Du kannst aber auch einen Immobilienmakler beauftragen, der dir bei der Suche hilft – den Makler bezahlt nicht der Mieter, sondern der Vermieter, das heißt, es kommen keine Kosten auf dich zu. Die meisten Wohnungen sind möbliert, du brauchst also nur noch einziehen und Koffer auspacken.

Ich hatte hier bisher noch nie Probleme mit dem Internet, es ist im Allgemeinen gut, auch, wenn du von Zuhause arbeitest und Video-Meetings hast.

Hier ein paar schöne Stadtteile, die ich zum Leben empfehlen kann:

  • Mejtaš
  • Bjelave
  • Marijin Dvor
  • Malta
  • Obala Kulina Bana (kein richtiges Stadtviertel, aber entlang der Uferpromenade gibt es schöne Wohnungen)

Miete in Sarajevo

Hier kommt es wirklich darauf an, was du bereit bist auszugeben und welche Anforderungen du an deinen Wohnraum hast. Du kannst 250 Euro Miete im Monat bezahlen oder 1.100. Neu renovierte Wohnungen oder Wohnungen in sehr zentraler Lage sind natürlich teurer. Als Referenz: Wir zahlen 400 Euro/Monat für eine rund 80 qm große, zentral gelegene 2-Zimmer-Wohnung mit Balkon – die Nebenkosten (Strom und Gas) kommen noch dazu.

Das Leben in Sarajevo

Als Expat oder Auswanderer in Sarajevo zu leben, heißt auch, sich an ein paar organisatorische und kulturelle Unterschiede anzupassen, neue Freunde zu finden und so weiter – kurz gesagt, sich einzugewöhnen. Ich finde Sarajevo sehr europäisch, es gibt nicht viele Dinge, die mir komplett fremd erschienen sind und an die ich mich wirklich gewöhnen musste (außer vielleicht das Rauchen in Bars, Cafés und Restaurants).

Hier dennoch ein paar nützliche Hinweise zum Leben in der Stadt:

Öffentliche Verkehrsmittel

Wenn du in Sarajevo lebst, brauchst du kein Auto in der Stadt. Du kannst alles gut zu Fuß erreichen, wenn du zentral lebst. Außerdem ist Sarajevo mit Straßenbahn und Bussen, die bis hinauf in die engen Mahalas fahren, gut angebunden. Ich benutze die App Moovit, um die Abfahrtszeiten und Fahrpläne zu checken, da die Bus- und Straßenbahnhaltestellen selbst keine Fahrpläne haben. 

Du kannst zudem elektronische Roller leihen, die dich schnell von A nach B bringen. Die größte Marke hier in der Stadt ist die türkische Marke BinBin.

Die Sprache lernen

In Sarajevo kommst du mit Englisch gut zurecht, aber sobald du die Stadt verlässt, wirst du weniger englischsprachige Menschen treffen. Bosnisch zu lernen, wird dir das Leben erleichtern. Ich empfehle dir, zumindest die Grundlagen zu lernen, um in Restaurants und Supermärkten zurechtzukommen. Ich benutze dafür die App Mondly (es gibt nur Kroatisch als Sprache, das ist aber dem bosnischen sehr nah, nur einige Wörter sind anders). Wenn du tiefer eintauchen oder länger bleiben willst, macht eventuell ein Sprachkurs Sinn. Bosnian2Go ist die beste Sprachschule in Sarajevo.

Freundschaften mit Locals und anderen Auswanderern schließen

Ich hatte das Glück, mit einem Partner hierherzuziehen, der mich gleich nach meiner Ankunft seinen Freunden vorgestellt hat. Trotzdem finde ich es wichtig, vor allem, wenn man in der Heimatstadt des Partners lebt, auch eigene Freundschaften und Kontakte aufzubauen.

Es gibt eine Expat-Community in Sarajevo, aber sie ist klein. Die meisten Expats hier arbeiten für Botschaften oder internationale Organisationen und sind untereinander gut vernetzt. Da sich alle kennen, lernst du höchstwahrscheinlich die ganze Gruppe kennen, sobald du dich mit einer Person angefreundet hast. Oft treffen sich Expats hier auch mit lokalen Kollegen, sich der Expat-Community anzuschließen, ist also auch eine gute Möglichkeit, Einheimische in deinem Alter kennenzulernen. Im Grunde genommen habe ich so alle meine Freunde in Sarajevo kennengelernt und sogar die Freunde meines Mannes kennen oder kannten meine internationalen Freunde bereits.

Wenn du gerade erst hergezogen bist, empfehle ich dir die Gruppe Sarajevo Young Expats auf Facebook. Hier kannst du posten, dass du neu in der Stadt bist, die Mitglieder auf ein Bier einladen oder nach Wander-Partnern suchen. Folge am besten auch Visit Sarajevo auf Instagram – die Tourismusorganisation teilt auf ihrem Profil viele Events und Veranstaltungen, die in der Stadt stattfinden.

Die besten Cafés und Co-Working-Spaces für digitale Nomaden

Wenn du, wie ich, von Zuhause arbeitest oder ein digitaler Nomade bist, dann willst du sicherlich hin und wieder aus dem Haus und andere Remote Worker treffen! Hier ein paar Locations, von denen aus ich gelegentlich arbeite und wo du andere digitale Nomaden treffen kannst.

Cafés:

  • Kawa
  • Fabrika Dalmatinska

Co-Working-Spaces

  • Tershouse
  • Hub387

Die beste Zeit für einen Besuch in Sarajevo

Die Winter in Sarajevo können lang und streng sein – vor allem, weil die Stadt in den Wintermonaten oft unter Smog leidet.  Außerdem ist das Rauchen in Bars und Restaurants in Bosnien und Herzegowina immer noch erlaubt – im Winter musst du dich also auf verrauchte Räume und stinkende Haare und Klamotten einstellen.

Wenn du gerne Ski fährst, könnte der Winter aber trotzdem ein fantastischer Zeitraum für deinen Aufenthalt sein; ansonsten würde ich eher Frühling, Sommer und Herbst empfehlen.

Ein paar Worte über die Vergangenheit von Sarajevo

Die meisten Menschen, die ich treffe, haben aus zwei Gründen schon von Sarajevo gehört: Hier begann der Erste Weltkrieg und vor kurzem gab es einen weiteren Krieg. 

Wenn du Sarajevo besuchst oder hier lebst, wirst du aber schnell feststellen: Die Stadt hat ihre Vergangenheit hinter sich gelassen hat: Sie ist lebendig, modern und zieht dich in ihren Bann. Und die Einwohner von Sarajevo wissen es zu schätzen, wenn Besucher neugierig auf die verschiedenen Kulturen und Traditionen sind, die die Stadt zu bieten hat – und nicht nur auf die jüngste Vergangenheit.

Natürlich kannst (und solltest) du dich trotzdem über den Bosnienkrieg und die Geschichte der Stadt informieren. Hier sind einige Museen, die du vielleicht besuchen möchtest und die ich empfehlen kann:

  • War Childhood Museum
  • Galerija 11/07/95
  • Museum für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Völkermord
  • Sarajevo-Tunnel

Visumsvorgaben für Bosnien und Herzegowina und Einreise

Bosnien und Herzegowina liegt in Europa, ist aber weder Teil der Europäischen Union noch des Schengenraums. Kurzzeitvisas sind 90 Tage lang gültig, und viele Nationalitäten können sogar bis zu 90 Tage lang visumfrei einreisen (unter anderem Deutsche, Österreicher und Schweizer). Wenn du länger bleiben möchtest, musst du ein Langzeitvisum beantragen – entweder ein Arbeitsvisum, ein Studentenvisum oder ein Visum für Freiwilligenarbeit.

Aktivitäten in und um Sarajevo

Entdecke das multikulturelle Sarajevo

Wenn du zum ersten Mal nach Sarajevo kommst, wird es dir vielleicht exotischer vorkommen als in anderen europäische Städte. Vor allem die Altstadt Baščaršija ist ein ganz besonderer Ort: Sie ist der Treffpunkt zwischen Westeuropa und dem Nahen Osten.

Osmanisches und österreichisch-ungarisches Erbe existieren hier Seite an Seite. Wenn du durch Sarajevo läufst, kommst du dir vor wie in zwei verschiedenen Ländern in ein und derselben Straße. Ich bin schon unzählige Male durch die Altstadt gelaufen und es wird nie langweilig neue Ecken oder Gebäude zu entdecken.

Ein paar Highlights, die du in der Altstadt nicht verpassen solltest, sind:

  • Das „Meeting of Cultures“-Symbol
  • Die orthodoxe Kathedrale, katholische Kathedrale, Synagoge und Gazi-Husrev-Beg-Moschee, die sich nur wenige hundert Meter voneinander entfernt befinden
  • Der Seblij-Brunnen
  • Die gelbe Bastion
  • Die Straße der Kupferschmiede „Kazandziluk“

Wandern in den Bergen um Sarajevo

Die Bergmassive rund um Sarajevo sind Teil der Dinarischen Alpen, die sich durch das ganze Land ziehen.

Du kannst quasi direkt von der Haustür aus deine Wanderung auf den Hausberg Trebević starten oder in der anderen Richtungen die Berge Barice oder Crepoljsko erwandern.

Nur eine 30-minütige Autofahrt von der Stadt entfernt findest du die 2.000 Meter hohen olympischen Berge mit tollen Wanderwegen. Wenn du gerne wanderst, kannst du auch an mehrtägigen Wanderung durch die Bergregion teilnehmen.

Probiere bosnisches Essen

Essen gehen in Sarajevo ist ziemlich erschwinglich, und du hast die Wahl zwischen vielen Restaurants. Die Stadt hat hervorragende traditionelle Restaurants, tolle italienische Lokale und Bars und Kneipen, in denen du die berühmt-berüchtigte Rakija probieren kannst!

Hier sind einige bosnische Gerichte, die ich liebe und die du unbedingt probieren solltest:

  • Klepe (bosnische Ravioli)
  • Zeljanica (Käse- und Spinatfladen)
  • Mućkalica (Eintopf mit verschiedenen Fleischsorten)
  • Uštipci (Krapfenähnliche frittierte Teigbällchen)

Entdecke die Region Herzegowina

Der südliche Teil von Bosnien und Herzegowina hat ein angenehmes, mediterranes Klima. Ich fahre zu jeder Jahreszeit gerne dorthin. Besonders, wenn es in Sarajevo noch Winter ist und du im Süden schon die warmen Sonnenstrahlen genießen kannst.

Außerdem gibt es in der Herzegowina wunderschöne Dörfer, atemberaubende Wasserfälle und fantastische Weinanbaugebiete.

Ist das Leben in Sarajevo das Richtige für dich?

Ich lebe seit anderthalb Jahren hier und Sarajevo ist mir unter die Haut gegangen. Die Stadt hat mir so viel über Toleranz, Multikulturalismus und das friedliche Zusammenleben verschiedener Religionen beigebracht. Plus: Sie bietet mir alles, was ich mir von einer neuen Heimat wünschen könnte.

Wenn du einen entspannten Lebensstil bevorzugst, die Natur liebst und einen Ausgangspunkt suchst, von dem aus du den Rest des Balkans erkunden kannst, ist Sarajevo die perfekte neue Heimat für dich.

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Urlaub in Bosnien und Herzegowina: Alles, was du 2023 für deine Rundreise wissen musst

by Kathi Daniela

Gerade wurde Sarajevo, die Hauptstadt von Bosnien und Herzegowina von der New York Times zu einer der Weltstädte gekürt, die man gesehen haben sollte. Wenn das mal kein Anlass ist, eine Reise nach Bosnien und Herzegowina zu planen! Aber nicht nur Sarajevo ist sehenswert – in meinen eineinhalb Jahren habe ich so viele wunderschöne Ecken entdeckt und längst noch nicht alles erkundet. Es gibt wohl kaum in Land in Europa, das vielschichtiger ist, als das kleine, herzförmige Land auf dem Balkan.

Auf gehts! In diesem Artikel findest du alle Informationen für die Planung deiner Reise nach Bosnien-Herzegowina.

Welche Anreisemöglichkeiten gibt es nach BH?

Mit dem Flugzeug

In Bosnien und Herzegowina gibt es vier internationale Flughäfen:

  • Sarajevo International Airport (SJJ): Aus Deutschland fliegen Lufthansa, Swiss Airlines, Eurowings und Austrian Airlines nach Sarajevo
  • Tuzla International Airport (TZL): Aus Deutschland fliegen WizzAir und Ryanair nach Tuzla
  • Banja Luka International Airport (BNX): Aus Deutschland fliegen Ryanair, Wizzair und AirSerbia nach Banja Luka
  • Mostar International Airport (OMO): Der Mostar Airport ist im Moment nur privaten Charterflügen vorbehalten, soll aber bald auch WizzAir-Verbindungen anbieten

Außerdem besteht die Möglichkeit, von Kroatien aus nach Bosnien und Herzegowina einzureisen – beispielsweise, wenn du nach Split oder Dubrovnik fliegst und von dort aus mit Zug, Bus oder Mietwagen weiter reist.

Mit dem Mietwagen oder dem eigenen Auto

Planst du eine Rundreise durch Bosnien und Herzegowina, bietet sich ein fahrbarer Untersatz an!

Wenn du mit dem eigenen Auto anreist, benötigst du für die Einreise nach Bosnien und Herzegowina eine internationale Versicherungskarte (früher „Grüne Karte“). Diese muss einen Eintrag mit dem Länderkürzel „BIH“ enthalten. Andernfalls kann dir die Einreise verweigert werden oder du musst an der Grenze noch eine Haftpflichtversicherung abschließen. Der deutsche Führerschein wird anerkannt. Mehr Informationen zu Verkehrsregeln und zum Autofahren findest du beim ADAC.

Alternativ kannst du in Bosnien und Herzegowina einen Mietwagen nehmen – achte auf Vollkaskoversicherung und parke in beiden Fällen – ob du mit dem eigenen oder einem gemieteten Auto unterwegs bist – den Wagen am besten auf bewachten Parkplätzen. Falls du in Kroatien ein Auto mietest, achte darauf, dass du die EU damit verlassen darfst. Diese Option muss meist extra hinzugebucht werden und kostet, je nach Anbieter, ein wenig mehr. Hier kannst du direkt nach passenden Mietwagen suchen.

Mit dem Bus oder Zug

Aus allen größeren deutschen Städten gibt es Busverbindungen nach Bosnien und Herzegowina. Generell sind die Fahrzeiten lang, die Busse halten innerhalb Bosniens an jeder Milchkanne an und du kannst dich auf lange Wartezeiten an den Grenzen einstellen. Dennoch ist der Bus eine günstigere und umweltfreundlichere Alternative als das Flugzeug.

Alternativ kannst du mit dem Nachtzug nach Split in Kroatien fahren und von dort aus den Bus nach Mostar oder Sarajevo nehmen.

Verschiedene Bus- und Zugverbindungen kannst du hier recherchieren und auch direkt deine Tickets kaufen. Beachte aber, dass du für Busfahrten innerhalb von Bosnien und Herzegowina sehr oft nicht online Karten kaufen kannst – am besten, du gehst direkt zum Busbahnhof und fragst nach der Strecke, die du brauchst.

Welche Dokumente werden für die Einreise benötigt?

Deutsche Staatsbürger benötigen kein Visum für die Einreise nach Bosnien und Herzegowina. Du kannst dich visumfrei bis zu 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von sechs Monaten im Land aufhalten. Willst du länger bleiben, brauchst du eine gültige Aufenthaltserlaubnis.

Einreisen kannst du entweder mit dem Reisepass oder auch mit dem Personalausweis. Du musst dabei jedoch beachten, dass dein Reisedokument bei der Ausreise noch mindestens drei Monate gültig sein muss – bei der Einreise also entsprechend länger.

Welche Impfungen sind für eine Reise nach Bosnien-Herzegowina notwendig?

Für die direkte Einreise aus Deutschland schreibt Bosnien und Herzegowina keine Pflichtimpfungen vor. Auch eine COVID-Impfung oder ein Nachweis sind nicht mehr erforderlich.

Winter in Sarajevo
Sommer in Bosniens Bergen

Wann ist die beste Reisezeit für Urlaub in Bosnien-Herzegowina?

Die beste Reisezeit für deinen Urlaub in Bosnien und Herzegowina hängt ganz davon ab, was du machen möchtest. Das Land hat mehrere Klimazonen, von maritimen bis zu kontinentalem Klima. In Bosnien sind die Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter groß, die Berge sind schneereich. In Herzegowina und an der Küste herrscht ein eher mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, regnerischen Wintern.

Für Skifahrer bietet sich also definitiv die Wintersaison zwischen Anfang Dezember und Ende März an, willst du auch schwimmen gehen, dann empfehlen sich die Sommermonate. Allerdings können die Temperaturen in der Herzegowina und in Sarajevo im Juli und August gelegentlich auch die 40-Grad-Marke knacken. Etwas kühlere Temperaturen und dennoch viele Sonnentage hast du im Frühling und Herbst.

Welche Währung wird benutzt?

In Bosnien und Herzegowina wird mit der Konvertiblen Mark bezahlt – abgekürzt KM oder auch manchmal BAM. Sie wurde 1999 als offizielle Landeswährung eingeführt und an die Deutsche Mark gekoppelt. Nun ist sie mit einem fixen Umrechnungskurs an den Euro gebunden: Ein Euro entspricht immer 1,95583 KM. Die Umrechnung ist also super einfach. Auch witzig: Die Kupfermünzen heißen, wie früher in Deutschland, Fening.

Die verwinkelten Straßen von Sarajevo

Ist Bosnien ein sicheres Reiseziel?

Ja, Bosnien und Herzegowina ist ein absolut sicheres Reiseland! Viele Menschen bringen das Land noch immer nur mit dem Bosnienkrieg in Verbindung, dabei ist das kleine Balkanland so viel mehr!

Die Kriminalitätsrate in Bosnien-Herzegowina ist niedrig, du kannst also ganz unbesorgt deinen Urlaub antreten. Allenfalls Kleinkriminalität wie Taschendiebstahl kann in touristischen Hotspots wie Sarajevo oder Mostar natürlich vorkommen.

Bist du mit dem eigenen Auto auf Rundreise, empfehle ich dir, es auf einem bewachten Parkplatz abzustellen und nichts offen auf der Rückbank liegenzulassen – es kann passieren, dass Fahrzeugen mit ausländischen Kennzeichen Ziel von Autodiebstahl und Einbrüchen werden. Das war es aber auch schon.

Du siehst also: In Bosnien-Herzegowina gelten die gleichen Sicherheitsvorkehrungen, die du für deine Sicherheit überall anders auch treffen würdet!

Und was ist mit Minen?

Viele Gebiete in Bosnien und Herzegowina sind inzwischen minenfrei. Trotzdem empfehle ich euch, bei Wanderungen auf ausgewiesenen Wanderwegen zu bleiben und falls ihr mit dem Camper oder Wohnmobil unterwegs seid, nicht einfach wild im Wald herumzufahren.

Dasselbe gilt für Ruinen und zerfallene Gebäude. Ja, sie sind spannend zu erkunden – aber sicher sind sie nicht. Gebäude, die unter Scharfschützenfeuer oder Beschuss standen, betritt also jeder auf eigene Verantwortung hin. 

Typisch bosnisch: Das Akkordeon und der Fez

Gibt es für das Reiseziel kulturelle Besonderheiten, die ich beachten sollte?

Vor allem Frauen stellen mir oft die Frage: Kann ich mich in Bosnien kleiden, wie ich möchte? Die Antwort ist: Ja! Obwohl das Land größtenteils muslimisch ist, ist es sehr säkular und es gibt keinerlei Kleidervorschriften – lediglich für den Besuch einer Moschee müssen Frauen ihr Haar bedecken, aber dafür werden immer auch Tücher zur Verfügung gestellt.

Bosnier sind generell laute, gesellige und zu Scherzen aufgelegte Menschen – du spürst definitiv einen südländischen Einfluss. Gemeinschaft und Freundschaft sind wichtige Werte in der bosnischen Gesellschaft: als Stammgast bekommst du in einem Restaurant oder einer Bar sicherlich hin und wieder einen Drink ausgegeben, am Markt bekommst du mit deinem Kauf fast immer ein paar frische Blumen, einen Apfel oder eine Mandarine zum Kauf geschenkt.

Oft habe ich das Gefühl, Bosnier haben keinen Filter. Sei also nicht überrascht, wenn sogar Fremde dich nicht nur fragen, wie es dir in Bosnien-Herzegowina gefällt, sondern auch, wie dein Leben in Deutschland aussieht, ob du verheiratet bist oder welchen Job du machst.

Rund die Hälfte der bosnischen Bevölkerung ist muslimischen Glaubens. Aus religiösen Gründen essen deshalb viele Menschen kein Schweinefleisch – selbst, wenn sie nicht streng gläubig sind. Alkohol gibt es in den meisten Restaurants zu kaufen, nur in direkter Nähe zu einer Moschee gibt es manchmal keinen. Das Land ist aber generell sehr säkular, du musst dich hier also nicht an Einschränkungen anpassen.

Und es sollte sich von selbst verstehen, dass der Bosnienkrieg noch immer ein sensibles, traumatisierendes Thema ist. Wenn du Bosnier zu ihrer Vergangenheit und dem Krieg befragen möchtest, bleib also immer taktvoll und verständnisvoll und dränge niemandem zu Gespräch, der es nicht möchte.

Was sind wichtige Sehenswürdigkeiten und Urlaubsziele in Bosnien und Herzegowina?

Auf einer Reise durch das Balkanland wirst du vielfältige Landschaften, Städte und kulturelle Stätten entdecken. Obwohl viele Urlauber sich auf die Grenzregionen zu Kroatien konzentrieren, solltest du dir mehr Zeit für das Land lassen. Erkunde während deines Urlaubs in Bosnien unbedingt auch die Region Herzegowina! Herzegowina liegt im Südosten des Landes und beeindruckt mit einer grandiosen Weinregion und mediterranem Klima.

Die Altstadt von Sarajevo
Blick auf die Kathedrale von Sarajevo

Hauptstadt Sarajevo

Bosniens Hauptstadt Sarajevo sollte selbstverständlich auf deiner Reiseliste stehen – mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du auch dort landen, falls du mit dem Flugzeug ankommst.

Die Geschichte der Stadt im Jahr 1462 und Sarajevo hat seitdem viele Herrscher und Eroberer gesehen und die längste Belagerung einer Stadt in der modernen Kriegsgeschichte überstanden. Fast 400 Jahre lang war Sarajevo unter osmanischer Herrschaft, bevor im 19. Jahrhundert Bosnien Teil des österreich-ungarischen Kaiserreichs wurde. Die unterschiedlichen Epochen sind in der Architektur der Stadt noch gut zu sehen.

Sarajevo wird manchmal auch „Jerusalem von Europa“ genannt und in der Altstadt siehst du eine Moschee, Kathedrale, orthodoxe Kirche und Synagoge nur wenige Meter voneinander entfernt stehen. Diese Multikulturalität hat die Stadt schon immer zu einem besonderen Ziel gemacht.

Natürlich ist Sarajevo auch die Stadt, in der die Ermordung von Erzherzog Franz Ferdinand zum Ersten Weltkrieg führte. Du siehst: Es gibt hier jede Menge zu entdecken!

Blick von der Alten Brücke in Mostar
Derwisch-Kloster in Blagaj

Mostar

Natürlich ist die größte Stadt Herzegowinas kein Geheimtipp, aber Mostar ist dennoch unbedingt sehenswert.

Natürlich kannst du nicht nach Mostar reisen, ohne die Brücke Stari Most zu sehen, das Wahrzeichen der Stadt und UNESCO-Weltkulturerbe. Vollständig zerstört während des Bosnienkriegs wurde sie nach Kriegsende wieder aufgebaut und im Jahr 2004 wiedereröffnet. Auch heute noch springen Brückenspringer von der 19 Meter hohen Brücke in den Fluss Neretva – den kältesten Fluss der Welt! Rund um die Brücke befindet sich die süße Altstadt Mostars mit ihrem Basar und ihren Moscheen.

Neben der beeindruckenden Brücke von Mostar findest du im westlichen Teil der Stadt eine moderne Neustadt mit Parks und zahlreichen Restaurants. Hier findest du zum Beispiel eine Statue von Bruce Lee oder den sogenannten „Sniper Tower“ – beides Erinnerungen daran, dass der Frieden in der Stadt fragil ist.

Ich würde dir empfehlen, in Mostar über Nacht zu bleiben oder die Stadt als Basis für deine Erkundungen in Herzegowina zu nutzen.

Das alte Derwischkloster in Blagaj

Direkt an der Quelle des Flusses Buna liegt die Tekija Blagaj – ein altes Derwischkloster, Erinnerung an die osmanische Herrschaft. Alleine als Fotomotiv ist das Kloster schon beeindruckend, du kannst aber auch im Museum sehen, wie die Sufi-Mönche, die Derwische, damals im Kloster gelebt haben. Außerdem kannst du direkt am Wasser frische Forelle in einem der zahlreichen Restaurants essen.

Die Berge des Sutjeska-Nationalparks
Osmanisches Dorf Počitelj

Sutjeska Nationalpark

An der Grenze zu Montenegro befinden sich die höchsten Berge von Bosnien-Herzegowina – und der Sutjeska Nationalpark mit tollen Wanderrouten, Seen, Bergen und dem letzten Urwald von Europa. Nirgendwo anders in Bosnien lässt sich so gut abschalten.

Počitelj

Das kleine osmanische Dorf liegt malerisch in die Hügel über dem Neretva-Fluss gebaut. Durch kleine Gassen kannst du bis hinauf zur Burg spazieren, vorbei an der sehenswerten Šišman Ibrahim-immersed Mosque.

Počitelj war früher ein architektonisches Vorzeigeprojekt osmanischer Baukunst, heute ist das Dorf beinahe unbewohnt. Dennoch ist es unbedingt einen Besuch wert.

Wasserfall in Jajce
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Kravica-Wasserfälle in Herzegowina

Kravica Wasserfälle

Auch Kravica ist kein Geheimtipp für deinen Bosnien-Herzegowina Urlaub – die Wasserfälle sind über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Allerdings sind sie auch tatsächlich beeindruckend! 25 Meter in die Tiefe stürzt das Wasser des Trebizat Flusses und formt am Fuß der Wasserfälle einen kleinen See, in dem man sogar Schwimmen darf.

Ich würde dir empfehlen, am frühen Vormittag bereits zu den Wasserfällen zu fahren, da es spätestens ab 11.00 Uhr jeden Tag sehr voll wird.

Jajce

Es gibt viele sehenswerte Städte in Bosnien, auch außerhalb von Sarajevo und Mostar. Obwohl Bosnien ein kleines Land ist, vereint es unglaublich viel Geschichte und Kultur. Wenn du Zeit hast, solltest du deshalb auch die mittelalterliche Stadt Jajce besuchen – ehemaliger Sitz der bosnischen Könige und Gründungsort von Jugoslawien.

Am bekanntesten ist Jajce vielleicht für den Pliva-Wasserfall, der mitten in der Stadt in die Tiefe stürzt und so für ein besonderes Stadtpanorama sorgt. Den schönsten Blick auf den Wasserfall hast du von diesem Aussichtspunkt aus, den ich in meinem Bosnien-Reiseführer aufgelistet habe.

Die Liste könnte ich ewig weiterführen, deshalb findest du hier ein paar weitere Beiträge zu sehenswerten Städten und Orten in Bosnien-Herzegowina:

Was sind besondere Ausflugsziele und Aktivitäten in Bosnien und Herzegowina?

Ich wiederhole mich, aber: Bosnien und Herzegowina ist einfach ein super vielfältiges Reiseziel! Neben all den osmanischen, mittelalterlichen und austro-ungarischen Städten, wird es dir hier auch ganz bestimmt nicht langweilig, wenn du auf Abenteuer-Reisen oder Outdoor-Aktivitäten stehst: Wandern, Rafting, Canyoning oder Kayaking – du hast die Qual der Wahl.

Wandern

Es gibt zahlreiche Wandergebiete und ausgezeichnete Wanderwege im ganzen Land. Für einige der herausfordernden Routen empfiehlt es sich, einen lokalen Wanderführer zu buchen. Viele Wanderungen, vor allem um die Hauptstadt Sarajevo herum, kannst du aber auch gut alleine absolvieren. Hier ein paar tolle Routen:

  • Wanderung zu Skakavac-Wasserfall im Sutjeska-Nationalpark oder bei Sarajevo (es gibt zwei Wasserfälle mit gleichem Namen, der Wasserfall im Sutjeska befindet sich im Naturschutzgebiet des letzten Urwalds Europas, die Wanderung findet mit einem zertifizierten Führer statt.)
  • Wanderung zum Gipfel von Sarajevos Hausberg Trebević
  • Wanderung zum Trnovačko-See
  • Wanderung zum Bergdorf Lukomir
  • Wanderung zum Hajdučka Vrata

Rafting

Rafting-Möglichkeiten gibt es in Bosnien und Herzegowina für alle Schwierigkeits- und Abenteuerstufen. Von anfängerfreundlich bis fortgeschritten. Die drei besten Rafting-Gebiete sind:

  • Auf dem Fluss Neretva (Start in Konjic)
  • Auf dem Fluss Tara (Start in Foča)
  • Auf dem Fluss Una (Start in Bihać)

Kayking

Neben Rafting hast du auch die Möglichkeit, auf den Flüssen Bosniens Kayak zu fahren, zum Beispiel auf dem Fluss Trebizat oder Una. Du kannst auch ein Picknick-Boot mit Skipper mieten und eine ganz entspannte Flussfahrt mit Essen unternehmen, zum Beispiel ist das möglich in Trebinje.

Im Bosnien-Herzegowina gibt es zahlreiche Wanderwege

Wo finde ich Unterkünfte in Bosnien und Herzegowina?

Booking.com

Wie teuer ist ein Urlaub in Bosnien und Herzegowina?

Generell ist Bosnien-Herzegowina eines der günstigsten Reiseziele innerhalb Europas. Viele Aktivitäten kannst du bereits für unter 100 Euro buchen. Eine Nacht in einem Mittelklasse-Hotel im Doppelzimmer schlägt mit etwa 30 Euro pro Person zu Buche – in Guesthouses oder Apartments geht das natürlich günstiger. Ein Abendessen mit Getränk kostet dich in der Hauptstadt Sarajevo oder in Mostar 10 bis 15 Euro, andernorts ist es günstiger. Wie du siehst: Ein Urlaub in Bosnien und Herzegowina kann so preiswert oder teuer sein, wie du möchtest.

Ich hoffe, nun bist du gut für deinen nächsten Urlaub in diesem unterschätzten, kleinen Land auf dem Balkan gerüstet! 
Du suchst noch nach einer Reiseroute? Dann schau dir gerne meinen Bosnien-Reiseführer an, in dem ich konkrete Routenvorschläge mache und Geheimtipps und die besten Restaurants mit dir teile.

buche deine reise nach bosnien-herzegowina

Seit Mai 2021 lebe ich nun dauerhaft in dem herzförmigen Land auf dem Balkan, habe es von Norden bis hinunter zur kroatischen Grenze, von Westen bis zum wilden Osten erkundet und kann sagen: Ich kenne Bosnien-Herzegowina inzwischen wie meine Westentasche. Und nicht nur das: Ich will es auch zugänglich machen, für jeden, der Lust hat auf Abenteuer, Authenzität, Natur und Gastfreundschaft. Deshalb habe ich mit meinem bosnischen Ehemann .Cheyf Reisen gegründet – eine Boutique-Reiseagentur für #mindfultravel in Bosnien-Herzegowina! Schaut doch mal bei uns vorbei 😊

TRANSPARENZ: AFFILIATE LINKS

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Warst du auch schon einmal in Bosnien und Herzegowina? Wenn ja: Wie hat es dir gefallen? Hast du zusätzliche Tipps und Erfahrungen? Ich freu’ mich, in den Kommentaren davon zu lesen!

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Where to stay in Sarajevo: Neighbourhood guide

by Kathi Daniela

To me, it is one of the most exciting things when moving to a new city—finding a flat and a neighbourhood with your vibe. While apartment hunting has become a nightmare in many cities around the globe, this is luckily not the case in Sarajevo! Here, you can still find affordable, fully furnished flats in great locations. Do you want that balcony? That Austro-Hungarian style living room with 4-meter-ceilings? That little city house with a garden and a view of the mountains? Go for it!

When first looking at Sarajevo on a map, you might notice that the city is pretty wide and spread out due to its location in a valley. Many parts of the city are built into the mountains, which means that they are very hard to get to in the winter. People manage, though—even with their cars. Don’t ask me how they do it! Living on the slopes of Trebević also means that many of those houses only get sunshine until the  early afternoon. This makes parts of the city, such as Bistrik, very shady, especially in the winter.

Where to stay in Sarajevo: My favourite neighbourhoods

Mejtaš and Bjelave


I live right on the border between Mejtaš and Bjelave, two neighbourhoods that I really enjoy. Both are close to the city, but greener and more quiet. You’ll find all amenities like supermarkets, bakeries and little corner shops here and the fancy neighbourhood of Višnjik with its fine dining restaurants and theaters is quite close.

You’ll find many newly renovated and modern apartments here as well – some in old Austro-Hungarian buildings and some in newly built apartment blocks. 

Kovačići and Marijin Dvor


Two other areas I really like are Kovačići and Marijin Dvor, which are both still quite central and close to the main shopping center of the city, SCC.

The area is reinventing itself, with many cool restaurants and bars popping up. I especially love that it’s very close to Vilsonovo šetalište – this promenade is the city’s evening meeting point. It gets closed for cars after 5 pm and is perfect for that evening run or walks.

Quiet residential street in Mejtaš
Apartment blocks and restaurant in Grbavica

Malta and Grbavica


You are looking for cheaper and more “local and  authentic”? Then Malta or Grbavica is your jam! It’s something like the secret centre of town, since there are many offices and businesses around and people tend to go out here after work. You will find plenty of restaurants, cafés and bars.

For families with children, those areas are great as well since apartments tend to be a bit bigger and many apartment blocks share a playground or little park. You’ll find plenty of shopping opportunities too. In those areas, you will encounter more locals than tourists, and by tram you’re in the centre in about 20 minutes.

How to find an apartment in Sarajevo

Now the only question left is how to find that  dream apartment of yours! Olx.ba is your best option. It’s the Bosnian version of eBay and everybody uses it. You can also visit one of the many real estate agencies in Sarajevo. 

Many apartment owners list their apartment with a couple of agencies at the same time, so it doesn’t really matter which one you go to. Facebook groups and AirBnB are also great options to hunt for a place. Just make sure you don’t pay any deposit in advance before actually seeing the apartment and/or signing a rental agreement! Scams occassionally do happen here.

In Bosnia and Herzegovina, water is normally already included in the rent but electricity, gas, and internet go extra. Once a month, you will receive an invoice by post from Sarajevo Gas that you will have to pay in their office. Ask your landlord if the same goes for the internet or if he receives the invoice because if you don’t pay on time, they will turn off your internet access.

Want to stay in Sarajevo a bit longer?

I wrote a guide that includes everything you need to know when you want to stay here as a digital nomad! Click on the picture to read it!

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Die Kupferschmiede von Sarajevo

by Kathi Daniela

Als wir in die Straße einbiegen, erwacht sie gerade zum Leben. Statt des geschäftigen, hellen Klangs von Hämmern, hören wir das Lachen von Männerstimmen. Die Sonne bricht sich auf den zahlreichen Kupferkannen und kleinen Tassen, die vor den Läden stehen, der Geruch von Kaffee hängt in der Luft. Wir sind in der Kupferschmiedgasse in Sarajevo, einer der älteste Straßen der Stadt, wo wir Kenan Hidić besuchen. Er ist einer der letzten traditionellen Kupferschmiede von Sarajevo.

Sein Laden drückt sich in die Ecke der Straße, beim Betreten weiß der Blick gar nicht, wo er zuerst hin wandern soll: Die Regalbretter sind voller kupferner Kaffeekannen in allen Größen, kleinen Tässchen, genannt Fildjans, Tabletts und Kleinigkeiten wie Magneten, Kugelschreiber oder Armreifen. Kenan scheibt seine Werkzeuge beiseite und deutet auf zwei freie Stühle neben seinem niedrigen Arbeitsplatz, um den sich in einem organisierten Chaos seine Werkzeuge verteilen: Unterschiedlich große Hämmer, Meisel, Zangen. „Kommt, kommt, setzt euch auf einen Kaffee!“ Er legt seinen Gummihammer beiseite, ein halb fertiges Lesezeichen nimmt gerade auf dem Amboss Form an.

Kenan ist Kupferschmied in dritter Generation. Ihr Geschäft führt die Familie Hidić seit 1935 – das Kupferschmiede-Handwerk existiert in Sarajevo jedoch schon viel länger. Überlieferungen der ersten Kupferschmiede gehen auf das späte 15. Jahrhundert zurück. Benannt sind die Kazandžije nach den Kesseln, die sie für die osmanische Armee anfertigten. Das Handwerk wuchs stetig und im frühen 16. Jahrhundert gründeten die Kupferschmiede ihre eigene Gilde und erhielten ihre eigene Straße im Basar von Sarajevo: die Kazandžiluk, die heute noch genau so existiert.

Langsam durchbricht der helle Klang von Hämmern auf Kupfer die morgendliche Stille. Während wir noch Kaffee trinken, beginnen die anderen Schmiede ihr Tageswerk. „Ich mag meinen Job“, erzählt Kenan, „Ich habe ihn von meinem Vater gelernt und der von seinem Vater. Als ich noch klein war, hat mir mein Vater gebogene Kupferstreifen gegeben, die ich wieder geradebiegen sollte. So habe ich gelernt, mit dem Material zu arbeiten und nach und nach größere Stücke bearbeitet und angefangen, meine eigenen Muster zu entwickeln.“ Mit verschiedenen Hämmern und Meiseln arbeiten die Kupferschmiede filigrane Muster in Kaffeekannen, Tabletts oder kleinste Gegenstände wie Lesezeichen und Magneten. „Es ist keine schwere Arbeit“, lächelt Kenan. Die Falten um die Augen in seinem sonst sehr jugendlichen Gesicht kräuseln sich. „Die Leute denken, meine Arbeit ist sehr anstrengend, weil ich mit einem Hammer hier sitze, aber Kupfer ist ein sehr weiches Material. Ich brauche nicht viel Druck – aber Präzision! Und die lernt man mit den Jahren.“

Eine Touristengruppe aus Deutschland betritt den Laden und beobachtet, wie er kleine, fein gearbeitete Blätter auf das Lesezeichen zaubert. Das ting ting des Hammers hat etwas Meditatives. Kenan greift nach einer Kaffeekanne: „Diese hier machen wir in unserer Werkstatt“, erklärt er. Dort wird das Kupfer in eine Form gegossen und anschließend mit Blei gefüllt. „Nur so lassen sich Muster auf das Material hämmern“, berichtet er weiter und lässt die Besucher das schwere Objekt heben, „ohne Füllung würde ich es beschädigen.“ Später wird das Blei aus der Kaffeekanne herausgeschmolzen, die Innenseite mit Zinn versiegelt und so bereit für die Nutzung gemacht.

Im Laden der Hidićs gibt es auch ein paar Produkte, die Besucher kurz innehalten lassen. Kenan deutet auf das oberste Regalbrett – reich verzierte, runde Objekte stehen dort, einige so lang wie mein Unterarm. „Wisst ihr, was das ist?“, fragt er und die Touristen schütteln den Kopf. „Es sind Granaten.“ Millionen von ihnen seien im Krieg gefallen und die Einwohner der Stadt hätten sie gesammelt und an Fabriken verkauft, in denen das Messing zu Türklinken und anderen Gebrauchsmaterialien eingeschmolzen worden sei, erinnert sich Kenan. Er wirkt nicht verbittert, als er es sagt. Sein Gesicht ist entspannt und mit einem Lächeln gibt er der Reisegruppe zu verstehen, dass sie sich nicht unwohl zu fühlen brauchen – was passiert ist, ist Vergangenheit.   „Auch wir haben Granaten gesammelt. Wir verarbeiten sie – und machen Vasen daraus. Ein Gegenstand, der getötet hat, wird so zu etwas Schönem, das Leben schenken kann. Ich wünsche mir, dass das ein Sinnbild für die ganze Stadt wird.“ Rund zwei Tage braucht er, um eine der großen Granatenhülsen mit filigranen Mustern und Ranken zu verzieren.

„Auch wir haben Granaten gesammelt. Wir verarbeiten sie – und machen Vasen daraus. Ein Gegenstand, der getötet hat, wird so zu etwas Schönem, das Leben schenken kann. Ich wünsche mir, dass das ein Sinnbild für die ganze Stadt wird.“

Kenans Sohn Ali ist nach dem Krieg zur Welt gekommen. Ob er den Beruf seines Vaters eines Tages übernehmen wird, will ich wissen. Kenan nickt. „Er arbeitet bereits in der Werkstatt, gemeinsam mit meinem Vater.“ Er dreht sich auf seinem niedrigen Hocker um und deutet auf eine Zeichnung hinter sich an der Wand und danach das gerahmte Bild von einem Jugendlichen mit blondem Haar direkt daneben. „Das ist mein Großvater und das ist Ali.“ Sein Vater, erzählt er weiter, sei zwar inzwischen 73, aber arbeite immer noch jeden Tag in der Werkstatt. In Rente zu gehen, das könne er sich nicht vorstellen und so arbeiten tagtäglich drei Generationen von Hidićs in der Werkstatt. Sie können von ihrem Handwerk gut leben.

„Immer mehr Besucher kommen nach Sarajevo. Das ist auch für uns gut, denn sie wissen echte Handarbeit zu schätzen“, so Kenan. Wenn er sich an die Arbeit macht, weiß er nie, wie das Muster am Ende des Tages aussehen wird, er lässt sich von seiner Inspiration und Kreativität leiten. Aber nicht nur Touristen kaufen bei den Hidićs: bosnische Firmen lassen sich personalisierte Gastgeschenke anfertigen. Das Kenan den Beruf seines Vaters übernehmen würde, stand eigentlich von Beginn an fest. „Natürlich, als ich jünger war, wollte ich gerne Fußballer werden“, lacht er, „aber ich habe zwei linke Füße!“ Zwei linke Hände hat er nicht – an seinen Designs arbeitet er mit Präzision und Hingabe. „Es ist meine Therapie!“

Und es stört ihn nicht, dass regelmäßig Besucher in seinen Laden kommen und zusehen wollen, wir er Kupfergegenstände mit zarten Mustern verziert. Im Gegenteil: Seit Kenan und sein Bruder den Laden übernommen haben, sind die Hidićs auch auf Social Media aktiv: 9.000 Menschen aus aller Welt folgen ihnen auf Instagram, wo sie ihre Produkte präsentieren, sich selbst bei der Arbeit in ihrem Showroom zeigen und einen Einblick in ihre Werkstatt geben. Und vielleicht ist es genau das, was die traditionellen Kupferarbeiten aus Sarajevo und des Berufs des Kupferschmieds erfolgreich vom letzten in dieses Jahrtausend bringen wird: Die Fähigkeit, Begeisterung für die eigene Arbeit an andere zu übertragen – auf den Bildschirm und im echten Leben. So wie Kenan Hidić, der gerade den Namen eines Besuchers auf ein Lesezeichen hämmert und es dann auf seine Reise schickt, in irgendein Wohnzimmer auf der Welt!

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7 Orte in Bosnien-Herzegowina, du du nicht verpassen solltest

by Kathi Daniela

Wie kommt es, dass sich dieses kleine Land einfach nicht von seiner Vergangenheit lösen kann? Dass noch immer die ersten Suchergebnisse, die Google ausspuckt sich um die Reisesicherheit, den Zerfall Jugoslawiens und die schrecklichen Geschehnisse der frühen 90er Jahre drehen? Es scheint, als wäre Bosnien und Herzegowina verdammt dazu, immer und immer wieder seine Vergangenheit zu durchleben – ohne eine Chance, mit ihr abzuschließen. Wie ein Ex, der immer wieder anruft kommt der Krieg zurück gekrochen, ist der Nationalismus mal besser und mal schlechter unterdrückt im alltäglichen Leben präsent.

Und dennoch: Dem Zauber von Bosnien-Herzegowina kann sich kaum jemand entziehen. Wer einmal da war und es geliebt hat, der wird immer wieder kommen, nicht genug kriegen von dieser ungewöhnlichen Mischung aus Vergangenheit und Moderne, aus Zukunftsträumen und Schatten längst verlorener Epochen. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass Bosnien-Herzegowina auf jeder Reiseliste stehen sollte. Denn dieses Land hat mir so viel beigebracht: Bescheidenheit, Ehrfurcht, Schönheit und Toleranz.

Hier liegt Gutes und Schlechtes so nah zusammen und eines steht fest… es gibt mindestens sieben Orte, die man hier gesehen haben muss – wenn nicht mehr!

#1 jajce

bosniens alte königsstadt

Tosendes Wasser, dass uns auf der kleinen Aussichtsplattform mit einem Regenbogen an Tropfen besprüht, ein Wasserfall mitten in der Stadt – die Pliva, die 17 Meter in die Tiefe stürzt, um sich dann mit der Vrbas zu vereinen.

Nicht nur das gibt es in Jajce zu sehen – die Kleinstadt im Nordwesten von Bosnien-Herzegowina ist außerdem ehemalige Königsstadt der bosnischen Herrscher und hat deshalb auch eine gute erhaltene Altstadt und Festung zu bieten.

Die Stadt hat sich ihre königliche Erhabenheit auch über die Jahre hinweg erhalten, ihre Identität nach dem Krieg zurückerobert – und sich nicht unterkriegen lassen, sondern ihre Vergangenheit stolz für alle Besucher wieder sichtbar gemacht.

Wenn du Jajce besuchst, solltest du unbedingt:

  • Ein Foto von den Pliva-Wasserfällen mit der Burg im Hintergrund machen
  • Auf die Burg wandern, um die beste Aussicht auf die Stadt zu genießen
  • Mit einem Tretboot den Pliva-See erkunden

#2 MLinčići

das kleine dorf der mühlen

In Mlinčići anzukommen, fühlt sich an, wie aufzuatmen. Das fröhliche gluckernde und gurgelnde Wasser und die kleinen Holzmühlen, die unbeeindruckt dem lärmenden Bach trotzen, dazu all die Bäume, deren Blätter in der Brise knistern. Es ist schwierig, hier gestresst zu sein.

Direkt am Übergang zwischen großem und kleinem Pliva See gelegen sind die Holzhütten mit kleinen Stegen verbunden. Früher waren es sechsundzwanzig Stück, geblieben sind heute nur noch zwanzig. 

Reiche Grundbesitzer bauten die kleinen Mühlen, die ersten schon im 16. Jahrhundert, und vermieteten sie an ihre Pächter, damit diese dort Mehl mahlen konnten. Heute sind die kleinen Gebäude Zeugen bosnischer Handwerkskunst.

 

#3 PočitelJ

das künstlerdorf

Nicht einmal mehr 1.000 Menschen leben in diesem Open-Air-Museum, viele von ihnen Künstler. Der kleine Ort Počitelj ist innerhalb Bosniens weit bekannt als Künstlerdorf.

Obwohl im Krieg stark zerstört, hat Pocitelj sich seinen Zauber und seinen Charakter auch nach der Renovierung der zerstörten Gebäude erhalten können und die Türme von Burg, Moschee und der allgegenwärtige Uhrturm wachen heute wieder über die kleine Stadt.

Wenn du Počitelj besuchst, solltest du unbedingt:

  • Frischen Granatapfelsaft von einer der Frauen auf dem Weg zur Burg hinauf kaufen
  • Die Burg für den besten Ausblick erklimmen
  • Die Šišman Ibrahim-immersed Moschee besuchen
     

#4 Mostar

stari most – die alte brücke

Am Morgen, am Abend, in der Nacht – ich weiß nicht, wie oft ich die ikonische Brücke schon fotografiert habe und wie viele Bilder von ihrer majestätischen Form auf meiner Festplatte herumschwirren …

Erbaut im Jahr 1566 ist sie ein echtes Meisterwerk osmanischer Baukunst, 19 Meter hoch, das die zwei Stadtteile noch heute miteinander verbindet.

Mostar ist aber mehr als Stari Most. Ich empfehle dir, über Nacht zu bleiben und die Stadt und die Umgebung etwas genauer zu erkunden.

Wenn du Mostar besuchst, solltest du unbedingt:

  • Deine Zehen in die eiskalte Neretva tauchen. Sie ist der kälteste Fluss der Welt
  • Die Brückenspringer anfeuern, die von der Stari Most springen
  • Die Bruce-Lee-Statue suchen
  • Die Stadt außerhalb des Basars erkunden

#5 Una National­park

bosniens schönster wasserfall: Strbački Buk

Wir hören ihn bereits, bevor wir ihn sehen. Dieses tosende Brausen von hunderten und aberhunderten Litern an Wasser, das sich in die Tiefe ergießt. Die Bäume um uns sind tiefgrün, der Fluss Una, der sich wenige Meter weiter in die Tiefe stürzen wird, fließt ruhig und smaragdgrün dahin…

Der 25 Meter hohe Wasserfall Strbački Buk ist hier die Grenze zwischen Bosnien-Herzegowina und Kroatien. Gelegen im Una-Nationalpark besteht der besondere Wasserfall aus mehreren direkt hintereinander gelegenen Fällen, sowie vielen kleinen Wasserfällen, die die grünen Wälder durchströmen.  

Aber nicht nur Strbački Buk, sondern auch weitere Wasserfälle und Naturwunder findest du im Una-Nationalapark. Er ist der perfekte Ort zum Wandern – das ganze Gebiet ist voller Wälder, Bäche und magischer hidden gems. Nicht umsonst nannten die Römer den Fluss vor Jahrtausenden „Die Eine“.

Wenn du im Una-Nationalpark bist, solltest du unbedingt:

  • Die Wasserfälle Martin Brod und Strbački Buk besichtigen
  • Einen Nachmittag in Japodski Otoci verbringen
  • Eine Floßfahrt (oder Rafting) auf der Una unternehmen

#6 Sarajevo

der geist der olympischen spiele

1984 war Sarajevo Austragungsort für die Olympischen Winterspiele. Und auch, wenn nicht mehr viel vom alten Glanz erhalten ist: Die zerstörte Bob-Bahn gibt zumindest einen kleinen Einblick in den Glanz von 1984. 

Mit vielen Kurven windet sie sich Trebević hinunter, den Hausberg von Sarajevo. An ihr oder auf ihr entlang zu spazieren ist ein Muss für jeden Besucher der Hauptstadt.

Heute wird die Bahn im Sommer von Bob-Teams aus der Region als Trainingsstrecke genutzt und die Graffiti-Künstler der Stadt verewigen sich auf ihr – man was nie, welches Kunstwerk hinter der nächsten Ecke vielleicht wartet!

Mehr von Sarajevo? Findest du in diesem Beitrag.

#7 Blagaj

das alte derwisch-kloster

Der Blick schweift nach oben, den Kopf muss ich weit in den Nacken legen, um den Gipfel des Felsens zu sehen, an den das alte Derwischkloster sich schmiegt.

Seit dem 15. Jahrhundert ist dieser Ort an der Quelle des Flusses Buna ein spirituelles Ziel und eine besondere Sehenswürdigkeit. Noch heute singen hier dreimal die Woche Derwische zu Allah.

Doch auch für Nicht-Gläubige ist dieser Ort ein beeindruckender Zeuge der Zeit und Architekturkunst der Osmanen. Ist das alte Derwischkloster ein Touristen-Hotspot? Ja! Aber ist es sehenswert? Ja, unbedingt! Die besten Zeiten sind, wie überall, mit viel Andrang, am Morgen oder frühen Abend.

Wenn du eine gute Aussicht suchst, solltest du außerdem zur Festung Stjepangrad hinauf wandern, die über der kleinen Stadt thront, und von dort aus den Blick auf die Umgebung genießen. Vom Kloster aus brauchst du rund eine Stunde, um zu den Burgruinen aus dem 2. oder 3. Jahrhundert zu gelangen!

Weitere Orte und Sehenswürdigkeiten in Bosnien und Herzegowina, die du nicht verpassen solltest

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Montenegro – Dolce Vita auf dem Balkan

by Kathi Daniela

Anzeige – Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Omio

Schon seit langem wollte ich unbedingt nach Montenegro – Strände, Berge, ein mediterranes Klima und viel Geschichte! Für mich macht das Montenegro zu einem perfekten Reiseziel. Und gerade im Jahr 2021, wo Fernreisen noch nicht unbedingt empfehlenswert sind, klang eine Reise in das kleine Balkan-Land nur allzu verlockend. Klar, ein wirklicher Geheimtipp ist Montenegro nicht mehr – allerdings war es gerade diesen Sommer auch nicht so überlaufen wie sonst. Wir entschieden uns dennoch, nicht zu viel herumzureisen, uns Zeit zu nehmen und nicht von Hotel zu Hotel zu springen. So erkundeten wir am Ende mehr vom Norden Montenegros – und haben damit eine perfekte Ausrede, um irgendwann noch einmal zurück zu kommen und den Süden zu erkunden!

Balkan meets
Dolce Vita

So erscheint mir Montenegro – mediterranes Lebensgefühl, Strände, versteckte kleine Buchten, alte Herren mit Strohhüten, die schon am frühen Morgen ihre Runden im warmen Wasser der Adria drehen, bestes Sea Food und die Sonne, die mittags so heiß vom wolkenlosen Himmel brennt, dass alle kollektiv eine Siesta einlegen – wir, die Vermieterin unsere Ferien-Apartments und sogar ihr Frenchie!

Und trotzdem ist Montenegro so vielfältig und wirklich für jeden Urlaubs-Typ geeignet: Der Strandliebhaber bleibt am Wasser, der Aktiv-Urlauber leiht sich ein Stand-Up Paddle-Board oder fährt mit dem Mountain Bike durch die Berge und der Städte-Reisende erkundet die uralten Ruinen und geschichtsträchtigen Orte – und jemand der wie ich ein bisschen von allem ist – kommt einfach voll auf seine Kosten!

Montenegro – some facts

  • Montenegro (Crna Gora in montenegrinisch) heißt „Schwarze Berge“. Und tatsächlich besteht rund 60 Prozent des Landes aus über 1.000 Metern hohen Bergen
  • Genauso viel hat das kleine Land aber auch an Küste zu bieten: Genau genommen fast 300 Kilometer und 117 Strände
  • Nur rund 600.000 Menschen leben in Montenegro – im Vergleich dazu besuchen das kleine Balkanland rund 3 Millionen Menschen jährlich
  • Kotor gilt als einer der Hauptdrogenumschlagsplätze in Europa – regelmäßig kommen hier Kokain-Lieferungen an und Montenegro hat sogar eine Mafia
  • Montenegriner gelten als entspannt und gelassen. Einer ihrer Lieblingssprüche ist: Liebe dein Bett wie dich selbst

Kotor

Kotor ist das Juwel des montenegrinischen Tourismus – die Weltkulturerbe-Perle, die seit einigen Jahren immer beliebter wird, auch bei großen Kreuzfahrtschiffen. Kein Wunder, die von einer Stadtmauer umgebene Altstadt ist schon aus der Ferne beeindruckend – und wer einmal in die kleinen, engen Gassen Kotors einbiegt, der fühlt sich sofort gefangen von seinem Charme, seinen weißen Steinbauten und seiner Gemächlichkeit.

Wer nicht, wie wir, das Glück hat, Kotor während einer weltweiten Pandemie zu besuchen, der sollte am besten eine Übernachtung in der Stadt oder ganz in der Nähe davon buchen, um die Hafenstadt in den Morgen- oder Abendstunden ohne den Rummel  der Schiffsreisenden genießen zu können.

Ein Fun Fact: Kotor ist, ganz ähnlich wie Istanbul, bevölkert von jeder Menge Katzen. Diese kamen angeblich mit den Matrosen an Land, die sie auf ihren Schiffen hielten, um Rattenplagen an Bord im Zaum zu halten. Da auch Kotor mit vielen Ratten, Mäusen und Schlangen zu kämpfen hatten, blieben viele Katzen and Land und beschützten die Stadt.  Da der venezianische Löwe zudem auf dem Wappen der Stadt zu sehen ist, gelten die „kleinen Löwen“ zusätzlich als Glücksbringer der Einwohner.

 

Mein Tipp: Kotor und die umliegenden kleinen Dörfchen ganz in Ruhe und ohne Touristen genießen? Schnappt euch ein Paddle Board und paddelt auf die Bucht raus, um von dort einen ungestörten Blick zu haben!

Where to eat & drink

Bokeski Gusti
Eine Reservierung braucht ihr hier – aber das Sea Food und der Blick über die Bucht von Kotor sind wirklich toll! Unbedingt einen Abend zum Sonnenuntergang hier genießen!

Cesarica
Leider immer zu voll, als wir da waren – es wurde uns aber als Sea Food Restaurant von unserer Vermieterin empfohlen!

Marshall’s Ice Cream
Wahrscheinlich das beste Eis in Montenegro – vielleicht sogar auf dem Balkan! Ob ich übertreibe? Oh, ganz sicher nicht! Wenn ihr Kotor besucht, schaut vorbei und probiert vor allem zwei Sorten: Nougat und gesalzene Pistazie!

Prčanj

Wir wollten es ein wenig ruhiger als im touristischen Kotor, suchten nach einer Unterkunft mit Grill und Pool, um die heißen Mittagsstunden oder die Abende entspannt und nur im Kreis von Freunden genießen zu können. Und wurden fündig in Prčanj. 

Apartments Feral war perfekt für uns – die Apartments haben Balkons, die Unterkunft hat einen Pool, an dem es sich in den heißesten Sonnenstunden entspannen lässt und am Abend könnt ihr im Garten grillen!

Das kleine Dorf Prčanj an der Bucht von Kotor schlängelt sich direkt an der Uferstraße entlang, bietet zwei oder drei kleine Supermärkte, ein paar Restaurants, einen SUP-Verleih und von unserer Unterkunft einen wunderbaren Blick aufs Wasser. 

Omio – ganz easy ohne Mietwagen über die Grenze fahren

Im Augenblick ist Montenegro noch nicht von allen deutschen Städten wirklich gut angebunden und erreichbar. Eine gute Möglichkeit: Nach Kroatien zu fliegen und von dort aus einzureisen, beispielsweise von Dubrovnik. Allerdings sind Mietwagen oft ziemlich preisintensiv, wenn man mit ihnen Grenzen überqueren möchte. Eine gute Möglichkeit: Einfach den Bus nehmen!

Ich suche die besten und günstigsten Busverbindungen am liebsten über Omio – die App gibt mir die Möglichkeit, Start- und Zielort einzugeben und zeigt flexibel alle Möglichkeiten an. Die buche ich dann zum günstigsten Preis direkt in der App oder ich werde zur Webseite des Anbieters weiter geleitet.

Auch praktisch: Über Omio habe ich die Möglichkeit, auch gleich nach einer Unterkunft vor Ort zu suchen und über den Partner booking.com direkt zu buchen.

Lovćen & Cetinje

Montenegro ist nicht nur Strand und Meer – auch, wenn es leicht ist,  den ganzen Urlaub am Wasser zu verbringen! Zumindest einen Tag solltet ihr ins bergige Inland fahren, zum Beispiel von Montenegro aus zum Berg Lovćen. Dieser bietet einen unglaublichen Blick von 1.750 Meter auf die umliegenden Bergketten. Auf Lovćen liegt zudem das höchste Mausoleum der Welt (ein Foto habe ich nicht, da es bei unserem Besucht geschüttet hat, wie aus Eimern…).

Ebenfalls einen Besucht wert ist die alte Königs- und Hauptstadt von Montenegro, Cetinje. Sie liegt ganz in der Nähe des Bergs und Nationalparks Lovćen. Mit ihrem Kloster aus dem 13. Jahrhundert und den französisch anmutenden Stadthäusern verdient Cetinje auf jeden Fall einen kleinen Stop auf dem Weg!

 

Die besten Strände im Norden Montenegros 

Der Norden Montenegros hat leider keine weichen, weißen Sandstrände zu bieten so wie der Süden, hin Richtung albanische Grenze. Allerdings gibt es auch hier einige tolle Strände oder Bademöglichkeiten!

Übrigens: Viele Bars und Restaurants an der Bucht von Kotor stellen Liegestühle und Sonnenschirme zur Verfügung – ihr müsst also nur ein Handtuch einpacken und könnt am Ufer auf die Suche nach einem schönen Plätzchen gehen.

Plavi Horizonti Plaža – eine hübsche Bucht mit Sandstrand, Liegestühle und Sonnenschirme können gemietet werden (ca. 15 EUR für ein Set)

Jaz Beach – ein weitere Sandstrand in der Gegend, schon fast bei Budva. Etwas voll, aber der Einstieg ins Wasser ist super

Jadranska magistrala – entlang der Hauptstraße Richtung Kotor gibt es keine Strände, jedoch viele Bademöglichkeiten direkt am Wasser. Auf der Mole stehen oft Liegestühle und Sonnenschirme für Badende bereit

Beach Žaba – auch dieser Strand ist kein klassischer Sandstrand, Liegen und Sonnenschirme sind jedoch günstig und es gibt eine Beachbar. Das Wasser ist nach dem Einstieg direkt tief

Herceg Novi

Warum Herceg Novi keinen so beliebten Ruf hat wie Kotor weiß ich nicht – es ist nämlich ebenfalls wunderschön! Es soll mir aber recht sein, dass die Stadt etwas weniger von Touristenströmen bevölkert wird als ihre berühmte Schwester.

Denn auch Herceg Novi hat, an der Mündung der Bucht von Kotor, eine wunderschöne Lage, bietet die Möglichkeit, direkt von der Strandpromenade ins Wasser zu hüpfen und hat eine tolle, terrasssenartig angelegte Altstadt und eine Festung aus dem 16. Jahrhundert. Die Ottomanen, Venezier, Spanier und Austro-Ungarn trugen alle zum Stadtbild bei – schon allein ein Spaziergang durch die kleinen Gassen strotzt nur so vor Geschichte.

Beliebt ist die Stadt übrigens auch als Spa- und Kurort. Der leicht radioaktive, Meeres-Schlamm aus Igalo und das Wasser aus den Igalo-Quellen wird hier für Gesundheits-Treatments eingesetzt.

Restaurant-Tipp

Do-Do Café
Hier gibt es feine Sandwiches, Pizza und Eiscafé zum Stärken nach oder vor einem Nachmittag am Strand oder einem Spaziergang rauf zur Festung von Herceg Novi.

TRANSPARENZ: AFFILIATE LINKS

Dieser Blogartikel enthält persönlichen Empfehlungen in Form von Affiliate-Links. Wenn du etwas über die Links buchst oder kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich dadurch am Preis überhaupt nichts. Vielen Dank für deine Unterstützung!

Warst du auch schon einmal in Montenegro? Wenn ja: Wie hat es dir gefallen? Hast du zusätzliche Tipps und Erfahrungen? Ich freu’ mich, in den Kommentaren davon zu lesen!

Mehr Reiseziele auf dem Balkan entdecken

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Schon wieder auswandern – und das in dem Alter?

by Kathi Daniela

Es ist Ende Februar. Ich sitze mit drei Freundinnen im El Retiro Park in Madrid. Wir trinken Cava, halten die bleichen Gesichter in die warme Frühlingssonne und schmieden Pläne für das nächste Jahr. Viele sind es, viele Kurztrips, Treffen, Vorfreude auf Nächte mit einer Flasche Wein und langen Gesprächen… Das Beste machen aus der Zeit, bevor ich nach Südafrika ziehe, und ein ganzer Kontinent uns trennt. Zwei kurze Wochen später verändert sich alles. Eine Pandemie. Lockdown in Europa. Geschlossene Grenzen, annullierte Visumsanträge, völliger Stillstand des gesamten Lebens und jeder Reise. Und während die Vorfreude auf geplante Treffen langsam verpufft, liegen auch unsere Auswanderungspläne auf einmal auf Eis.

* * *

Dass wir unsere Wohnung bereits Ende Januar gekündigt hatten, um ab April durch Europa zu reisen, Freunde zu besuchen und ein paar Monate in Bosnien-Herzegowina zu verbringen? Pech! Ende April standen wir auf einmal da, ohne Wohnung und ohne Einreisegenehmigung nach Bosnien – nicht, dass überhaupt Bus- oder Flugverbindungen auf den Balkan existiert hätten. Nach drei Wochen, wohnungslos auf der Couch in der Zwei-Zimmer-Wohnung meiner Mutter, dann die Meldung: Flüge nach Kroatien! Wir sitzen im ersten davon nach Split, sind unter den ersten Menschen, die während einer Pandemie zum Flughafen fahren, in ein Flugzeug steigen – nicht, um Urlaub zu machen, nicht, weil wir ans Meer wollen. Nur, um unserem Zwischenziel Bosnien wenigstens ein bisschen näher zu kommen.

Die drei Wochen Kroatien sorgen für Unmut, Neid – auf Instagram: Seafood Pasta, Sonnenbaden, morgendliche Joggingrunden an der Promenade und Aperol Spritz in leeren Bars. Hinter den Kulissen: eine kleine Airbnb-Unterkunft, in der wir irgendwie versuchen, vernünftig Home-Office zu machen, vier gepackte Koffer, auf denen wir sitzen, bereit jederzeit losziehen zu können und die Angst vor neuen Corona-Restriktionen, die Sorge langfristig in Split festzusitzen. Im Juni öffnet Bosnien seine Grenzen. Wir fahren nach Sarajevo. Endlich wieder ein Bett, eine Wohnung, eine Adresse – wenn auch nur übergangsweise. Inzwischen ist klar: Corona wird bleiben. Auch den Sommer über, auch bis Ende des Jahres. Südafrikas Grenzen sind dicht. Wie lange Bosnien unser Zuhause sein wird? Wir haben keine Ahnung.

ein neues konzept von heimat…

Zuhause… ein Wort, dessen Bedeutung sich für mich in den vergangenen Jahren ständig verändert hat. War es 2014 noch der Ort, an den ich zurückkehre, fühlte es sich 2015 nach Sackgasse an und wurde 2016 schlussendlich zu einem fließenden Konzept, einer Mischung aus einem Ort, Menschen und Erlebnissen. Ich brauchte jedoch bis zu diesem Jahr, um zu begreifen, dass es in Ordnung ist, keine Sehnsucht nach Wurzeln zu haben. Weder nach dem Ort, mit dem ich einmal verwurzelt war, noch danach Wurzeln zu schlagen. Dass es in Ordnung ist entwurzelt zu sein und das als etwas positives zu sehen. Sich stattdessen, wie eine Mistel sich an Bäume bindet, an Menschen zu binden, an Erlebnisse, Gefühle. Ich muss nicht jeden Morgen. Ich muss nicht jeden Morgen im selben Bett aufwachen und aus demselben Fenster sehen. Aber um mich Zuhause zu fühlen, muss ich mit einem besonderen Menschen aufwachen oder mit dem Wissen, dass der kommende Tag etwas Besonderes für mich birgt. Und ob er das tut – diese Entscheidung treffe ich ganz alleine.

Dieser Weg war kein leichter, das entwurzelt sein zu akzeptieren, sich in der Fremde angekommen zu fühlen. Hätte mir jemand 2016 erzählt, dass ich nicht einfach nur nach Südafrika auswandere, sondern mich auf eine Reise begeben werde, die vier Jahre lang dauert – ich hätte zu viel Angst gehabt, den Schritt zu wagen! Heute – bin ich froh, dass die Dinge so passiert sind, wie sie passiert sind. Von Kapstadt nach Prag zu ziehen, nach Hamburg, München und Sarajevo, das war eine Chance, die sich währenddessen nicht so angefühlt hat, im Rückblick aber großartig war. Ich bin dankbar, dass ich in so kurzer Zeit in solch wunderbaren Städten leben durfte, Orte erkunden, aufsaugen und in guter Erinnerung behalten, ihren Zauber mit mir nehmen, wenn ich weiterziehe.

das mädchen das davon rennt

Wenn ich weiterziehe… oder wenn ich weglaufe? „Du kannst doch nicht immer nur weglaufen“, das sagte eine Bekannte zumindest vor einiger Zeit zu mir bei einem Kaffee. „Irgendwann wird es halt mal Zeit, sich niederzulassen und nicht mehr jedem Abenteuer nachzurennen, sondern erwachsen zu werden und Verantwortung zu übernehmen.“ Was für sie verantwortungslos aussieht, bedeutet dabei für mich aber, volle Verantwortung zu übernehmen. Für mich, für mein Leben, meine Karriere, meine Zukunft. Nicht wegzulaufen, sondern zu etwas hin zu laufen. Nämlich genau dem Leben, das ich mir vorstelle, dass ich aber noch nicht so gefunden habe.

Auch Sarajevo – war nicht dieser Ort. Sechs Monate reichen vielleicht kaum, um das festzustellen, doch sie reichen, um sich zu fragen: Bin ich glücklich? Nicht immer. Zu wenig vielleicht für diesen Ort. Fühlt es sich nach Zuhause an? Sicherlich nicht, zumindest am Anfang. Gegen Ende gewöhnte ich mich daran, so wie Menschen sich an alles gewöhnen und als wir vor 10 Tagen Bosnien verließen, da wusste ich: Diese Stadt, dieses Land, wird von nun an immer ein Teil von mir sein. Diese sechs Monate, gefühlt ein Jahr, habe ich mich verloren, wiedergefunden zwischen Zeilen und auf 1.000 Meter hohen Bergen – und schließlich akzeptiert, dass dieses Jahr ein großes Alles ist. Und ein großes Nichts.

 

Und jetzt sitze ich hier, es ist der 16. Dezember. Die Flüge für Südafrika sind gebucht, der Corona-Test-Termin vereinbart. Wartemodus – mal wieder. Ohne festen Wohnsitz, ohne Schlüssel zu einem Ort, den ich Zuhause nennen kann. Nichts weiter in der Hand als ein Flugticket, ein Versprechen. Ich sitze auf zwei gepackten Koffern, die ich aus Angst, sie nicht mehr zuzubringen gar nicht erst öffnen mag, pflege seit zwei Wochen mein gesamtes Gesicht mit Augencreme, weil ich meine anderen Kosmetikprodukte nicht wiederfinde und habe den einen Pulli, der nicht eingepackt ist schon zweimal mit der Hand gewaschen.

* * *

Reichlich unglamourös für etwas, das von außen betrachtet vielleicht nach Jetset-Leben aussieht. Chaotisch und planlos würde es wohl eher treffen – und ganz ehrlich, solche Kommentare hätten mich vor einiger Zeit noch getroffen. Aber jetzt nicht mehr. Es stört mich nicht, wenn jemand denkt, ich hätte mein Leben nicht im Griff, mich verurteilt. Denn wer hat denn sein Leben schon im Griff? Es läuft doch ohnehin nur selten nach Plan und wenn es nach einem Plan läuft – wer sagt denn, dass Pläne sich nicht ändern können? Das Leben ist doch ständig im Fluss. Und je früher wir das begreifen, umso leichter können wir entspannt und selbstbestimmt leben und uns nicht um fremde Meinungen kümmern.

Ja, ich bin 2016 nach Südafrika ausgewandert um fünf Jahre zu bleiben – und ein Jahr später habe ich Koffer gepackt und bin mit einem fast Fremden nach Prag gezogen. So what? Hätte es nicht geklappt, wäre ich halt von Prag aus zurück nach Deutschland gegangen.

Ja, unser Plan war es, einige Jahre in Prag zu leben – und ein weiteres Jahr später packten wir wegen eines Jobangebots erneut unser Leben zusammen. Und stellten dann fest, dass wir uns eine Zukunft in Deutschland nicht vorstellen können. Und was ist daran nun so schlimm? Das Einzige, was mich traurig macht, ist, dass ich in diesen zwei Jahren in Deutschland trotz allem nicht mehr Zeit hatte, um mich mit Freunden zu treffen, Menschen zu sehen, die ich liebe.

Ja, wir gehen nun zurück nach Südafrika, um dort dauerhaft zu leben. Ob dauerhaft auch für immer bedeutet – wissen wir nicht, müssen wir aber auch nicht wissen. Denn wir gestalten unser Leben so, wie es uns glücklich macht. Und das ist nicht immer dasselbe. Ich habe Jahre gebraucht und viele Tränen und Veränderungen, um zu begreifen, dass Glück für jeden so unfassbar individuell ist, dass mich niemals genau das glücklich machen wird, das jemand anderen glücklich macht. Und das ist okay. Ich habe jetzt, 2020, andere Bedürfnisse als 2016, sogar als noch zu Beginn des Jahres. Und es ist mein gutes Recht, darauf hinzuarbeiten, mir diese Bedürfnisse zu erfüllen.

bin ich angekommen?

Das ist nichts, wofür ich mich rechtfertigen müsste. Ich darf, wir alle dürfen unsere Meinung ändern, einen Ort wieder verlassen oder eine Person, einen Job kündigen. Wir sind verantwortlich für unsere eigenen Entscheidungen, ja, aber auch für unser eigenes Glück, unser well-being. Und das bedeutet auch, zu erkennen, was nicht gut für uns ist – und es zu ändern, wenn wir können!

Denn das Leben läuft nur selten in geordneten Bahnen – aber wenn es schon eine kurvige Fahrt ist, sollten wir trotzdem den Ausblick genießen können. Nur, weil wir eine Entscheidung einmal getroffen haben – müssen wir daran festhalten, wenn sie sich falsch anfühlt?

Ich weiß, dass ich es nicht tue.

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From Bosnia with love #5 – What I learned about Bosnia-Herzegovina

by Kathi Daniela

Sechs Monate, die sich wie ein ganzes Leben angefühlt haben. Sechs Monate mit vielen Höhen und Tiefen. Freudentränen und frustrierten. Es gab Momente, in denen ich das Gefühl hatte, mich selbst verloren zu haben, mein ganzes Leben drehte sich nur um eines: Warten, dass es weitergeht, ans finale Ziel, nach Südafrika. Ich habe versucht, meine Zeit in Sarajevo so gut es ging zu genießen, aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es war einfach. Manchmal war es verdammt schwer – wie es dieses Jahr für uns alle ist.

Ich verlasse Sarajevo mit einem Gefühl, dass schwer zu beschreiben ist. Ich hatte niemals das Gefühl, wirklich hierher zu gehören – und dennoch bleibt jetzt ein Teil von mir in dieser Stadt zurück. Sie gehört zu mir, zu meinem Leben – und wann immer ich in der Nähe bin, werde ich mich Sarajevos Anziehungskraft nicht entziehen können. Die Stadt wird für immer hier sein, mit mir, unter meiner Haut. Und ich werde immer wieder zurück kehren, um durch die Mahalas zu laufen, Kaffee in der Baščaršija zu trinken und um die Menschen zu treffen, die ich lieb gewonnen habe. 

Ich kenne Sarajevo nun zu gut, als dass es nur eine Stadt sein könnte, die ich eben einmal besucht habe. Und ich kenne Sarajevo nicht gut genug, um es Zuhause nennen zu können. Eine Übergangsstadt für ein Übergangsjahr – mein Wartesaal, der Ort an dem die Unsicherheit, die Angst, der Frust sich aufgestaut und entladen haben. Und schon allein deshalb, weil diese Stadt so voll ist mit Emotionen, werde ich immer wieder zurück kommen.

coffee is life

Ich liebe es, dass Kaffee das Rückgrat dieser Gesellschaft ist – ich kann nur immer wieder sagen, wie besonders dass Sarajevo für mich macht. Kaffee wird hier zu jeder Tageszeit getrunken – und das stundenlang.

everybody has a weekend house

Obwohl Sarajevo umgeben ist von Bergen, scheint jeder eins zu haben: Das Wochenendhaus, die Vikendica. Sobald es Freitag wird, brechen die Familien auf, um ein Wochenende in der Natur zu Wandern und zu Grillen – 10 Minuten von der Stadt entfernt.

culture shock is a real thing

Bosnier sind laut, Deutsche erheben ihre Stimme in der Öffentlichkeit nicht.
Bosnier kommen nur unangemeldet vorbei, um ihre Familie zu besuchen, Deutsche planen im Voraus.
Wenn Deutsche nichts essen und trinken wollen, sollte man sie nicht drängen, in Bosnien ist es unhöflich, Essen und Trinken bei jemandem zu Hause nicht zu akzeptieren.
Ja, es ist manchmal schwierig und kulturelle Unterschiede existieren definitiv. Aber es ist schön, diese Unterschiede zu sehen, zu akzeptieren, vielleicht sogar für sich selbst anzunehmen – solange die Menschen Geduld miteinander haben.

not every person in bosnia considers themselves bosnian

Ich will hier nicht in Detail gehen, manchmal verstehe ich Bosnien ja selbst nicht. Drei Religionen, drei Ethnien und ein Land – eng miteinander verflochten. Serbisch zu sein, heißt orthodox zu sein. Bosniakisch zu sein, heißt muslimisch zu sein und Kroatisch zu sein heißt katholisch zu sein. Und dazwischen 100 Ausnahmen und Mischungen.

Was ich jedoch mit Sicherheit sagen kann: Nicht jeder Mensch mit einem bosnischen Pass würde sich selbst als Bosnier bezeichnen.

POLITICS HERE ARE crazy COMPLICATED

Wusstet ihr, dass Bosnien-Herzegowina drei Präsidenten hat? Die mehrmals im Jahr rotieren? Nein? Gut, dann dürftet ihr spätestens jetzt verstehen, warum in diesem Land politische Änderungen nur langsam oder gar nicht passieren.

never trust a bottle without a label

Denn sie enthält vermutlich selbstgebrauten Rakija. Und niemand will nach dem Sport nach Hause kommen, eine eiskalte Flasche Wasser im Kühlschrank entdecken und einen tiefen Schluck nehmen, nur um festzustellen… dass es kein Wasser ist. #thankmelater

the nature is breathtaking

Noch nie in meinem Leben habe ich so eine Diversität auf so kleinem Raum gesehen: In vier Stunden fährt man vom Meer in die Olympischen Berge. Wilde Flüsse, unberührte Wälder und Weinberge – Bosnien-Herzegowina hat alles zu bieten, was man sich nur vorstellen kann!

not all muslim countries are conservative

Ich wurde oft gefragt: Kathi, sag mal, wie ist es in einem muslimischen Land zu leben? Und Bosnien ist dafür vermutlich kein Paradebeispiel denn: Man bemerkt nichts davon. Und das, was man bemerkt, ist ein wunderschönes Beispiel von Toleranz. Wenn verschleierte Mädchen mit ihren Freundinnen rausgehen, die Minirock tragen. Oder wenn man sich nach dem Freitagsgebet auf ein Bier trifft. Oder jemand nicht dafür verurteilt wird, dass er eben nicht trinkt. Alles ist möglich hier in Bosnien – und die Religion ist natürlich Teil des Lebens, aber sie bestimmt es nicht.

communication will be frustrating

Englisch wird in Bosnien-Herzegowina nicht überall gesprochen, viele Menschen sprechen ein wenig Deutsch. Touristen werden generell ja so herzlich aufgenommen, aber wenn man an einem Ort lebt, dessen Sprache man nicht spricht – frustriert das. Apotheker die sich umdrehen, Frauen im Kiosk, die „No“ sagen, und mich anschließend ignorieren. All das habe ich erlebt, all das hat mich den Tränen nah gebracht und all das ist Teil des Auswandererlebens. 

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Herzegowina: Der sehenswerte Süden Bosniens

by Kathi Daniela

Anzeige – Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Omio

Bosnien-Herzegowina, das ist so viel mehr als Sarajevo und die Berge rund herum. So viel mehr als nur ein kurzer Tagestrip von Split oder Dubrovnik aus. Bosnien-Herzegowina, das ist eine Fülle an Naturwundern – Berge, Seen, wilde Flüsse, Wasserfälle und Olivenhaine, Weinberge oder menschenleere Strände. Alles auf einer Fläche von gerade einmal 14 Prozent der Größe Deutschlands! Besonders sehenswert ist der Süden Bosnien-Herzegowinas – der Teil des Landes, der Herzegowina genannt wird. 

Bosnien wilder Süden…

Hier, südlich der Dinarischen Alpen ist es heiß und trocken. Olivenhaine und steinige Bergketten säumen den Straßenrand und im Sommer flirrt die Hitze über dem Asphalt.

Herzegowina ist langsam, entschleunigt und entspannt. Hat man erst einmal eine Stunde hinter Sarajevo die Berge bei Konjic überquert und fährt durch den Neretva-Canyon, in dem der Fluss mit einem unfassbaren Türkis schimmert, dann werden die Wälder bald immer mehr von niedrigen Büschen abgelöst, der harte Stein erhebt sich hunderte Meter hoch über der kurvigen Straße.

Die Landschaft vor dem Fenster wird zunehmend mediterran, Olivenbäume und Reihen und Reihen von Wein säumen den Straßenrand. Die meisten Dörfer sind verlassen, auf Kilometern trifft man kein anderes Fahrzeug, dafür Ziegen und Kühe am Straßenrand.

Solange bis der Bus schließlich nach Mostar einbiegt – und die Steinhäuser ein Gefühl von Italien vermitteln. Endlich angekommen, im entspannten Süden!

Herzegowina – some facts

  • Herzegowina ist generell sehr trocken, es gibt nur einen größeren Fluss, die Neretva, die durch ganz Herzegowina fließt und in die Adria mündet
  • Bis auf wenige größere Städte ist Herzegowina dünn besidelt, nur rund 500.000 Menschen leben hier, zum Vergleich: In ganz Bosnien-Herzegowina leben 3,5 Millionen Menschen
  • Wegen der Nähe zu Kroatien ist Herzegowina überwiegend von Bosniern besiedelt, die sich ethnisch als Kroaten bezeichnen. Die Gegend rund um Trebinje gehört zur Republika Srpska und ist überwiegend von Serben besiedelt
  • Der Name „Herzegowina“ stammt tatsächlich von dem deutschen Wort „Herzog“ ab

Mostar – Herzegowinas Hauptstadt

Ihr könnt Mostar bereisen, ohne euch auch nur ein einziges Mal um die moderne Geschichte der Stadt zu scheren. Was ihr dann seht, ist definitiv eine kleine Märchenstadt: Verschlungene, kleine Gässchen, Restaurants die am steilen Ufer der Neretva kleben und deren Terrassen gefährlich weit über den Fluss hinaus hängen. Von Generationen und Generationen von Menschen rutschig getretene kopfsteingepflasterte Straßen und der Gesang des Muezzin, der durch die warme Abendluft und die Steinhäuser schallt.

Herzegowinas Hauptstadt ist so schön, so friedlich und gemütlich, dass es auch schwer fällt, sich irgendetwas anderes vorzustellen, als dass das Leben hier immer so war: Kaffee trinken, Siesta in der heißen Sonne, ein Drink am Ufer der Neretva, die Füße ins eisige Wasser hängen…

Doch in den frühen 90er Jahren war die Situation eine ganz andere. Nahe an der kroatischen Grenze gelegen, war Mostar Mittelpunkt der bewaffneten Auseinandersetzung zwischen Kroaten und Bosniern im Bosnienkrieg. Noch heute ist die 100.000-Einwohner-Stadt eine der am stärksten segregierten Städte in Bosnien: Rund die Hälfte der Einwohner leben auf der westlichen Seite des Flusses, die andere Hälfte auf der östlichen Seite. Manche kroatische oder bosnische Kinder sind niemals im anderen Stadteil gewesen – ein Fakt, der zeigt, wie sehr das Land immer noch gespalten ist.

Mostar ist also ein Ort um Geschichte zu schnuppern, die in den 90er Jahren komplett zerbombte und erst Anfang der 2000er wieder eröffnete Stari Most zu bestaunen und ein Ort, an dem man neben Magie auch unendliche Dankbarkeit und Bescheidenheit darüber verspürt, in Deutschland einfach ganz behütet aufgewachsen zu sein. Mehr zu Mostar könnt ihr auch hier noch nachlesen.

Blagaj & Kravice

Nur eine halbe Autostunde von der herzegowinischen Hauptstadt entfernt liegt der kleine Ort Blagaj, in dem an der Quelle der Buna ein altes Derwisch-Kloster liegt. Die braunen Steingebäude drücken sich so dicht an den nackten Stein, dass sie kaum sichtbar sind. Die Hitze flirrt in der Luft und es ist nichts zu hören als das Rauschen des Flusses und das leichte Säuseln des Windes in den Feigenbäumen. Die Tekija in Blagaj ist ein sehr friedlicher Ort, den ich immer wieder besuchen würde!

Wer dann noch einmal eine halbe Stunde weiter fährt Richtung Süden, der landet in Kravica – einem Naturschauspiel, das den Atem raubt: Auf einer Länge von über 100 Metern ergießt sich das Wasser in einen kleinen See, die Natur hier ist grün und voller Überfluss und das kalte Wasser eine willkommene Abwechslung zur Hitze Herzegowinas.

Omio – easy ohne Auto unterwegs sein

Innerhalb Bosnien-Herzegowinas sind die größeren Städte mit einem Busnetz verbunden. Wenn ihr euch also auf den engen Straßen und im bosnisch-rasanten Verkehr etwas unwohl fühlt, könnt ihr ganz easy eine Busverbindung (oder zwischen Sarajevo und Mostar den Zug) nehmen.

Ich suche die besten und günstigsten Verbindungen am liebsten über Omio – die App gibt mir die Möglichkeit, Start- und Zielort einzugeben und flexibel alle Busverbindungen angezeigt zu bekommen. Die buche ich dann entweder direkt in der App oder ich werde zum günstigsten Preis direkt zur Webseite des Anbieters weiter geleitet.

Zusätzlich praktisch: Omio bietet mir auch gleich die Möglichkeit, vor Ort nach einer Unterkunft zu suchen und diese über den Partner booking.com zu buchen. 

Trebinje

Eigentlich völlig unbekannt unter Bosnien-Urlaubern ist Trebije jedoch eine der schönsten Städte des Landes! Die 30.000-Einwohner-Gemeinde liegt nur rund 45 Minuten Fahrzeit von Dubrovnik entfernt, umgeben von hohen Bergen und Weingütern. 

Trebinje ist leicht zu Fuß zu erkunden und viel zu tun gibt es nicht – genießt einfach einen entschleunigten Spaziergang am Fluss, trinkt ein Glas herzegowinischen Wein im schicken Hotel Platani und erkundet die kleine Altstadt mit ihren weinberankten Steinhäusern, lebhaften Cafés und Terrassen voll bunter Möbel und Teppiche. 

Trebinje erscheint vielleicht klein und langweilig, verglichen mit Mostar oder Sarajevo, aber ich verspreche euch eines: Genau, weil es kleiner ist, entschleunigter, ruhiger, werdet ihr die bosnische Lebensart viel intensiver, viel direkter miterleben können. Sei es nur für einen Nachmittag oder einen ganzen Tag!

Bosnischer Wein – Ein Exkurs

Schon seit rund 2.000 Jahren wird in Bosnien und Herzegowina (überwiegend im heißen und trockenen Herzegowina) Wein angebaut. Die Rebsorten, die ihr hier findet, sind vor allem die einheimischen Žilavka (weiß) und Blatina (rot). 

Kommerzialisiert und professionalisiert wurde der Weinanbau dann während der austro-ungarischen Herrschaft. Neben Mostar ist besonders die Region um Trebinje bekannt für ihren Weinanbau und zahlreiche Weingüter befinden sich rund um die kleine Stadt. 

Da der bosnische Wein überwiegend nach Kroatien und Serbien und kaum nach Deutschland exportiert wird, ist ein Besuch in Herzegowina die perfekte Möglichkeit, um ihn zu probieren, lokale Betriebe zu unterstützen – und vielleicht ein paar Flaschen mit nach Hause zu nehmen.

Eines der besten und bekanntesten Weingüter Bosnien-Herzegowinas. Vukoje-Wein findet ihr hier in jedem Supermarktregal. Das kaiserliche Weingut Vukoje baut neben den indigenen Sorten Zilavka und Vranac unter anderem  auch Muskateller, Chardonnay, Cabernet und Merlot an.  

Von hier habt ihr einen wunderschönen Ausblick auf das Tal und die Stadt Trebinje.

Das orthodoxe Kloster hat vielleicht nicht die beste Tasting-Experience in Bosnien zu bieten, allerdings ist es wunderschön im Tal, rund 10 Minuten Fahrzeit von Trebinje gelegen. Das Steinkloster schmiegt sich zwischen die Weinberge und gibt ein traumhaftes Fotomotiv.

Neben einheimischen Sorten wie Vranac oder Zilavka könnt ihr hier auch Lozovaca und Travarica probieren, zwei heimische Rakija, die aus Trauben oder Kräutern der Region hergestellt werden. 

buche deine reise nach bosnien-herzegowina

Seit Mai 2021 lebe ich nun dauerhaft in dem herzförmigen Land auf dem Balkan, habe es von Norden bis hinunter zur kroatischen Grenze, von Westen bis zum wilden Osten erkundet und kann sagen: Ich kenne Bosnien-Herzegowina inzwischen wie meine Westentasche. Und nicht nur das: Ich will es auch zugänglich machen, für jeden, der Lust hat auf Abenteuer, Authenzität, Natur und Gastfreundschaft. Deshalb habe ich mit meinem bosnischen Ehemann .Cheyf Reisen gegründet – eine Boutique-Reiseagentur für #mindfultravel in Bosnien-Herzegowina! Schaut doch mal bei uns vorbei 😊

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Column: Why Emily in Paris gives a glimpse of real expat life

by Kathi Daniela

In the last six years I have lived in five countries, on two continents and in seven cities. I am not saying this to brag, but I would think about myself that I have a bit of knowledge when it comes to expat life.

So when I stumbled upon this article in Vogue about a real expat in Paris lashing out at the new Netflix show everybody is raving about, Emily in Paris, I was curious. What would she have to say? Well, upon finishing the article my feelings ranged from frustration to proper anger. I expected to read a reflection about of expat life – instead what I got was a tirade of an expat that clearly thinks of herself higher than other expats; something I never liked because after all, we should have each other backs – we’re battling the same challenges in our homes away from home after all, even Emily Cooper in Paris!

Let’s talk about language for example.

The article states that instead of expecting people to speak English, Emily should just step up the language classes. And while I agree that one should try to learn the language of the country they’re living in, I would like to point out that Emily didn’t exactly know a long time in advance that she will be moving to France. And still she’s trying to learn the language as soon as she arrives – I think we should really give her credit for that. I found out in January that I will be moving to Bosnia in May and guess what: My language skills were terrible back then and they still are because learning a foreign language while getting accustomed to a foreign country, making friends and trying to rock your new life is pretty freaking difficult. So, I think it’s quite unfair to judge her for that! 

Melanie also states that no two French people, no matter how advanced their bilingualism, will speak anything but French with one another – even when a non-native is present. And you know what: I actually don’t agree on that. 

Maybe Emily’s friends are talking English because they truly and genuinely like her and are just considerate. At least that is what I like to think about my friends here. It’s not that all conversation takes place in English, but enough of it for me being able to follow. And guess what: That actually helps me to get to know the country, its people and its customs better! It’s a win for both sides. And it doesn’t mean I am ignorant, in fact I can’t wait to be able to converse in Bosnian – and I am sure Emily feels the same about French – but it will still be a long way to get there. And judging others on their language learning ability and how far they’ve come is just mean!

Another thing that probably all of us expats have experienced is mentioned as well: How foreigners try to shove their guidelines down people’s throats. And I don’t know a whole lot about the culture in the United States and in France – but I am pretty sure a French person moving to Emily’s home town Chicago would have their fair share of challenges adapting to the American lifestyle. 

Working at Vogue, I am pretty sure the author has been working in a diverse and international environment all along and speaking from that privileged perspective I think it is pretty low standard to – again – judge other people on their ability to adapt to a new culture. Just because you moved abroad doesn’t mean you have to throw everything you learnt so far over board and just immerse into the new customs without questioning them. Sure, there are cultural traditions one should adhere to to not be ignorant – but the beautiful thing about expat life (and international marriage for that matter) is to learn from one another and create new traditions and customs. It’s actually called globalisation and I am pretty damn happy it’s part of my life!

Lastly, there is one last thing I would like to talk about. I understand that the author works for a fashion magazine and I understand that fashion is a big part of her life. But why is it that in 2020 us women are still picking at each other, putting each other down by commenting on outfits, looks and how attractive the other woman is perceived by men. Why is it that we still cannot sit there, support each other, congratulate each other, have each other’s back? I don’t necessarily love lime-green jacket sets either. But I don’t need to put down another girl wearing them and loving them. Think about it – especially in the capital of fashion I would love to see more openness to individuality.

This might have been a bit long and a bit harsh – but I think this letter just downplays the challenges and hardships behind an actual expatriation. It would have been nice to read about the author’s challenges in Paris – just to make people understand that moving abroad is rewarding and demanding, exciting and hard. And I just think Emily has deserved some kudos for taking the step of just moving into the completely unknown. Because it actually takes a lot of courage to do so!
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